Unterwegs in der Arktis: Hannes Jaenicke kämpft für die Eisbären
BRIGITTE.de: Welche Tierarten haben Sie sich als nächstes vorgenommen?
Hannes Jaenicke: Es wird zunächst Filme über Haie, Gorillas und Delfine bzw. Kleinwale geben. Gerade bei letzteren gehen wir große Institutionen an. Zum Beispiel Seaworld - da werden Delfine mit Antibiotika vollgestopft und systematisch ausgehungert. So ein Show-Delfin macht ja nicht freiwillig in viel zu kleinen Becken seine Kunststückchen...
BRIGITTE.de: Ist ein schwerer Kampf, den Sie da kämpfen.
Hannes Jaenicke: Aber ein spannender und befriedigender. Der ist gut für den Wutabbau. Wenn man mit seiner Wut richtig umgeht, kann sie ja was sehr Konstruktives sein.
BRIGITTE.de: Die meisten finden Wut fürchterlich.
Hannes Jaenicke: Man muss sie nur richtig kanalisieren. Man kann sich in Kneipen prügeln, Fensterscheiben einschmeißen, Flatratesaufen, Freeclimber werden oder Basejumper. Oder man kann eben solche Filme drehen.
BRIGITTE.de: Sie könnten auch in die Politik gehen.
Hannes Jaenicke: Politiker, die versuchen, etwas zu bewegen, kämpfen wie Don Quichote gegen die Windmühlen. Ich sehe das gerade an Sigmar Gabriel, dem Umweltminister. Der will etwas verändern. Und ist gescheitert an der Industrie, der EU, dem Koalitionspartner. Er hat kaum eine Chance, sei es bei vergleichsweise kleinen Dingen wie dem Verbot der Eisbärenjagd, der Verknüpfung der Abwrackprämie mit dem Kauf umweltfreundlicher Autos oder der Besteuerung von Flugbenzin.
BRIGITTE.de: Also...
Hannes Jaenicke: ...braucht es private Initiative. Bono, Warren Buffet und Bill Gates haben in nur sieben Jahren mehr afrikanische Kinder in die Schule geschickt als 50 Jahre Entwicklungshilfe. Der deutsche Entwicklungsdienst ist nur dafür da, neue Märkte zu erschließen. Wer wirklich etwas bewegen will, wird in der Politik schnell frustriert. Der muss sich bei Nichtregierungsorganisationen engagieren.
Im TV
Dokumentation:
Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Eisbären
8. September, 20.15 Uhr im ZDF.














ich habe heute Ihren Beitrag über das verheerende Verhalten der Menschheit, im Zusamenhang mit den vom Aussterben bedrohten Eisbären auf DW-TV, hier in Brasilien, gesehen. Ich wohne hier seit 6 Jahren. Ich finde Ihre Aktionen ganz aussergewöhnlich, bin wirklich begeistert, zugleich aber schockiert. Obwohl uns die Dinge ja längst bekannt sind und jeder davon weiss. Dennoch finde ich das ganz hervorragend mit welcher Eindringlichkeit Sie Ihren Beitrag verfasst und inszeniert haben. Wahrhaft eine wirklich gute und wachrüttelnde Arbeit.
Was kann man denn noch tun, frage ich mich jeden Tag, um die Menschen wirklich wachzurütteln, die Gier und Gewinnsucht der Menschen auf das Schärfste anzuprangern, dass es auch Wirkung zeigt? Leider, so vermute ich wird der Tag unausweichlich kommen, wo die Menschen dann endlich feststellen müssen, dass man Geld nicht essen, und Öl nicht trinken kann.
Wilfried Surges, Joinville, Santa Catarina, Brasil
Ich finde Herrn Jännicke super : Nach dem Motto, Tue Gutes und rede darüber.
Viele Menschen wissen von den blutenden Wunden auf unserer Erde nichts und können sich erst mit dem Wissen engagieren. Ich selbst bin auch nur durch Info-Hefte auf die Details zur Gold-Produktion, Zerstörung des Regenwaldes damit und und und aufmerksam geworden.
Auch die Situation von Menschen und Tieren im Ausland kann man mindern und verbessern wenn man davon weiss und sich engagiert. Die tägliche Auswahl unserer Einkäufe ist massgeblich entscheident. Es regiert das Geld- leider.
Danke Hannes Jännicke!