Autismus: Das etwas andere Glück

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Info: Autismus und Asperger-Syndrom

Unter Autismus stellt man sich spektakuläre Fälle vor: Menschen, die kaum mit anderen kommunizieren, aber Aufsehen erregende Sonderbegabungen haben. Autismus ist aber vor allem eine angeborene Störung der Informationsverarbeitung im Gehirn, die es den Betroffenen schwer macht, soziale Interaktion zu verstehen und daran teilzunehmen. Weniger bekannt als der frühkindliche Autismus, weniger auffällig und deshalb oft erst später erkannt wird das Asperger-Syndrom (oder die Autismus- Spektrum-Störung), ein Sammelbegriff für verschiedene Störungen. Die Angaben darüber, wie viele Kinder betroffen sind, schwanken, die Zahlen steigen, möglicherweise auch aufgrund einer besseren Diagnostik: Danach hat heute etwa eins von 200 Kindern eine autistische Störung, darunter mehr Jungen als Mädchen.

Die Früherkennung: Beim Asperger-Syndrom ist sie ab dem dritten Lebensjahr möglich, beim frühkindlichen Autismus schon früher. Eine frühe Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für eine angemessene Förderung der Kinder. In einer Spezialambulanz in Marburg werden Kinder aus dem ganzen Bundesgebiet mit ihren Eltern gemeinsam untersucht und beraten. Kontakt: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Spezialambulanz für Autismus-Spektrum-Störungen, Schützenstraße 49, 35039 Marburg, Telefon 064 21/586 64 69, kjp@med.uni-marburg.de

Die Förderung: Autismus ist nicht heilbar, doch durch gezielte Beratung und Therapie sind große Entwicklungs- und Lernfortschritte möglich. Eine in Deutschland noch junge Methode zur Förderung autistischer Kinder heißt ABA (Applied Behavior Analysis) und stammt aus den USA. Bei dem in Deutschland vertretenen Ansatz lernen die Eltern der betroffenen Kinder, wie sie durch ABA Verhaltensweisen unterstützen können, die Menschen mit Autismus und Asperger-Syndrom schwerfallen. So wird möglichst das gesamte Umfeld der Kinder (Familie, Kindergarten, Schule) für ihre besonderen Lernanforderungen geschult. Die Kosten für ABA-Workshops und intensive häusliche Beratung können einige tausend Euro pro Jahr ausmachen. Sie werden in vielen Fällen vom Jugend- oder Sozialamt übernommen, doch darum müssen Eltern oft erst kämpfen.

Mehr Infos zu ABA finden Sie im Internet unter www.aba-eltern.de und www.knospe-aba.com

Kontakt: Institut Knospe-ABA, Lange Reege 5, 31693 Hespe, Tel. 057 21/93 83 49, Mail: knospeaba@yahoo.com

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  • Artikel vom 11.01.2010
  • Text: Christina Müller
    Fotos: Andrea Diefenbach
    Fachliche Beratung: Dr. Inge Kamp-Becker
    BRIGITTE 01/2010
Letzte Kommentare
  • Ralph
    am 21.10.11 um 21:01
    Ich finde es super, wenn sich betroffene Eltern wohlfühlen und ein Programm für ihre Kinder gefunden haben. Der Alltag ist sicherlich anstrengend. Dennoch muss bei allem was hier steht auch an die Kinder gedacht werden. ABA ist ein Programm, welches für die verzweifelten Eltern da ist. Eine "Dressur" der eigenen Kinder ist sehr problematisch zu sehen. Wichtiger ist es die Kinder zu verstehen und ihr besonderes Verhalten nicht negativ zu sehen. Alle diese Verhaltensweisen haben einen Grund, der eruriert werden muss um ggf. ihnen liebevoll zu zeigen welche Alternativen es gibt Bedürfnisse und Emotionen zu äußern.
    EINE VERÄNDERUNG VON INNEN HERRAUS IST NACHHALTIG UND ECHT UND KANN AUCH AUF ALLE SITUATIONEN ÜBERTRAGEND WERDEN. BELOHNUNGEN MIT SÜSSIGKEITEN HINGEGEN SIND DRESSUR! WAS PASSIERT WENN DIE BELOHNUNG AUCH NOCH IM ERWACHSENENALTER EINGEFORDERT WIRD?????
  • Querdenkender
    am 11.05.11 um 07:20
    Ein typischer Artikel aus der Sicht von Angehörigen. Es ist gut das es solche Berichte gibt. Man darf dabei aber nie vergessen: Angehörige wissen wie es ist mit einem Autisten zu leben. Sie wissen aber niemals (es sei denn sie sind selbst autistisch) wie Autismus ansich ist.
    Ein wenig zeigt sich das auch in diesem Artikel. Es wird beschrieben wie das Leben in dieser Familie ist und welche Probleme es gibt. Woher die Probleme aber kommen bleibt außen vor. Um Autismus zu verstehen und auch Autisten optimal fördern zu können ist es aber unbedingt wichtig, dass man weiß WIESO Autsten in manchen Situationen so reagieren wie sie reagieren!
    Ich schreibe seit einigen Monaten regelmässig selbst über meinen Autismus und wie ich die Dinge sehe. Wer einen Einblick in den Autismus haben möchte und an der Sicht eines Autisten interessiert ist, ist herzlich eingeladen hier einmal vorbei zu schauen:

    http://de.wordpress.com/tag/reihe-autismus-quergedacht/

    Querdenkender

  • Schwarz
    am 18.01.11 um 20:00
    Quelle von Schwarz
    http://www.deol.de/articles/417/6/Autismus/Seite6.html
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