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Essen Sie sich schön und gesund!

Viele Lebensmittel können mehr, als wir denken. Wer ihren Farbcode knackt, kann sich schöner und gesünder essen.

Leuchtende Früchte sprechen vor allem Frauen an

Farbe tut gut! Diese Botschaft ist in unserem genetischen Code gespeichert. Farben sehen zu können ist überlebenswichtig - gerade beim Essen. Stellen Sie sich eine Welt in Schwarzweiß vor. Sie könnten die graue Erdbeere zwischen den Blättern kaum entdecken. Sie könnten auch nicht erkennen, ob die Beere saftig rot, unreif oder gar verfault ist... "Frauen reagieren auf Farben stärker als Männer", sagt der Farbpsychologe Harald Braem. Der Grund: Die Jäger der Urzeit setzten auf Rot - Fleisch. Es versprach ihnen Kraft und Energie. Die Frauen sammelten bunt - Beeren, essbare Kräuter, Früchte. Sie sorgten damit instinktiv für die optimale Nährstoffkombination, die der Mensch braucht. Diese bunte Vielfalt gibt uns nicht nur, was wir zum Leben brauchen, sondern wir können uns damit auch schön und gesund essen.

Rot: Sonnen-Schutzengel

Die schmecken auch unserer Haut: Johannisbeeren

Die Farbe: Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavone und Karotinoide sind für die leuchtend rote Farbe zuständig.

Gesundheitlich gesehen: Flavone und Karotinoide schützen die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen und vorzeitiger Alterung: Sie fangen freie Radikale ab - aggressive Sauerstoffmoleküle, die die Körperzellen schädigen können. Außerdem senken die roten Farbstoffe den Blutdruck, wirken antibiotisch und vorbeugend gegen Krebs. Lykopin in Tomaten bietet einen leichten Schutz vor schädlichen UV-Strahlen. Wer regelmäßig Tomaten isst, kann die Eigenschutzzeit der Haut um das Drei- bis Vierfache erhöhen, zeigen Studien.

Psychologisch gesehen: "Rot ist immer reizvoll", sagt Farbpsychologe Harald Braem. Es steht für Wärme und Vitalität. Rot ist die Farbe, die uns am stärksten aktiviert, die uns aber auch in Alarmbereitschaft versetzt. Dann nämlich, wenn wir zu viel davon sehen. In einem roten Raum steigen Blutdruck und Puls leicht an. Und ein komplett rotes Outfit schreckt eher ab. Rot erregt unsere Aufmerksamkeit. Beobachten Sie sich mal im Supermarkt: Zwischen all den Joghurtbechern im Kühlregal erspähen Sie zuerst den mit dem roten Sonderpreis- Aufkleber. Auch an der Fleischtheke lassen wir uns unbewusst an der Nase herumführen. Fleisch und Wurst, die mit rotem Licht angestrahlt werden, wirken appetitlich und frisch.

Der Hit: Johannisbeeren Schon eine Handvoll Johannisbeeren (ca. 50 Gramm) deckt den Tagesbedarf an Vitamin C. Die sauren Beeren verbessern die Elastizität der Haut und fördern die Verdauung. Anthocyane in den Beeren halten die Gefäße elastisch und schützen unsere Zellen vor freien Radikalen. Das richtige Futter also, damit wir uns schön und gesund essen.

Grün: Detox-Profi

Gilt schon fast als Heilpflanze: Brokkoli

Die Farbe: Chlorophyll und Glucosinolate geben in grünem Gemüse den Farbton an. Sie wirken entgiftend und zellschützend.

Gesundheitlich gesehen: Grüne Gemüse liefern unzählige Nährstoffe und wertvolle Mikrosubstanzen. Spinat, Feldsalat, Löwenzahn, Mangold, alle Arten von Kräutern sollten reichlich auf unserem Teller landen. Besonders Petersilie enthält viel Biotin. Das B-Vitamin lindert Mikroentzündungen in der Haut und sorgt so für einen frischen, ebenmäßigen Teint. Außerdem kräftigt es die Haarstruktur. "Grünes Obst und Gemüse regt Stoffwechsel und Kreislauf an und fördert die Durchblutung der Schleimhäute. Vitamine und Bitterstoffe darin bringen unser Immunsystem und die Verdauung auf Trab", sagt die Münchener Farbpsychologin und -therapeutin Ingrid Kraaz von Rohr. Ihre Empfehlungen basieren auf uralten Erfahrungen, die nicht immer wissenschaftlich belegbar sind. Doch neuere Studien zeigen, dass schon Hildegard von Bingen, Ärztin im Mittelalter, mit ihren Thesen oft richtig lag: Grün sei die Farbe der Heilkraft, die Körper, Geist und Seele in Balance bringe.

