Köhlers erster Auftritt vor der Presse: Neue Familienministerin hält am Rechtsanspruch fest
Dann prasselten die Fragen auf Kristina Köhler nieder und gingen querbeet. Welche eigenen Schwerpunkte sie im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen setzen will? Ob sie sauer sei, dass diese zwei der wichtigsten Amtsleiter aus dem Familienministerium zum Arbeitsministerium gelockt habe? Wie sie das Betreuungsgeld ausgeben will – als Gutschein oder in bar? Warum sie ihren Namen bei der bevorstehenden Hochzeit aufgeben will? Sie bezog Stellung – nur die letzte Frage beantwortete sie nicht. Allerdings wirkte sie dabei angespannt, wie bei einer Prüfung. "Also zum Betreuungsgeld ist zu sagen..." Das klang wie gerade artig gelernt. Der Zopf, zu dem sie ihre Haare gebunden hatte, unterstrich diese Wirkung noch. Und eine Meinung scheint sie zu dem Thema auch noch nicht zu haben: Bis 2013 – dann soll das Betreuungsgeld kommen – wolle sie eine "kluge Lösung" erarbeiten. Einen neuen Schwerpunkt will sie mit dem Thema "Beruf und Pflege" setzen: "Ursula von der Leyen hat ja viel für die Vereinbarung von Beruf und Familien getan. Aber Familie sind nicht nur kleine Kinder, sondern auch Eltern oder Großeltern, die Pflege brauchen." Dieses sei ein "ganz großes wichtiges Thema, wo wirklich Handlungsbedarf besteht", sagte die Ministerin.
Zeit für Familien war ein weiteres Thema, dass sie neu angehen will – wobei das schon von ihrer Vorgängerin angelegt wurde. Kristina Köhler will das Elterngeld ausbauen und zwar so, dass man es anteilig und damit länger bekommt, wenn man bis zu 30 Stunden Teilzeit arbeitet.
Gerade Väter würden sich eine "Vollzeitnahe Teilzeit" wünschen. Und da Väter immer mehr "Antwortung" (schöner Versprecher) in der Familie übernehmen würden, wäre "das Teilelterngeld ein Türöffner für familienorientierte Arbeitszeitgestaltung".
Fast eine Stunde lang beantwortete die junge Ministerin Fragen. Dann musste sie weiter. Man sah ihr an, dass sie erleichtert war.













