Aids
Vaginalringe können vor HIV-Infektionen schützen

Wie zwei neue Studien zeigen, können Vaginalringe mit einem bestimmten Wirkstoff vor HIV-Infektionen schützen. Die Wissenschaftler stehen vor ein Durchbruch in der Aids-Forschung.

Foto: Image Point Fr/shutterstock

Die HIV-Forschung hatte in der vergangenen Woche gleich zwei interessante Fortschritte aufzuweisen: Zum einen kann der Vaginalring bedingt vor Neuinfektionen schützen, zum anderen hat ein Team der Uniklinik Dresden und des Heinrich-Pette-Instituts Hamburg einen vielversprechenden Gentherapie-Ansatz gegen Aids-Erreger getestet.

Vaginalring schützt vor Neuinfektionen

An den zwei langjährigen Studien nahmen rund 4600 Frauen aus vier afrikanischen Ländern teil. Im Verlauf der Untersuchungen nutzten die Teilnehmerinnen einen Vaginalring mit dem Wirkstoff Dapivirin, der alle vier Wochen gewechselt werden musste. In der sogenannten Ring-Studie (Uganda und Südafrika) infizierten sich 31 Prozent, in der Aspire-Studie (Malawi, Uganda, Zimbabwe, Südafrika) 27 Prozent weniger Frauen mit HIV als in der Vergleichsgruppe, die Placebos bekam.

Beide Studien zeigten unterschiedliche Ergebnisse in Bezug auf die Altersgruppen: Junge Frauen zwischen 18 und 21 Jahren infizierten sich demnach häufiger als ältere Frauen. Das liegt zum einen daran, dass jüngere Frauen dazu neigten, den Vaginalring nicht ordnungsgemäß zu verwenden, zum anderen soll der Genitaltrakt empfänglicher für den Virus sein. Diese Theorie müssen neuere Studien erst noch zeigen. Bei Frauen ab 25 Jahren war der HIV-Schutz um 67 Prozent höher.

Der Dapivirin-Ring ist bislang ein experimenteller Arzneistoff, den es noch nicht auf dem Markt gibt. Bevor das passiert, müsse die Forschung noch weitere Studien in die Wege leiten.

Fortschritt in puncto Heilmittel

Nicht nur in puncto HIV-Prävention, sondern auch auf der Suche nach einem Heilmittel hat sich einiges getan. Experten der Uniklinik in Dresden und des Heinrich-Pette-Instituts in Hamburg sollen erstmals in der Geschichte HI-Viren vollständig eliminiert haben – an Ratten. Wie das gehen kann? Mithilfe eines molekularen Skalpells konnten die Wissenschaftler das Erbgut des Virus aus der Wirtszelle herausschneiden.

Dieses Unterfangen könnte die Therapie in einigen Jahren bereichern. Bislang berge der Eingriff ins Erbgut allerdings die Risiken, dass das mittel- oder langfristig zu einer Krebserkrankung führen könne.

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