Psychologisch gesehen: Grün gilt als Symbol für Natürlichkeit und Gesundheit. Fakt ist, dass grüne Wände und Bettwäsche Patienten im Krankenhaus schneller gesund machen. Allerdings verbinden wir Grün auch mit unreifen, mitunter sogar giftigen Früchten. "Daher hat die Evolution unser Farbgedächtnis bei Grün mit sehr unterschiedlichen Reaktionen ausgestattet", sagt der Farbpsychologe Harald Braem. Grün ist eine Mischfarbe, und wie wir sie wahrnehmen, hängt von den Gelb- und Blauanteilen im Grün ab. Ein sattes, frisches Grün symbolisiert Natürlichkeit, zarte Minttöne versprechen Frische. Grelles Giftgrün hingegen verdirbt uns den Appetit.

Der Hit: Brokkoli Um Brokkoli wird viel Bohei gemacht, fast gilt er schon als Heilpflanze - zu Recht. Besonders der Pflanzenstoff Sulforaphan überzeugt die Forscher. Studien zeigen, dass dieses Senföl die Entstehung bestimmter Krebsarten ausbremsen kann. Außerdem unterstützt es die Bildung eines Enzyms, das die Herzgefäße schützt und sogar geschädigte Gefäße reparieren kann. In Brokkoli steckt auch viel Cystein. Diese Aminosäure wirkt wie ein Anti-Aging-Programm, weil sie schädliche Oxidationsprozesse im Körper ausbremst. Ernährungswissenschaftlerin Gisela Olias rät: "Die Röschen nur leicht dünsten oder dämpfen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe weitestgehend erhalten bleiben."

Blau: Bakterien-Bodyguard

Nicht verschreibungspflichtig, aber extrem wirkungsvoll: Blaukraut

Die Farbe: Zum Glück setzt die Natur nicht auf reines Blau. Denn Blau und Essen, das geht gar nicht, das würde in uns gleich die Assoziation wecken: verdorben, ungenießbar. Deshalb sind bei allen blauen Gemüse- und Obstsorten immer auch rote Farbpigmente mit im Spiel. In dieser Kombination tendiert das Ganze in Richtung Violett. Bei Blau-beeren sind es Anthocyane, die für die Farbe sorgen, bei Kohl Indole, die ihn violett färben.

Gesundheitlich gesehen: Anthocyane gelten als bakterienhemmende Pflanzenstoffe. Mit den roten Farbanteilen kommen wieder die gesundheitsfördernden Karotinoide ins Spiel. Denn diese sekundären Pflanzenstoffe sind perfekte Bodyguards (siehe auch unter "Rot"). Blaukraut, Blaubeeren und Aubergine sind also ein kleines Schönheitsprogramm von innen.

Psychologisch gesehen: Blau in der Natur signalisiert Ruhe. Blauer Himmel und blaues Wasser entschleunigen und beruhigen uns. Tests belegen: Wenn wir aufs Meer blicken, den Himmel über uns hinwegziehen lassen oder mit blauem Licht bestrahlt werden, dann sinkt der Blutdruck, Puls und Herzschlag verlangsamen sich, die Blutgefäße werden weiter - Ruhe auf der ganzen Ebene. In der Werbung für Lebensmittel wird blau gut dosiert. "Salz und Getränke lassen sich in blauer Verpackung zwar verkaufen, bei Essen funktioniert das oft nicht", sagt Farbpsychologe Braem.

Der Hit: Blaukraut Blaukraut (auch Rotkohl genannt) senkt den Cholesterinspiegel und bremst Entzündungen im Körper. Die enthaltenen Ballaststoffe regen den Darm an. Die Indole sorgen nicht nur für die violette Farbe, sie beeinflussen auch unseren Östrogen-Stoffwechsel günstig und halten jung. Wie alle Krautsorten enthält auch Blaukraut ganz viel Vitamin C.

Weiß: Figur-Coach

Perfekter Schlankmacher: Buttermilch

Die Farbe: Weiß ist physikalisch betrachtet eine unbunte Farbe, denn Weiß entsteht durch die maximale Reflexion der auftretenden Lichtstrahlen.

Gesundheitlich gesehen: Wir sollten Weiß nicht unterschätzen oder für unergiebig halten. Auch weiße Lebensmittel haben viel zu bieten. Das weiße Schönheitsgemüse schlechthin ist Spargel. "Er wirkt zell-verjüngend, und die Aminosäure Asparagin hilft zu entwässern", sagt die Farbpsychologin und -therapeutin Ingrid Kraaz von Rohr. Die schlanken Stangen stecken obendrein voller Eisen, Folsäure und Kalzium. Spargel gilt als Nieren-Polizei, weil er das Blut reinigt. Bei unreiner Haut soll eine Spargelkur erfolgversprechend sein.

