Tierversuche: Wann kommt endlich das Aus?

Für Kosmetika sind Tierversuche in Deutschland seit Jahren verboten. Auch auf EU-Ebene gibt es ähnliche Regelungen. Trotzdem werden auf der ganzen Welt immer noch Beauty- Substanzen an Mäusen, Ratten oder Kaninchen getestet. Wieso ist das so? Und: Wann hört es auf?

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Was sagen die Gesetze?

Die gute Nachricht zuerst: In Sachen Tierschutz und Kosmetik gehört Deutschland weltweit zu den Klassenersten. Schon seit 1986 darf bei uns kein Lippenstift mehr am Tier getestet werden. Seit 1998 gilt das auch für pflegende Produkte, wie Cremes oder Shampoo. Ähnliche Gesetze gab es Ende der 90er Jahre nur in Österreich, Großbritannien und den Niederlanden.

Vor drei Jahren zog die EU nach. Nach langem Ringen wurde 2003 eine neue Kosmetikrichtlinie verabschiedet. Sie soll Tierversuche für die Schönheit Schritt für Schritt aus ganz Europa verbannen. Die erste Stufe wurde schon erklommen: Fertigprodukte wie Lippenstifte oder Cremes dürfen seit Herbst 2004 in keinem Land der Europäischen Union mehr im Tierversuch getestet werden. 2009 soll die zweite Stufe folgen: Das Verbot gilt dann auch für die Prüfung der Rohstoffe von Kosmetika. Ab 2013 schließlich darf kein Kosmetikprodukt mehr in der EU verkauft werden, dessen Rohstoffe nach diesem Datum am Tier getestet wurden (Vermarktungsverbot). Wird dieser Zeitplan eingehalten, wäre Europa im Kosmetikbereich in knapp sieben Jahren tierversuchsfrei.

Wo liegen die Probleme?

Als Tierschützer in den 80er Jahren anfingen, die Menschen über das Leiden von Kaninchen und Ratten für Beauty-Produkte zu informieren, waren solche Regelungen bloße Theorie. Eigentlich müsste Dr. Irmela Ruhdel vom Deutschen Tierschutzbund also richtig gute Laune bekommen, wenn man sie auf das Thema Tierschutz und Kosmetik anspricht. Endlich ein Bereich, in dem die hartnäckigen Proteste Wirkung zeigen! Ein klassisches Happy-End! "Klar war das ein Erfolg für uns", sagt Ruhdel - und schiebt dann schnell nach: "Aber auch ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. 20 Jahre haben wir dafür gekämpft. Doch es gibt immer noch Fristen. Und Hintertürchen."

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  • Text: Kristina Maroldt
    Fotos: Clipart.com, photocase.de
    BRIGITTE Heft 24/2006
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