Rücken
Bandscheibenvorfall - was tun?

Selbst aktive Freizeit-Sportlerinnen bewegen sich oft zu wenig - oder falsch. Was tun, wenn es im schlimmsten Fall zu einem Bandscheibenvorfall kommt? Und wie kann man vorbeugen?

Kathrin hatte einen, Bianka auch, und vorige Woche hat es auch Mia erwischt. In letzter Zeit könnte man fast meinen, der Bandscheibenvorfall sei eine ansteckende Krankheit.
Kein Wunder: Ein Dutzend Kilometer am Tag oder mehr. Für dieses Laufpensum ist unser Körper eigentlich gebaut. Der Durchschnittsmensch legt hierzulande aber nur wenige Hundert Meter täglich zu Fuß zurück. Selbst Vieljoggerinnen und Sportlerinnen bleiben meist hinter diesem natürlichen Aktivitäts- Soll zurück. Unser Körper befindet sich also fast immer in einem Bewegungsdefizit. Besonders für den Rücken hat dies Folgen: Denn unser Bandscheibengewebe ist nicht durchblutet; erst durch den Wechsel von Be- und Entlastung gelangen Wasser und Nährstoffe hinein und Endprodukte des Stoffwechsels hinaus. Wie bei einem Schwamm, der sich vollsaugt und dann wieder ausgepresst wird.

Sich zwei bis drei Mal die Woche im Fitness-Studio auszupowern gibt uns zwar das gute Gefühl von Aktivität, reicht unserem Rücken aber noch lange nicht als Ausgleich für die alltägliche Rumhockerei. Kommt noch eine erblich bedingte Neigung zum stärkeren Verschleiß der Bandscheibe hinzu, scheint ihr Schaden selbst bei sportlichen Frauen vorprogrammiert. Der Anteil genetischer Faktoren wird hier übrigens auf etwa 40 Prozent geschätzt.

Am anfälligsten ist unser unterer Rückenbereich: Zwei Drittel der Betroffenen schmerzt es dort, Beschwerden im Nacken sind deutlich seltener. Auch über 90 Prozent der Bandscheibenvorfälle treten in der Lendenwirbelsäule auf - das sind die fünf Knochen oberhalb unseres Beckens. Genau dort ist im Sitzen auch der Druck der Wirbel auf die Gewebekissen am stärksten und weitaus größer als im Stehen, nämlich 180 Kilogramm im Vergleich zu 100 Kilogramm.

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  • Ein Artikel aus BRIGITTE Balance 01/12
    Text: Antje Kunstmann
    Fotos: Jan Rickers
    Styling und Produktion: Sarah Harms
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