Autoimmunerkrankung: Wenn die Abwehr verrückt spielt

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Wird es bald neue, bessere Therapien geben?

Die Stammzelltherapie versucht, das Immunsystem nicht zu bändigen, sondern gleichsam dessen Reset-Taste zu drücken: Patienten werden dazu Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen, dann tötet man ihr Abwehrsystem ab und startet es mit den entnommenen Zellen neu. Diese Behandlung war schon häufiger erfolgreich, hat aber auch Patienten das Leben gekostet: Die Sterblichkeit liegt bei zwei bis fünf Prozent. "Das Verfahren ist so eingreifend, dass man es in einem frühen Krankheitsstadium gar nicht einsetzen kann", urteilt der Entzündungsspezialist Prof. Stefan Schreiber.

Erst diesen Sommer hat die Forschungsgruppe um den Würzburger Neurologen Prof. Heinz Wiendl einen neuen Ansatzpunkt für Behandlungen entdeckt: Erstmals wurde bewiesen, dass im Gehirn von Multiple-Sklerose-Patienten nicht nur zerstörerische Prozesse ablaufen. Bestimmte Zellen stemmen sich dem Entzündungswerk sozusagen tapfer entgegen. Und eine therapeutische Vision ist es nun, Krankheiten zukünftig nicht mehr durch eine Schwächung des Angriffs, sondern eine Stärkung der Verteidigung zu behandeln. "Bis dies Patienten zugute kommt, wird es aber wohl noch einige Jahre dauern", schätzt MS-Experte Wiendl.

Viele Patientinnen und Patienten suchen unterdessen eigene Wege, mit ihrer Autoimmunerkrankung zu leben. Nicht selten entdecken sie dabei, dass ihnen guttut, was ihnen die Mediziner lange verbieten wollten: Sport treiben. Kinder kriegen. Ihr Leben genießen. Und damit dem Feind in ihrem Körper ihren ganz persönlichen Kampf ansagen.

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  • Artikel vom 16.09.2009
  • Text: Dr. Antje Kunstmann
    Foto: Getty Images
    ein Artikel aus der BRIGITTE 21/09
Letzte Kommentare
  • Gelenkgesund
    am 02.07.11 um 01:25
    Irgendwie hat hier die Zeichenbegrenzung zugeschlagen, hier der Rest:
    In einer Hinsicht aber half mir der Gedanke, dass dies meines Körpers eigenes Zerstörungswerk sei: denn, wenn der Körper sich derart radikal, schnell und "effizient" selbst zerstören kann, wo doch gerade das Immunsystem der Inbegriff der Selbstheilungskraft des Körpers ist, warum soll er sich dann eigentlich nicht auch selbst heilen können, auch und gerade von der selbstzerstörerischen rheumatoiden Arthritis?
    Ich verfolgte diesen Ansatz, entwarf eigene Übungen, die meine Schmerzen fast sofort linderten, und sie alsbald zum Verschwinden brachten.
    Meine Beweglichkeit kehrte zurück, die Deformationen verschwanden, und ich setzte im Sommer 1996 alle Rheumamedikamente vollständig ab.
    Seit über zehn Jahren nun bin ich geheilt.
    Allen Leserinnen kann ich daher nur raten, unbefangen und kritisch mit der Diagnose Autoimmunerkrankung umzugehen.
  • Gelenkgesund
    am 02.07.11 um 01:19
    Einstein sagte: "Tausend Experimente können meine Theorie nicht beweisen, aber ein einziges genügt, um sie zu widerlegen."
    Als ich 1994 mit rheumatoider Arthritis diagnostiziert wurde, schien es keinen Ausweg zu geben, als lebenslange Medikation in tendenziell stetig steigender Dosierung. Ich hatte unerträgliche Schmerzen und konnte beinahe täglich zusehen, wie mein Körper steifer und unbeweglicher wurde und sich deformierte. All das sollte meines Körpers eigenes Werk sein?
    So in etwa lautet ja der Erklärungsansatz "Autoimmunerkrankung".
    Bis heute weiß niemand genau, wie die Zusammenhänge wirklich sind, aber eines weiß ich, ich hatte eine typische Rheumatoidarthritis und zwar mit äußerst aggressivem Verlauf.
    In einer Hinsicht aber half mir der Gedanke, dass dies meines Körpers eigenes Zerstörungswerk sei: denn, wenn der Körper sich derart radikal, schnell und "effizient" selbst zerstören kann, wo doch gerade das Immunsystem der Inbegriff der Selbstheilungskraft des
  • BRIGITTE.de-Team
    am 17.01.11 um 15:59
    Liebe Biggi,

    hier finden Sie mehr über Herrn Wiendl und seine Forschungsarbeiten:
    http://www.uni-wuerzburg.de/sonstiges/meldungen/single/artikel/immunzelle/

    Herzliche Grüße,
    Ihr BRIGITTE.de-Team

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