Schwere Entscheidungen
Sterbehilfe: "Ich habe meinen Eltern geholfen zu sterben"
Die Schweizerin Sonja Grob, 58, begleitete vor 15 Jahren ihre Eltern in den freiwilligen Tod. Anders als in Deutschland ist Sterbehilfe in der Schweiz legal.
Komisch, den Tod in Gestalt einer Person kommen zu sehen. Handtasche, Pagenkopf, sommerliche Bluse. Ich holte die Frau für ein Vorgespräch am Bahnsteig ab. Für mich war es merkwürdig, jemanden willkommen zu heißen und ihn doch eigentlich am liebsten gleich wieder wegschicken zu wollen. Wie löst man das? Mit Smalltalk. Wir saßen im Auto und plauderten. Das Wetter, die Bahnfahrt, die Züge haben in letzter Zeit so oft Verspätung. Vor allem aber löst man es, indem man sich bewusst macht, warum man tut, was man tut.
Meine Eltern warteten auf uns. Mir fiel auf, dass Paps sich umgezogen hatte, ein Pyjama aus Seide. Mama hatte sich die Lippen geschminkt. So waren sie, meine Eltern: Haltung bewahren, immer. Hätte das Gespräch mit der Sterbehelferin nicht im Schlafzimmer stattgefunden, hätte man meinen können, es gehe um den Abschluss einer Versicherung. Sachlich wurden Beweggründe, Abläufe und Wirkungsweisen erklärt. Und aufgenommen.
„Sie durften nicht zusammengehen - ein Schlag ins Gesicht“
Dann sagte die Frau: "Ich darf Sie nicht gemeinsam gehen lassen." Drei Tage müssten dazwischen liegen. So wolle es das Gesetz. Worte wie ein Schlag ins Gesicht für meine Eltern. Trotzdem erinnere ich sie als stimmig, die Tage, bis es dann am Donnerstag drauf so weit sein würde. Paps hatte beschlossen, zuerst zu gehen. Die Entscheidung, meinen Eltern beim Sterben zu helfen, hatte eine lange Vorgeschichte.
Mama litt unter einem Lungenemphysem. War oft panisch, wenn ihre Atmung wieder schlechter geworden war. Aber dass sie offen über ihre Sorgen sprach, bestätigte meine Hoffnung: Wir stehen das zusammen durch, irgendwie. Vater erkrankte vier Jahre nach ihr. Die Diagnose Lungenkrebs war ein Schock. Paps, dieser stolze, sportliche Mann. Der Mutter, seit sie krank war, so rührend gepflegt und umsorgt hatte. Ich werde sie nie vergessen, die Wochen nach Vaters Tumor-OP, die meine Eltern zusammen in einer Höhenklinik verbrachten. Auf sonnigen Terrassen, in Decken gehüllt.














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am um
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Jamylle
am 22.02.12 um 11:30
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Halbwaise
am 16.01.12 um 16:19
@Schweizerin
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Mim
am 15.01.12 um 19:27
Möglicherweise ist Sterbehilfe der letzte Ausweg für jene, die nicht weiter wissen. Menschlicher fände ich es doch, wenn der Mensch an sich in Würde und ohne Schmerzen gehen darf, nicht an unwürdige Maschinen angeschlossen oder mit unsinnigen Therapien zu Tode gequält. Hier sollte meiner Meinung nach die Palliativmedizin weiter aufgebaut werden und die Qualität und der Sinn der Therapiemöglichkeiten geprüft werden. Auch die menschliche Begleitung kranker Menschen sollte wieder menschlicher werden. Hier ist der Ansatzpunkt für Menschlichkeit und Würde.
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Anita
am 15.01.12 um 18:03
@Schweizerin
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Schweizerin
am 15.01.12 um 13:16
Dass muss endlich aufhören dieses Töten auf Wunsch. Super auch das ganze Theater welches mit diesem Sterbetourismus vorallem auch aus Deutschland verursacht wird. Denn wer zahlt denn den ganzen Aufwand für Polizei und behörden?? Der schweizer steuerzahler, na vielen Dank. Wer sich umbringen will soll sich selber solche medikament besorgen, dann ist auch die hemmschwelle grösser und diese menschen denken über ihr vorhaben nach!
mehr (5)Ich hoffe sehr, dass Sie nicht einmal selbst in die Situation kommen und über Krankheit, Tod, Leben und Sterben nachdenken müssen.
Unheilbar Kranke kontaktieren Exit usw nicht zum Spass. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, im Bett zu liegen, zu müde zu sein, um fernzusehen, zu lesen oder sich zu unterhalten? Nicht mehr essen und trinken zu können? Und darauf zu warten, was als nächstes passiert?
Ich habe meinen Vater über 2 Jahre begleitet während seiner Krankheit. Und er hatte das Glück im Unglück, sich nicht noch Jahre herumquälen zu müssen, sondern in Würde sterben zu können.
Liebe Schweizerin, ich bin froh, dass Sie nicht für alle Schweizer sprechen dürfen -Geldgier, Unmenschlichkeit und Fremdenhass sind ihre persönlichen Eigenschaften.
Sie scheinen eine sehr privilegierte Frau zu sein, die noch nicht mit solchen Tabuthemen in Kontakt gekommen ist. Vielleicht ändern Sie ihre Sichtweise ja noch irgenwann -denn:
Das letzte Hemd hat keine
Jepp, die ganzen bettlaegerigen, von Krankheit gezeichneten Leute sollen gefaelligst selber losziehen und sich _irgendwo_ was besorgen, was sie im guenstigsten Fall umbringt, im unguenstigsten zu Gemuese macht.
Es ist so aetzend, dass diese ganzen Leute mal kurz aus einer Laune heraus den ganzen Aufwand auf sich nehmen um sich beim Sterben helfen zu lassen.
Die denken bestimmt da nicht schon jahrelang drueber nach!
Ja! Der arme Schweizer Steuerzahler muss fuer diese assozialen Penner den Polizeieinsatz zahlen, nur weil die aus purem Egoismus nicht elendig verrecken wollen, sondern in Wuerde sterben.