Eine Zukunft ohne Hunger - ist das möglich?
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BRIGITTE.de: Sie haben beim Thema Biotechnologie mitgearbeitet. Wo liegen dort die Knackpunkte?
Angelika Hilbeck: Ich habe als Mitautorin die Beurteilung der Autoren über die gegenwärtige Situation der Biotechnologie zusammengefasst. Das Fazit: Gentechnisch veränderte Pflanzen gibt es erst seit etwas mehr als zehn Jahren, über 99 Prozent der Pflanzen wurden bislang im großen Maßstab nur im industriellen Anbau eingesetzt. Aspekte rund um den Anbau, wie Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesundheit der Menschen sind hoch umstritten. Fakt ist, dass die Gentechnik zur Lösung des Hungerproblems bislang kaum etwas beigetragen hat - und in der Kürze der Zeit auch gar nicht konnte. Das war für Saatgut-Hersteller wie Monsanto oder Syngenta eine zu nüchterne Bilanz. Sie wollten als Fazit dort stehen haben, dass die Gentechnik die Lösung der Zukunft ist.
BRIGITTE.de: Was erwarten Sie sich von Johannesburg?
Angelika Hilbeck: Ich hoffe, dass die Ergebnisse unserer Arbeit weitgehend akzeptiert werden. Es ist eine globale Aufarbeitung der Ist-Situation mit wichtigen Lehren für die Zukunft für die Entscheidungsträger und die UNO. Auf dieser Grundlage könnte ein Umdenkprozess stattfinden. Ich befürchte aber, dass einige der teilnehmenden Regierungen, vor allem die USA, die Zusammenfassung so nicht unterschreiben wollen. Als Folge könnten die Ergebnisse so stark verwässert werden, dass die Arbeit sinnlos war. Mir wäre es lieber, es würden dann nicht alle Regierungen unterschreiben, dafür blieben aber die Kernpunkte des Berichts erhalten, für die Regierungen, die gewillt sind, neue Wege zu beschreiten.
Zur Person: Dr. Angelika Hilbeck
... hat an der Uni Hohenheim Agrarbiologie studiert und in den USA an der University of North Carolina zum Thema Insektenökologie und biologischen Schädlingsbekämpfung promoviert. Seit 2000 arbeitet sie an der ETH Zürich im Institut für Integrative Biologie und untersucht, wie sich gentechnisch veränderte Pflanzen auf die Umwelt auswirken. Als Expertin für Gentechnik wurde sie gebeten, am globalen Agrarforschungsprojekt IAASTD mitzuwirken - und hat an einem der strittigsten Themen mitgearbeitet: "Biotechnologie".













