Kann man Zivilcourage lernen?
BRIGITTE: Manche trauen sich aber trotzdem. Was sind deren Motive?
Prof. Veronika Brandstätter-Morawietz: Menschen helfen, weil sie eine Situation als extrem unrecht oder ungerecht empfinden oder weil sie Mitleid mit dem Opfer haben. Wir haben aber auch festgestellt, dass es noch ganz andere Motive gibt, Geltungssucht beispielsweise. Menschen helfen, weil sie gern im Mittelpunkt stehen, ihr Hilfsimpuls ist eher machtmotiviert. Ein weiteres Motiv ist Selbstkonsistenz: Ich muss meinen eigenen Werten und Überzeugungen treu bleiben, deshalb muss ich mich einmischen. Hier geht es nicht in erster Linie um das Opfer, sondern um mein ganz persönliches Empfinden.
BRIGITTE: Studien zeigen eine Art Opfer-Hierarchie: Jugendlichen, Homosexuellen, Obdachlosen und Behinderten wird besonders selten geholfen. Warum?
Prof. Veronika Brandstätter-Morawietz: Weil Ähnlichkeit mit dem Opfer ein ganz markanter Einflussfaktor ist. Sie würden also am ehesten einer Frau in Ihrem Alter helfen, die von einem Mann bedrängt wird, weil Sie wissen: Auch ich könnte in dieser Situation sein. Bei Jugendlichen wird häufig gedacht: Die sind selber verantwortlich, vielleicht waren die frech.
BRIGITTE: Das heißt also, dem Opfer wird die Schuld zugeschoben?
Prof. Veronika Brandstätter-Morawietz: Genau. Wir kennen das von sexuellen Übergriffen, da galt lange Zeit: Das Vergewaltigungsopfer ist selbst schuld, was trägt die Frau auch so einen kurzen Rock... Psychologisch gesehen passiert Folgendes: Wer anderen die Schuld zuschreibt, entlastet sich selbst. Man muss nicht handeln, denn die Person ist ja schuld an ihrer Situation, die hätte das verhindern können, warum also soll ich jetzt eingreifen?
BRIGITTE: Wer hat beim Eingreifen eigentlich die besten Erfolgschancen?
Prof. Veronika Brandstätter-Morawietz: Es gibt keine Eingreifer-Typologie in dem Sinne, dass ein bestimmter Typ Mensch am erfolgreichsten ist. Wichtig ist, bestimmte Grundregeln zu befolgen, dann kann die ältere Dame ebenso erfolgreich sein wie der Muckimann. Regel Nummer eins heißt: Sich nie selbst in Gefahr bringen. Deshalb sollte man sich immer auf das Opfer konzentrieren, nicht auf den Täter. Versuchen Sie, das Opfer aktiv aus der Gefahrensituation zu begleiten. Sie können zum Beispiel Ihre Hand reichen und sagen: "Kommen Sie mit mir." Wenn das zu gefährlich scheint, dann rufen Sie dem Opfer zu, dass Sie Hilfe holen. Vielfach fassen Helfer ja den Täter an, wollen ihn beruhigen oder vom Opfer wegziehen. Das ist das Schlechteste, was man tun kann, weil man selbst derjenige ist, der eine Grenze überschreitet. Ein Täter sollte auch immer gesiezt werden. Sonst entsteht schnell der Eindruck: Das ist ein Streit unter Bekannten. Auch wichtig ist, andere direkt zur Hilfe aufzufordern, und zwar nicht: "Sollen wir mal schauen, was da vorn passiert?" Sondern: "Da vorn braucht jemand unsere Hilfe, kommen Sie bitte mit! Und Sie, in der blauen Jacke, rufen Sie bitte die Polizei!" Wer Hilfe holt, macht wirklich schon viel.














Wenn all die Jugendlichen live in den Medien erleben, wie es gerecht sein soll, das wir in fremden Ländern, für die "Verteidigung der Amerikaner", das Leben deutscher Bürger in den Dreck schmeißen. Zugleich geistig abstumpfende Talk-Shows und Mord- und Totschlag-Serien den Jugendlichen, ja schon fast als gesellschaftsfähig suggeriert werden.
Das dabei viele Menschen zu Schaden kommen... Mal ehrlich welchen heuchlerischen Politiker interessiert das?
Solange es hier nur um die Mehrung des Profites, vereinzelter Menschen geht, solange die Politik sich nicht um die Belange der Volkes kümmert, solange werden noch viele Menschen erschlagen. Leider...