Psychologisch gesehen: Weiß verbinden wir mit Sauberkeit, Reinheit und Hygiene. "Und Weiß vermittelt ein gewisses Statussymbol", sagt Harald Braem. Vor allem kreative Menschen mögen weiße Wände und Möbel in ihrer Wohnung, so der Farbpsychologe. "Diese neutrale Umgebung kann man mit Bildern oder Accessoires immer wieder neu gestalten." Auch auf dem Teller kombinieren wir Weiß gern mit farbigen Zutaten. Rein weiß verpackte Lebensmittel lassen sich daher nicht gut verkaufen, ist sich Farbpsychologe Braem sicher. "Das ist zu neutral und wirkt auf Konsumenten geschmacklos und fad."

Der Hit: Milch Weiß verbinden wir von Kindheit an vor allem mit einem Lebensmittel: Milch. Sie enthält fettlösliche Vitamine und essenzielle Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Vor allem als Kalziumlieferant wird Milch geschätzt. Wer abnehmen möchte, für den ist das Glas Buttermilch der perfekte Snack gegen Hunger. Es hat nur halb so viele Kalorien wie Vollmilch, hält aber dank viel Eiweiß lange satt.

Gelb: Vitamin-Spritze

Die Ananas macht dem Beautysalon Konkurrenz

Die Farbe: Gelb sieht in der Natur nicht so aus wie im Buntstiftkasten. Es tendiert mal zu Gelbgrün - das liegt am Pflanzenstoff Lutein - und mal zu Gelborange, dann sind Flavonoide dafür verantwortlich.

Gesundheitlich gesehen: Lutein gehört zu den Karotinoiden und reichert sich in der Netzhaut des Auges an. Dort stärkt es die Sehkraft - eine gute Nachricht für ältere Menschen. Flavonoide hemmen Entzündungsprozesse und verzögern die Hautalterung. Gelbes Obst und Gemüse liefern viele Vitamine. "Gelbe Paprika ist eins der vitaminreichsten Gemüse überhaupt", sagt Farbtherapeutin Ingrid Kraaz von Rohr, "sie regt die Verdauung an und wirkt desinfizierend."

Psychologisch gesehen: "Gelb tut gut und verbessert die Stimmung", erklärt Farbpsychologe Harald Braem. Wir verbinden mit dieser Farbe Vitalität, Energie und Wärme, sie erinnert uns an die Sonne. Und Gelb wirkt appetitanregend, es kann also gut sein, dass wir von gelben Tellern mehr essen, als wir eigentlich wollten. Gelb kann aber auch beunruhigen und aufpeitschen.

Der Hit: Ananas Ananas liefert viel Vitamin C und Magnesium. Außerdem enthält sie das Enzym Bromelain, das die Eiweißverdauung fördert und die Fettverbrennung ankurbelt. Eine Portion Ananas macht gut satt und hat pro 100 Gramm nur 56 Kilokalorien. In Asien gilt Ananas schon lange als Frucht der Schönheit. Ihre Inhaltsstoffe sind noch heute Grundstoff für Hautmasken und Cremes.

Wie Farben den Geschmack täuschen

Die Farbe Gelb steht für "spritzigen" Geschmack

Grün schmeckt frisch und herb, Gelb spritzig, Rot ist süß. Farben beeinflussen unseren Geschmack. Wir können uns dieser Macht nicht entziehen. Das erlebt jeder, der Ulrich Allendorf einen Besuch abstattet. Der Rheingauer Winzer bietet in seinem Aromakeller "Farbverkostungen" an. Der Riesling, den Ulrich Allendorf einschenkt, schimmert hellgelb im Glas, er duftet nach Aprikosen und Pfirsichen und schmeckt wie ein typischer Riesling - fruchtig, frisch, trocken. Dann schaltet der Winzer rotes Licht an. Jetzt schmeckt derselbe Wein nach Spätburgunder Weißherbst. Er duftet nach Brombeeren und Heidelbeeren, die Fruchtaromen sind plötzlich viel intensiver als vorher im weißen Licht. Infos zu den Farbverkostungen im Weingut Allendorf unter www.allendorf.de/weinerlebniswelt.htm

Text: Katja Töpfer Fotos: Marius Wolfram Styling: Sandra Schollmeyer BRIGITTE Heft 12/2012

Wer hier schreibt:

Katja Töpfer

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ja, die männer konnten ja durch fell und decke schauen. Dann haben sie aber nie geflügel und fisch gejagt, ist bekanntermassen kein rotes fleisch!

    und die roten Früchte sind dann eher ihnen als den frauen aufgefallen. Bei soviel quatsch kann frau dann nur noch rot sehen
Bild Montagsnl

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