Horia Mosadiq: "Ich glaube fest an Gerechtigkeit in Afghanistan"

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BRIGITTE.de: Immer wieder werden Frauen in Afghanistan Opfer häuslicher Gewalt, werden von ihren Männern beschimpft und geprügelt. Können sie in Frauenhäusern Schutz finden?

Horia Mosadiq: In den größeren Städten gibt es einige Frauenhäuser, aber die reichen bei weitem nicht aus. Und häufig sind nicht nur die Opfer gefährdet, sondern auch die Mitarbeiterinnen der Frauen-häuser, die von den Ehemännern der Opfer bedroht werden. Ich habe eine Frau getroffen, die regelmäßig von ihrem Mann geschlagen und missbraucht wurde, der ein mächtiger Posten-kommandant war. Eines Tages hat sie Klage gegen ihn erhoben. Um sie vor ihm in Sicherheit zu bringen, hat das örtliche Frauenreferat sie in einem Frauenhaus in Kabul untergebracht. Der Ehemann hat alles dran gesetzt, sie zu finden, und dabei auch Mitarbeiterinnen der Frau-enhäuser bedroht. Hilfe zu leisten kann sehr gefährlich sein.

BRIGITTE.de: Inwieweit können Aktivistinnen, die für die Rechte der Frauen kämpfen, heute ihre Meinung sagen?

Horia Mosadiq: Sie müssen mit Morddrohungen rechnen und leben in ständiger Angst. In den letzten beiden Jahren wurden mehrere prominente Frauen von den Taliban getötet, zum Beispiel die deutsch-afghanische Frauenrechtlerin Setara Achekzai oder Malalay Kakar, eine hochrangige Polizeibeamtin in Kandahar. Aber nicht nur die Taliban sind gegen diese aktiven Frauen - manchmal sind es auch die eigenen Familienmitglieder.

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  • Artikel vom 05.03.2010
  • Interview: Franziska Wolffheim
    Foto: privat
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