Welchen Fisch können wir bedenkenlos essen?

Die weltweiten Gewässer sind hoffnungslos überfischt. Welchen Fisch wir trotzdem bedenkenlos essen und kaufen können, klärt Greenpeace nun in ihrem aktuellen Fischratgeber.

Eine alte Ernährungsregel lautet: Esst mindestens einmal pro Woche Fisch, denn der ist gesund und versorgt unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen. Wie Greenpeace nun in ihrem neu veröffentlichten Fischratgeber verdeutlicht, wird es künftig schwer bei der Auswahl des geeigneten Speisefisches. Die Hauptursache: Laut Welternährungsorganisation (FAO) sind 61,3 Prozent der weltweiten Speisefischbestände bis an die Grenze genutzt, 28,8 Prozent sind bereits überfischt oder erschöpft.

Greenpeace rät zum Verzicht

Der neue Greenpeace-Ratgeber hilft Verbrauchern beim Fischkauf und zeigt, welche Sorten wir bedenkenlos essen können. Rund 115 Fischarten wurden bewertet, in das Urteil ziehen die Umweltschützer drei Kriterien mit ein: Die Überfischung der Meere, die Fang- und Zuchtmethoden und den Herkunftsort des Fisches. Nur so könne man eine umweltbewusste Wahl beim Einkauf treffen.

Generell empfiehlt Greenpeace einen bewussten Fischkonsum: Am besten wenig und wenn, dann nur aus nachhaltiger Herkunft. Auf das Gütesiegel sollten sich Verbraucher laut Greenpeace nicht verlassen, keines könne uneingeschränkt empfohlen werden.

Welcher Fisch darf auf den Tisch?

Laut Greenpeace-Einschätzung sind Karpfen als Speisefisch generell unbedenklich. Andere Fischarten können wir nur unter bestimmten Umständen ohne Bedenken essen. Dazu gehören etwa Heringe, außer sie stammen aus Regionen des Nordost- und Nordwestatlantiks, und Welse. Letztere dürfen jedoch nicht aus Deutschland, Brasilien oder anderen asiatischen Ländern stammen. Auch Lachs und Thunfisch aus vereinzelten Regionen seien "vertretbare Ausnahmen".

Für nicht vertretbar hält die Umweltschutzorganisation den Verzehr von Aal, Rotbarsch, Makrele, Seehecht und Alaska-Seelachs.

Die Fischindustrie kritisiert...

Der Einkaufsratgeber von Greenpeace ruft wie erwartet Kritiker auf den Plan: Matthias Keller, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Fischindustrie, hält den Ratgeber und die darauf resultierenden Empfehlungen für den Verbraucher "wirklichkeitsfremd" und "ideologisch". Viele Entwicklungen der Industrie würden ignoriert, obwohl diese zum Teil von der Umweltschutzorganisation selbst angestoßen wurden. Der in Deutschland sehr beliebte Alaska-Seelachs sei demnach in drei von vier Fanggebieten nicht überfischt.

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