Waris Dirie über "Wüstenblume":
"Ich habe geschrien, als ich den Film sah"

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In diesem Artikel:

BRIGITTE.de: Wie groß war Ihr Einfluss auf den Film "Wüstenblume"?

Waris Dirie: Als Co-Produzentin war ich immer sehr nahe dran. Beim Dreh in Afrika war ich dabei, ich habe die somalischen Schauspieler ausgewählt und übersetzt.

BRIGITTE.de: Wie viel von der wahren Waris Dirie steckt in diesem Film?

Waris Dirie: Der Film ist so wahr, wahrer geht es nicht.

BRIGITTE.de: Bereuen Sie manchmal, dass Sie mit ihrer Beschneidung an die Öffentlichkeit gegangen sind und das Thema seither Ihr Leben bestimmt?

Waris Dirie: Nein, mein Leben ist eine Freude. Ich habe mich entschieden diesen Weg zu gehen, weil jemand das tun musste. Als junges Mädchen habe ich mich immer gefragt, warum niemand gegen diese Barbarei vorgeht. Ich weiß, dass jeden Tag hunderte von kleinen Engeln irgendwo verstümmelt werden, und sich nicht wehren können. Jemand musste diesen Mädchen eine Stimme geben.

BRIGITTE.de: Wenn Sie heute zurück blicken: Wurde Ihr Leben durch Ihren Gang an die Öffentlichkeit besser oder schlechter?

Waris Dirie: Mein Leben ist fantastisch, weil ich weiß, dass ich das Richtige tue.

BRIGITTE.de: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Waris Dirie: Ich würde die Thematik der Genitalverstümmelung gerne hinter mir lassen. Ich habe zwei Söhne, ich habe ein anderes Leben. Ich möchte mich mehr für die Umwelt engagieren, die Natur ist meine wahre Heimat. Zusammen mit Talar Mazbanian, einer Freundin aus dem Libanon, habe ich gerade eine Schmucklinie mit dem Namen "Desert Flower" aus fair gehandeltem Gold entworfen, und ab September werde ich in meinem eigenen Mode-Blog „In Bloom“ (www.inbloomblog.com) junge Designer vorstellen, die ausschließlich mit biologisch angebauten Rohstoffen arbeiten. Wir müssen der Natur etwas von dem zurückgeben, was wir uns Jahrhunderte lang genommen haben. Das derzeitige Gejammer um die Wirtschaftskrise kann ich nicht mehr hören, die Leute sehen nicht, dass sich die wahre Krise in der Natur um uns herum abspielt.

Kinotrailer zu "Wüstenblume"

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  • Artikel vom 16.09.2009
  • Interview: Maria Holzmüller
Letzte Kommentare
  • Patenmaedchen
    am 26.09.09 um 17:23
    Waris'Enttäuschung ist nachvollziehbar - angesichts der täglich steigenden Opferzahl dieser Gewalt. Aber es ist nicht nur mangelnde Pflichterfüllung der PolitikerInnen, die dafür mit verantwortlich zu zeichnen ist: NGOs, die z.B. mit einem PatenkindSystem arbeiten (z.B. PLAN International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund) überlassen bis zu 400.000 Patenmädchen der Verstümmelung - obwohl es für sie einfach wäre, den Schutz der Mädchen einzufordern und sicherzustellen...Wie Waris Dirie sagt: Jede/r hat die Möglichkeit und somit die Verantwortung etwas zu ändern. Auch Sie haben es in der Hand. Machen Sie sich schlau bei der patenmaedchen.de Kampagne und machen Sie mit...Die Mädchen werden es Ihnen danken.
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