Lieben Sie Büffelmozzarella? Verzichten Sie besser

Büffelmozzarella - so cremig, so köstlich. Doch hinter dem Premiumprodukt verbirgt sich zum Teil immenses Tierleid, sagt die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten".

Für ein Caprese braucht es Tomaten und Mozzarella. Wer es besonders gut meint, kauft Büffelmozzarella. Er gilt als Premiumprodukt und ist deutlich teurer als Mozzarella aus Kuhmilch. Doch mit der Herstellung von Büffelmozzarella ist offenbar großes Tierleid verbunden. Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten hat auf Büffelfarmen in der italienischen Region Kampanien nach eigener Aussage katastrophale Haltungsbedingungen entdeckt: Da Büffel in Europa nur für die Milchproduktion gehalten werden, entledige man sich der männlichen Kälber, indem man sie mit einem Hammer erschlage, in Gülle ertränke oder sie einfach verhungern lasse. Erwachsene Tiere litten an Wunden und unter mangelnder Hygiene. Wir sprachen mit Hanna Zedlacher vom Nutztierbereich im Vier Pfoten Headquarter in Wien.

BRIGITTE: Warum werden diese skandalösen Bedingungen erst jetzt bekannt?

Hanna Zedlacher:
Es gab im Internet schon Hinweise darauf, die Vier aufgegriffen hat, um der Sache nachzugehen. Offenbar fühlte sich bisher niemand so recht zuständig. Wir wollten die Situation genauer evaluieren um heraus zu finden welche Tierschutzprobleme da sind, ob dies Einzelfälle sind oder hier die gesamte Industrie betroffen ist.

Wie viele Farmen sind betroffen?

Unsere Recherche zeigt, dass es Probleme bei einigen Betrieben gibt, aber wir können keine exakten Zahlen für die gesamte Industrie nennen. Jedenfalls sind es keine Einzelfälle, die wir entdeckt haben. Die gesetzlichen Kontrollen funktionieren nicht. In Kampanien befinden sich die meisten Büffelfarmen in Europa, etwa 1400 Betriebe mit 280.000 Tieren. Es handelt sich um Wasserbüffel, die Wasser brauchen, um sich wohlzufühlen. Einige Farmen haben Tümpel oder Pools oder Wassersprühsysteme, aber längst nicht alle.

Was sagen die Mozzarella-Produzenten dazu?

Wir haben zuerst die Supermärkte angesprochen und gebeten, sich an die Hersteller zu wenden. Einige Supermärkte in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden sowie in Großbritannien haben sich sehr kooperativ gezeigt. Als erstes hat jetzt die Kaufland-Gruppe zugesagt, dass sie mit uns an der Einführung von besseren Standards in der Büffelhaltung arbeiten will. Auch von Rewe International wissen wir, dass sie sich kümmern wollen.

Wird das Fleisch der männlichen Tiere nicht verwendet?

Ursprünglich war das der Fall. Büffel wurden zur Fleisch- und Milchproduktion und als Arbeitstiere gehalten. Das hat sich aber geändert. Seit einiger Zeit verwendet man fast ausschließlich die Milch der Tiere. Fleischprodukte gibt es kaum, was neben einer mangelnden Nachfrage sicher auch an der langwierigen Mast liegt. Aber teilweise werden die männlichen Kälber bis zum dritten Lebensjahr gehalten und dann geschlachtet.

Gibt es Farmen, die tiergerecht arbeiten?

Bio-Farmen zum Beispiel haben grundsätzlich einen höheren Standard. Es kann aber auch hier schwarze Schafe geben. Man muss vor Ort gucken, wie das Tier aussieht, wie es sich verhält, ob es sich wohlfühlt, Wunden oder Schwellungen hat. Das ist der Maßstab für das Tierwohl. Bei konventionellen Farmen werden die Tiere oftmals drinnen gehalten, nicht etwa auf der Weide. Die weiblichen Kälber kommen nach der Geburt in Einzelställe. Das sollte aber höchstens eine Woche lange sein, dann sollten sie zur Gruppe gebracht werden. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn es Probleme mit der Gruppenhaltung gibt. Meist werden aber die gesetzlich erlaubten 8 Wochen voll ausgenutzt. In machen Fällen wird die erlaubte Dauer sogar überschritten. Kälber werden dann bis zu 3 Monate in Einzelkäfigen gehalten.

Sollte man am besten nur noch Kuhmilchmilch-Mozzarella kaufen?

Man sollte insgesamt weniger Tierprodukte verzehren. Auch bei der Kuhhaltung ist nicht alles super.

Wie können Verbraucher sich gegen die Missstände engagieren?

Es gibt eine Unterschriftenaktion und einen Brief, den man seinem Supermarkt zukommen lassen sollte, beides unter www.vier-pfoten.org/buffalo

Vier Pfoten hat auf Youtube ein Video von den Bedingungen auf Büffelfarmen eingestellt. Wir möchten es hier nicht direkt zeigen, weil es grausame Szenen enthält.

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Kommentare (5)

Kommentare (5)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    This is a completely unethical and barbaric practice which has to stop. The milk of these buffaloes is for their babies and their babies alone, not to feed our gluttony. We do not need buffalo mozzarella, but these babies do need their mother's milk, and they want to live a life free from pain and suffering as we do, and their mothers want to look after their young, just as we do. Please don't buy this product, sign the petition and lobby your supermarkets to stop buying it.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Für die Kälber beginnt die Tierquälerei bereits kurz nach ihrer Geburt: Da die Mehrheit der Büffel in Europa heute ausschließlich für die Milchproduktion verwendet wird und Büffelfleisch kaum konsumiert wird, sind männliche Kälber ein „überflüssiges Nebenprodukt“. Sie werden gleich vor Ort mit illegalen Methoden umgebracht – mit einem Hammer erschlagen, in einem Gülle-Tümpel ertränkt oder man lässt sie einfach vor den Augen ihrer Mütter verhungern.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Nein, nicht verzichten, sondern die Produktionsbedingungen verändern. Ein Weg wäre, die Bauern für ihre Produkte ordentlich bezahlen, damit sie davon leben können.

    Auf ausschließlich nichttierische Produkte ausweichen, ist nicht die Lösung.

    Letzte Woche habe ich in einem Vegan-Laden eingekauft. Sehr viele dort angebotene Produkte sind stark verarbeitet, mit sehr vielen Zusatzstoffen - keine gute Alternative, für mich indiskutabel
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Liebe Rosanna,



    im Artikel wird nie behauptet, dass alle Viehbetriebe ihr Tiere schlecht behandeln, aber das dies geschieht ist nicht von der Hand zu weisen. Schämen sollten sich die Betriebe, die die Tiere falsch halten. Wenn das bei Ihnen in Paestum nicht der Fall ist - Gratulation!

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Tut mir sehr leid was ich gerade gelesen habe:ich wohne in paestum wo viel mozzarella produziert wird,was dieser artikel sagt ist eine unverschaehmtheit:Ich informiere sie die bufala Mann wird geschlachtet und wird gegessen: Die buffel frauen werden liebevoll behandelt und sogar um mehr milch zuproduzieren hoeren sie sogar Beethofen :ich lade sie herzlich nach paestum ein um ds alles zu uberpruefen!schaemt euch ueber diesen artikel!!!!

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