Drums Alive: Trommeln und tänzeln

Ein Ball, zwei Sticks und viele Schritte: Beim Fitnesskurs Drums Alive machen die Beine Aerobic, während die Arme auf einen Gymnastikball eindreschen. Klingt komisch, begeistert aber Menschen weltweit. Wir haben es ausprobiert.

Fitnesskurs: Ausgetrommelt: Redakteurin Nicole (Mitte) nach ihrer ersten Stunde Drums Alive

Ausgetrommelt: Redakteurin Nicole (Mitte) nach ihrer ersten Stunde Drums Alive

Hopsen und hauen gleichzeitig - am Anfang holpert die Koordination von Beinen und Armen, als ich mit zwei Drumsticks in den Händen um den auf einem Eimer thronenden Gymnastikball tänzele. Es erinnert mich ein bisschen an die Übung, bei der man mit der einen Hand auf den Kopf klopft, während die andere auf dem Bauch kreist. Sieht auch leichter aus, als es ist.

Aber um Perfektion geht es bei Drums Alive ohnehin nicht. Auch meine Ballnachbarinnen stocken zum Teil in ihren Bewegungen. Aus den Boxen in der Schrankwand wummern treibende Bässe. Trainerin Silke Warncke vom VfL Lohbrügge wirft mit kräftiger Stimme die Schrittansagen dazwischen. Ihre Füße sind leider oft vom Gymnastikball verdeckt - und mangels Spiegelwand auch nicht von hinten zu sehen. Denn der Kurs findet in einem Raum der Volkshochschule, nicht im Fitnessstudio statt.

Vermutlich trommeln zeitgleich noch viele andere Menschen rund um den Globus auf ihren Gymnastikbällen, denn das Ganzkörper-Workout von Drums Alive eignet sich für Kinder genauso gut wie für Erwachsene oder Senioren. Es verbindet klassische Aerobic-Schritte mit einem pulsierenden Trommelrhythmus - und trainiert so Körper und Geist gleichermaßen. Durchblutung und Sensomotorik werden gefördert, Stress und Aggressionen abgebaut.

Not macht erfinderisch

Carrie Ekins heißt die Frau, die Drums Alive ins Leben gerufen hat - aus Frust. Denn die Fitness- und Wellnesstrainerin durfte nach einer Hüftoperation wochenlang keinen Sport machen. Um ihren Bewegungsdrang wenigstens etwas ausleben zu können, trommelte sie - auf einem Gymnastikball sitzend - mit Drumsticks auf Kartons herum. Aus den Boxen wurde ein zweiter, fixierter Ball; vom Sitzen wechselte Ekins in den Stand. Und schon hatte sie ein neues Fitnessprogramm entwickelt: Drums Alive.

Der Spaß am kreativen Ausdruck in der Gruppe steht dabei im Vordergrund. Darauf muss man sich allerdings auch einlassen wollen. Wer klassisches Kraft- und Konditionstraining - im Kurs, aber trotzdem jeder für sich - lieber mag, wird sich mit Drums Alive vermutlich nicht anfreunden. Den Teilnehmerinnen um mich herum scheint die Gruppendynamik jedoch zu gefallen: Trotz teils verknoteter Beine beenden sie den Kurs mit einem Lächeln im Gesicht.

Text: Nicole Wehr

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