"Tatort": Wenn Mütter überfordert sind

"Tatort": Wenn Mütter überfordert sind

Überfordert, harmoniesüchtig, außer Kontrolle: Der "Tatort" gestern zeigte den bedrückenden Fall einer Mutter, die ihr Kind umgebracht hat. Ist unser Anspruch an Mütter zu hoch?

Eine Mutter tötet ihr Kind. Wie kann das passieren? Was geht in dieser Frau vor? Dieses bedrückende Thema wurde gestern im "Tatort" aus Kiel "Borowski und die heile Welt" behandelt. Sehr behutsam, sehr eindringlich. Ohne Effekthascherei.

In dem Krimi verliert eine junge Mutter (grandios gespielt von Katharina Wackernagel) ihre Grenzen. Aus Überforderung, aus dem Zwang heraus, dass ihre kleine Familie ein heiliger Ort sein muss, ein Ort ohne Kratzer, so schön und unbeschwert wie in der Werbung. Ein extremer Fall, aber das Thema lässt einen nicht so schnell los. Was stellen viele Frauen nicht alles an, um Harmonie in die Familie zu bringen, um ihren Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen: Sie hetzen zu Horten oder Kindergärten, um einen passenden Platz zu finden, veranstalten eine Tournee durch zig Grundschulen und Gymnasien, um die richtige Schule ausfindig zu machen. Daneben sind sie berufstätig, sehen fabelhaft aus, wollen eine perfekte Partnerin sein ...

Ist unser Anspruch zu hoch? Was meinen Sie?

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  • Text: Anna M. Löfken
    Foto: ARD
  • Artikel vom 4. Mai 2009
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