Hier lesen Sie die Geschichten von zwei Frauen, die erzählen, wie sie die Sache mit dem Kinderwunsch sehen - und Sie können sich austauschen im Dossiertalk: Gibt es den richtigen Zeitpunkt für ein Kind?
"Ich lasse mich überraschen"
Nikola Haaks, 33, Redakteurin, möchte schon ein Kind, aber nur mit dem richtigen Mann
Ich habe lange nicht darüber nachgedacht, ob ich ein Kind will. Bis vor ein, zwei Jahren hätte ein Kind überhaupt nicht in mein Leben gepasst, erst seit einiger Zeit sehe ich die Sache anders. Aber dennoch hat der Kinderwunsch nicht die Dringlichkeit, die ich bei vielen anderen Frauen um die 30 beobachte. Oft scheint dieser Wunsch geradezu in einem grotesken Anspruchsdenken zu münden. Mit Anfang/Mitte Dreißig muss man ein bisschen Karriere gemacht und einen einigermaßen adäquaten Mann an seiner Seite haben - dann fehlt nur noch das Kind. Und wenn es mit der Schwangerschaft nicht klappt, bricht der Lebensplan zusammen. Aber auf was bitte hat man im Leben Anspruch? Es gibt heute so viele Möglichkeiten, die wir oft bis an die Grenzen ausschöpfen. Ich zum Beispiel habe lange studiert, viel nebenher gejobbt, meine Freiheit genossen, noch eine Ausbildung gemacht und dann erst angefangen zu arbeiten. Und zwar weil ich es so wollte. Ich habe zwei langjährige Beziehungen beendet - beide Männer waren durchaus potenzielle Väter, aber ich habe sie letztendlich nicht genug geliebt -, und wenn ich mich in einigen Jahren entschließe, ein Kind zu bekommen, könnte es zu spät sein. Wer weiß, ob ich überhaupt schwanger werden kann? Aber das habe ich nicht in der Hand, und für den Rest trage ich ganz allein die Verantwortung.
Für mich hat ein Kind in erster Linie mit dem richtigen Mann zu tun. Ich möchte kein Kind haben, um mich zu reproduzieren, als Frau zu fühlen oder meinem Leben einen Inhalt zu geben. Den hat es auch so. Ein Kind wäre eine ganz natürliche zusätzliche Bereicherung und die Konsequenz einer tiefen Liebe. Ich wäre ohne Frage sehr dankbar, wenn dieser Wunsch zu gegebener Zeit in Erfüllung ginge, aber ich könnte genauso damit leben, wenn er es nicht tut. Da bin ich in gewisser Weise schicksalsergeben und lasse mich überraschen.












