Ernährungs-Wissen

Warum ist zu viel Bauchfett ein Problem?

Habe ich zu viel Bauchfett? Und wenn ja, was bedeutet das? Die Antworten gibt Professor Christoph Bamberger im Interview.

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Bauch-Übungen für Zuhause

Die perfekten Bauch-Übungen für Zuhause: Hochintensives Training (HIT) ist kurz, knackig und effektiv. Es verbrennt mehr Fett als übliches Krafttraining. Das Geheimnis: Man baut Muskelmasse auf - durch hohe Kraftreize und langsam ausgeführte Bewegungen. Dadurch wird der Bauch schön straff, der Grundumsatz steigt.

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BRIGITTE: Wie viel Körperfett ist für Frauen eigentlich normal?

Prof. Bamberger: Ganz grob sollte der Körperfettanteil zwischen 20 und 30 Prozent liegen. Er wird altersabhängig gestaffelt: also je jünger, desto mehr Richtung 20 Prozent, je älter, desto mehr Richtung 30 Prozent. Bei Männern liegt er zwischen 10 und 20 Prozent.

BRIGITTE: Und wie viel Bauchfett dürfen Frauen haben?

Prof. Bamberger: Das ist vergleichbar mit dem Gesamtkörperfett: Wie viel Körperfett ist für Frauen eigentlich normal?

BRIGITTE: Warum ist denn vor allem das Bauchfett gesundheitlich so bedenklich?

Prof. Bamberger: Die Fettzellen im Bauchraum produzieren besonders viele schädliche Hormone. Diese Hormone beeinflussen den gesamten Stoffwechsel. Sie treiben die Blutfettwerte, den Blutzucker, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel nach oben - entscheidende Risikofaktoren für Herzgefäßerkrankungen. Und klar: Je mehr Bauchfett, desto mehr Hormone werden ausgeschüttet.

BRIGITTE: Woran erkenne ich, dass ich zu viel Bauchfett habe?

Prof. Bamberger: Das verrät der Taillenumfang. Aktuelle Studien belegen, dass Frauen idealerweise einen Taillenumfang unter 80 cm haben sollten, Männern unter 94 cm.

BRIGITTE: Unabhängig davon, wie groß die Frau ist?

Prof. Bamberger: Ja – erstaunlicherweise fällt das nicht so ins Gewicht.

BRIGITTE: Was verursacht eigentlich zu viel Bauchfett?

Prof. Bamberger: Ganz einfach: Zu viel Essen, zu wenig Bewegung und Stress spielen eine wichtige Rolle. Wir sind evolutionsbedingt so konstruiert, dass wir Bewegung brauchen, um Stress, genauer Stresshormone, abzubauen. Unsere Vorfahren taten das z. B. auf der Flucht oder durch Kampf. Aber heute läuft eine Stressreaktion ab, ohne dass wir uns bewegen. Der Körper erhöht z. B. bei Ärger mit dem Chef den Blutdruck und schüttet Stresshormone aus, aber wir bleiben sitzen und laufen nicht davon. Und das erhöhte Cortisol, unser wichtigstes Stresshormon, bleibt vermehrt im Körper. Es hat leider die Eigenschaft, Fett in Bauchfett einzulagern. Das wissen wir von Cortisonpatienten. Dauerstress ohne Bewegung ist wie eine Eigentherapie mit Cortison, das bedeutet Einschmelzen von Muskeln, Erhöhung des Blutdrucks, des Blutzuckers, des Bauchfetts.

BRIGITTE: Muss ich unbedingt abnehmen, wenn ich wirklich mehr als 80 cm Taillenumfang habe?

Prof. Bamberger: Nein, Sie haben dann einfach eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, am metabolischen Syndrom zu erkranken. Wenn aber Blutzucker, die Blutfette und sonstige Werte okay sind, ist man nicht krank.

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  • Ein Artikel aus BRIGITTE
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