Trennkost: Was taugt die Diät?

Trennkost

Bei der Trennkost-Diät werden Kohlenhydrate und Proteine strikt voneinander getrennt. Wie das Ernährungskonzept funktioniert und was Ernährungsexperten dagegen einwenden, erklären wir im Folgenden.

Historie: Die Idee hinter Trennkost

Die Idee der Trennkost-Diäten ist schon über 100 Jahre alt. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte der New Yorker Arzt Howard Hay die Theorie, dass die Kombination aus kohlenhydratreichen und eiweißreichen Lebensmitteln nicht gesund für den Körper sei. Beide Nährstoffe könnten seinen Aussagen zufolge nicht gleichzeitig verdaut werden. Die Folge sei eine Übersäuerung des Körpers. Der deutsche Arzt Ludwig Walb griff diese Theorie auf und prägte hierzulande den Begriff Trennkost.

Welches Prinzip steckt hinter der Diät?

Hinter der Trennkost-Theorie steckt die Annahme, dass eine Übersäuerung (verursacht durch die Kombination von und Proteinen) des Körpers zu Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes führen kann. Um den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Lot zu bringen und schlank zu werden, hat Erfinder Hay zwei grundlegende Regeln aufgestellt:

  1. Lebensmittel der Kohlenhydratgruppe und Eiweiße müssen getrennt voneinander gegessen werden. Auf Nahrungsmittel, die beide Inhaltsstoffe in großen Mengen enthalten, sollte komplett verzichtet werden. Gemeint sind etwa Hülsenfrüchte oder Wurst. Neben den kohlenhydrat- und eiweißreichen Lebensmitteln gibt es noch sogenannte neutrale Lebensmittel, die zu beiden Lebensmittelgruppen gezählt werden dürfen.
  2. Selten genannt, aber doch ein Bestandteil der Trennkost: Die Mahlzeiten sollen zu drei Vierteln aus Basen bildenden Lebensmitteln, wie Salat und Gemüse, bestehen. Säurebildner, wie Milch, Fleisch, Fisch oder Käse, dürfen nur ein Viertel des täglichen Bedarfs ausmachen. Zwischen den Mahlzeiten soll jeweils eine Pause von drei bis vier Stunden liegen. Ein Snack ist innerhalb dieser Pause nicht erlaubt.

Die Lebensmittel werden demnach in drei Gruppen unterteilt:

  • Kohlenhydratgruppe: Getreideprodukte wie Brot, Schwarzbrot, Nudeln, Kuchen, Weizenmehlprodukte, Roggen, Kartoffeln, Reis, Zucker, Bananen etc.
  • Eiweißgruppe: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte mit einem Fettanteil unter 50 Prozent, Milch, Joghurt, Quark, Käse, Soja, Eier, Nüsse, Früchte etc.
  • Neutrale Gruppe: Gemüse, Salat, Avocado, Heidelbeeren, Melonen, Fette, Milchprodukte mit mind. 60 Prozent Fettanteil, Erdnüsse, Pilze etc.

Wie funktioniert Trennkost in der Praxis?

Die Trennkost-Kur fordert eine starke Umstellung der traditionellen Ernährungsgewohnheiten. Also keine Spaghetti Bolognese, kein Schnitzel mit Kartoffeln und kein Brot mit Käse. Stattdessen könnt ihr die Mahlzeiten unterschiedlich kombinieren, solange ihr keine Eiweiße mit Kohlenhydraten mischt. Insgesamt sind die Rezepte, die in den Trennungsplan kommen, sehr gesund, da Gemüse und Salat immer als Beilage gewählt werden können. Kalorienzahlen (kcal) spielen im Wochenplan und der dazugehörigen Tabelle überhaupt keine Rolle.

Ein typischer Trennkost-Tag könnte so aussehen:

Morgens gibt es Kohlenhydrate in Form von Müsli oder Brötchen mit Honig.

Zum Mittag gibt es einen großen Salat mit Putenbruststreifen und abends beispielsweise Kohlenhydrate in Form eines Risottos.

Zwischendurch dürft ihr reichlich Obst und Gemüse essen, immerhin sollen die "Basenbildner" drei Viertel der täglichen Nahrungsaufnahme ausmachen, und viel Wasser oder ungesüßten Tee trinken.

Wer sich streng an die Vorgaben hält, dürfte durch die Trennkost-Diät einige Kilos purzeln sehen. Immerhin sind die Lebensmittel gesund und auf fettiges Fleisch wird weitestgehend verzichtet. Dennoch ist die Form der Ernährung insbesondere für Schwangere oder Kinder nicht geeignet, da es zu einem Mangel an Eisen, Kalzium und Jod kommen kann.

Welche Kritik gibt es am Trennkost-Konzept?

Die Theorie, dass Proteine und Kohlenhydrate getrennt voneinander verdaut werden, ist wissenschaftlich nicht belegt. Etliche Lebensmittel enthalten sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate und Fette, die gleichzeitig verdaut werden, bemängelt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Basenüberschüssige Kost bringe zudem keine belegbaren gesundheitlichen Vorteile.

Eine Übersäuerung bei üblicher Mischkost sei demnach laut DGE nicht zu befürchten, da die menschlichen Puffersysteme den Säure-Basen-Spiegel im Körper konstant halten.

Ernährungswissenschaftler kritisieren zudem am Diäten-Konzept, dass sich die Trennkost nicht für eine Gewichtsabnahme eignet, da es beim Abnehmen auch um die zugeführte Menge an Kalorien (kcal) geht. Und nicht nur um die Kombination der jeweiligen Nahrungsmittel. Bestimmte Lebensmittel würden zudem willkürlich bestimmten Gruppen zugeordnet. So enthalten Kartoffeln oder Käse nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch jede Menge Eiweiß (und Kalorien).

Trotz aller Kritikpunkte muss man dem Trennkost-Konzept eines zugutehalten: Gemüse, Obst, Salat und wenig Fleisch ergeben eine gesunde, kalorien- und fettarme Ernährung. Dadurch sinken natürlich auch die Fettwerte im Blut, was sich wiederum positiv auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes auswirkt.

jg

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Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • mary ellen
    mary ellen
    Trennkost funktioniert tadellos, zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber ich nehme mit dieser Diät wirklich am besten ab. Kalorienzählen möchte ich nicht, bei der Trennkost kann ich mich richtig schön satt essen, es ist überhaupt nicht kompliziert, sie ist sehr bekömmlich und köstlich obendrein. Ich esse automatisch mehr Eiweiß (kombiniert mit neutralen Lebensmitteln - also Gemüse) und weniger Kohlenhydratreiche Nahrung, einfach um satt zu werden. Ich greife automatisch zu Vollkornprodukten aus dem selben Grund. Durch die reichhaltige Pflanzenkost fühle ich mich genährt und vital und mache automatisch mehr Sport. Ich kann die Trennkost wirklich empfehlen, auch wenn - wie gesagt - der Erfinder sie anders gemeint bzw. begründet hat.

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