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Anke Lindszus und Hanna Dunse - sie konnten kaum noch laufen
Bei Anke Lindszus waren die Beschwerden so groß, dass sie manchmal kaum noch laufen konnte.
Anke Lindszus (40), Diplom-Kauffrau aus Buxtehude, litt aufgrund ihres Ballenzehs jahrelang unter Schmerzen an beiden Füßen. Bei ihr fing das Problem früh an: "Schon als Jugendliche hatten alle meine Schuhe Beulen", erzählt sie.
In den vergangenen zehn Jahren hatte sie immer wieder Schmerzen in den Füßen, manchmal nach längerem Gehen, manchmal auch einfach so. Erst war nur die Beule im Zehengelenk zu sehen, im Laufe der Zeit schob sich der große Zeh dann auch noch über den danebenliegenden Zeh. Die Beschwerden verschlimmerten sich. "Ich konnte manchmal kaum noch laufen", sagt Anke Lindszus. Auch mit dem Aussehen ihrer Füße war sie nicht zufrieden, offene Schuhe konnte sie gar nicht mehr tragen. Schließlich entschloss sie sich zur Operation.
Anke Lindszus informierte sich im Internet. Ihr war es wichtig, einen Spezialisten zu finden. Fuß-Operationen haben bis heute einen schlechten Ruf und auch ihre eigene Mutter hatte schlechte Erfahrungen gemacht, als sie sich vor fünf Jahren am Ballenzeh operieren ließ. "Die Fehlstellung wurde bei meiner Mutter nicht behoben", erzählt sie.
Der Facharzt für Orthopädie und Gelenkspezialist Dr. Ernst-Helmut Schwer (Klinik Fleetinsel Hamburg) kennt diese Vorbehalte. Und auch die Gründe dafür: "Bis vor etwa zehn Jahren hat die Fußchirurgie in Deutschland eine Nebenrolle gespielt", sagt er. Gelenkversteifungen und Teilentfernungen seien die einzig üblichen Operationsmethoden gewesen. Das Problem: Außer den Knochen wurden dabei auch die Sehnen und Muskeln durchtrennt - der gesamte Beugeapparat am großen Zeh wurde dadurch zerstört, mit entsprechenden Folgeschäden wie Arthrosebildung und Überlastung der Nachbarzehen.
Heute operieren erfahrene Fuß-Chirurgen soweit wie möglich gelenkerhaltend. Der Knochen wird durchtrennt und in der richtigen Position neu zusammengefügt, die Funktion der Gelenke wieder hergestellt. Kapseln, Sehnen und Muskeln werden wieder in ein anatomisches Gleichgewicht gebracht - wie bei Anke Linszus, die vor gut einer Woche die Operation am zweiten Fuß hinter sich gebracht hat. "Ich kann allmählich wieder auftreten, es geht mir gut", sagt sie. Sie freut sich schon aufs nächste Frühjahr: "Dann kaufe ich mir neue Schuhe". Beim ersten Fuß lief sie nach der Operation zwei Wochen lang mit Spezialschuh und Gehstützen herum. Die anfänglichen Schmerzen ließen schnell nach, nach zwei Wochen konnte sie die Gehstützen zur Seite legen und bereits wieder im Sitzen arbeiten.
Bis zu zehn Stunden am Tag tanzte Hanna Dunse - die Füße machten das irgendwann nicht mehr mit.
Etwas länger außer Gefecht gesetzt ist Tanzlehrerin Hanna Dunse (51). Sie ließ sich Anfang August operieren und darf erst nach acht bis zwölf Wochen wieder unterrichten. "Normalerweise sind die Patienten nach der Operation drei bis sechs Wochen krank geschrieben", erklärt Dr. Schwer. Bei hohen Belastungen aber eben auch mal länger. Das Rumsitzen fällt Tanzlehrerin Hanna Dunse schwer, aber sie weiß, wofür sie es tut: "Ich wollte die Operation unbedingt", sagt sie.
Lange hatte sie die Schmerzen ignoriert und sich mit Salben und Schmerzmitteln geholfen. Bis es gar nicht mehr ging: "Seit zwei, drei Jahren hatte ich in Intervallen immer wieder Entzündungen im Fuß. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten." Dabei blieb ihr als Tanzlehrerin nichts anderes übrig, als ihre Füße weiterhin stundenlang in Schuhe mit hohen Absätzen zu zwängen und damit die Belastung auf den Vorderfuß noch zu erhöhen. "Ich konnte ja nicht mit Schläppchen in den Kurs kommen", sagt sie.
Den Rest gab ihr dann die Fachlehrer-Ausbildung im Stepptanz: "Wir haben bis zu zehn Stunden am Tag getanzt, schon nach drei, vier Stunden fing mein Fuß an zu schmerzen". Ihr Hausarzt riet ihr zur Operation und verwies sie an einen Spezialisten. Inzwischen darf sie wieder Auto fahren - und in ein paar Wochen auch wieder durch den Tanzsaal fegen.













