Joggen wie ein Hobbit

Wer im Tiefschnee nicht auf sein Lauftraining verzichten möchte, kann sich im Schneeschuh-Running üben. BRIGITTE-Mitarbeiterin Daniela Stohn hat's ausprobiert.

Im Skiurlaub vermisse ich mein Lauftraining oft sehr. Aber im Schnee joggen? Ist meist rutschig und die Schuhe weichen schnell durch - von Trainingseffekt und Spaß keine Spur. Richtig neugierig war ich daher, als ich von dem neuen Trendsport Schneeschuh-Running hörte: Dabei schnallt man sich extra leichte und wendige Schneeschuhe unter die Joggingschuhe und läuft damit durch den Tiefschnee. Oh ja, dachte ich: Das will ich auch!

Kurz vor meiner Abreise in den Skiurlaub nach Nauders (Tirol) kommt der Atlas Run (um die 150 Euro), mein Running-Schneeschuh, bei mir an. Ziemlich groß und sperrig sieht er aus: etwa 50 Zentimeter lang und 20 Zentimeter breit, mit Alurahmen und Steigeisen in der Sohle. Als ich ihn drei Tage später in Nauders unter meinen Laufschuh schnalle, um den Mutzkopf hochzulaufen, komme ich mir vor wie ein Hobbit mit meinen riesigen Füßen. Etwas tapsig renne ich los, in den etwa 15 Zentimeter hohen Schnee hinein. Breitbeinig laufe ich, damit sich die Metallrahmen nicht berühren, die Schritte sind automatisch kürzer, die Arme arbeiten mehr und die Knie müssen etwas höher gezogen werden als sonst.

Schneeschuh-Running: Ausgepowert, aber glücklich: Daniela Stohn nach ihrer ersten Laufrunde auf Schneeschuhen.

Ausgepowert, aber glücklich: Daniela Stohn nach ihrer ersten Laufrunde auf Schneeschuhen.

Nach etwa 50 Metern im weichen Schnee geht es eine eisige Steigung hoch. Erstaunlicherweise rutsche ich kein bisschen, die Steigeisen bohren sich fest in das Eis. Wie eine Gemse klettere ich den Berg hoch. Mein Puls rast - im Schnee und in den Bergen zu laufen ist anstrengend! Und richtig schön: Leise knirscht der Schnee unter meinen Riesenfüßen, trotzdem komme ich mir nicht trampelig vor. Der Atlas Run sitzt fest unter meinen Sohlen, auch der eine oder andere Stein im Schnee macht dem Schneeschuh nichts aus. Als ich am Ende eine Straße überqueren muss, um zum Hotel zurückzukommen, ziehe ich die Schneeschuhe einfach aus und halte sie in der Hand - durch das geringe Gewicht ist das kein Problem. Nach 25 Minuten stehe ich ausgepowert unter der Dusche.

Mein Fazit: ein effektives und komprimiertes Training, denn der Schnee erhöht die Intensität enorm. Eine tolle Möglichkeit für Läufer, sich auch im Winter fit zu halten. "Schneeschuh-Running bei frischem Pulverschnee ist der Belastung bei doppelter Geschwindigkeit auf dem Laufband gleichzusetzen. Dabei ist die Bewegung sanft und beansprucht die Gelenke deutlich weniger als beim klassischen Laufen", bestätigt auch die Laufexpertin Ingalena Hauck.

Und noch etwas: Allzuwarme Kleidung sollte man beim Schneeschuh-Running vermeiden, denn man kommt ziemlich schnell ins Schwitzen: "Wer vor dem Start leicht friert, ist ideal angezogen", sagt Hauck. Mein Tipp: wärmende, aber atmungsaktive Laufkleidung wie die "Mythos 2.0 Windstopper Soft Shell Lady Tights" von Gore Running Wear (ca. 130 Euro) und die dazu passende Jacke (ca. 200 Euro) plus Mütze "Lady Beany" (ca. 56 Euro).

Text: Daniela Stohn

Wer hier schreibt:

Daniela Stohn
Weitere Themen

Kommentare

Kommentare

    Unsere Empfehlungen

    Mode&BeautyNewsletter
    Anzeige
    Jetzt verlieben: Registrieren Sie sich kostenlos beim Testsieger!
    Bild Montagsnl

    Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

    Melde dich jetzt kostenlos an!

    Diesen Inhalt per E-Mail versenden

    Joggen wie ein Hobbit

    Wer im Tiefschnee nicht auf sein Lauftraining verzichten möchte, kann sich im Schneeschuh-Running üben. BRIGITTE-Mitarbeiterin Daniela Stohn hat's ausprobiert.

    Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

    E-Mail wurde versendet
    Deine Mail konnte leider nicht versendet werden