Frauengesundheit
Was tun bei Blasenentzündung?

Ständig aufs Klo, Brennen, Jucken - unangenehm! Und doch erwischt eine Blasenentzündung viele Frauen. Was hilft gegen das häufige Frauenleiden?

Blasenentzündung - was ist das eigentlich?

Blasenentzündung - die Ärzte sprechen auch von Zystitis - ist eine Infektion der unteren Harnwege (Harnröhre oder Harnblase). Sie wird durch Bakterien ausgelöst; die Erreger stammen meist aus dem Darm und gelangen durch die Harnröhre in die Blase.

Eine Blasenentzündung lässt sich gut behandeln und ist in der Regel zwar lästig, aber harmlos. Wird sie jedoch verschleppt und steigt in die Nieren auf, kann sich die Entzündung auf andere Organe ausweiten. Im Extremfall droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung.

Wer bekommt eine Blasenentzündung?

Blasenentzündung ist ein typisches Frauenproblem - zwei von drei Frauen bekommen sie mindestens einmal im Leben. Der Grund: Bei Frauen ist die Harnröhre kürzer als bei Männern, die Erreger sind schnell am Ziel. Besonders oft betroffen sind schwangere Frauen. Da sich bei ihnen die Blasenentzündung leicht zu einer Nierenbeckenentzündung ausweiten und eine Fehlgeburt auslösen kann, werden sie stets mit Antibiotika behandelt.

Ist das Immunsystem geschwächt, etwa durch Stress oder Medikamente, kann dies eine Blasenentzündung begünstigen. Häufiger Sex reizt die Schleimhäute, so dass die Bakterien leichtes Spiel haben - man spricht auch von einer "Honeymoon-Cystitis".

Übertriebene Intimhygiene schwächt die natürliche Abwehr der Harnwege gegen die Bakterien. Auch spermizide Cremes stehen unter Verdacht, die Scheidenflora zu schwächen. Frauen in und nach den Wechseljahren neigen wegen der hormonellen Veränderungen ebenfalls zur Blasenentzündung.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Typisch für eine Blasenentzündung: Man muss dauernd aufs Klo, aber dann kommen nur ein paar Tropfen, und dabei brennt es auch noch höllisch. Auch Blut im Urin und eitriger Ausfluss können Alarmsignale sein.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Der Arzt schaut zunächst nach, ob die Mündung der Harnröhre gerötet ist und ob es Ausfluss gibt. Bei der Laboruntersuchung des Mittelstrahlurins auf Bakterien lässt sich jede zweite Infektion entdecken. Teststreifen für Urin zeigen bei einer Blasenentzündung erhöhte Werte für weiße Blutkörperchen und Nitrit.

Wie kann ich eine Blasenentzündung behandeln?

Eine leichte Blasenentzündung bekommt man mit Hausmitteln in den Griff. Sind die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen immer noch nicht vorbei, sollte man zum Arzt gehen, ebenso bei Fieber oder verfärbtem Urin. Außerdem sollte man die Ursachen für die wiederkehrende Blasenentzündung beim Arzt abklären lassen, wenn es einen öfter als dreimal im Jahr erwischt.

Meist bekommt der Arzt die Entzündung mit Antibiotika in den Griff. Wenn die Blasenentzündung immer wieder kehrt oder gar nicht mehr verschwindet, setzen Ärzte auf eine Langzeit-Therapie mit Antibiotika. Die Betroffenen müssen dann vier bis sechs Wochen lang Medikamente nehmen.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Beim ersten Ziehen in der Blase sollte man sich warm einpacken und eine Wärmflasche oder eine heiße Heublumenpackung (Apotheke) auf den Bauch legen.

Das wichtigste und einfachste Mittel gegen Blasenentzündungen: Viel trinken! Zusätzlich zu den gewohnten Mengen etwa drei Liter Kräutertee oder Mineralwasser am Tag. Die Erreger werden auf diese Weise aus dem Körper geschwemmt. Auch Cranberry- oder Preiselbeersaft hilft - er enthält keimtötende Substanzen (wer den Saft nicht mag: Beides gibt es auch als Kapseln).

Noch stärker ist der Effekt, wenn man außerdem drei bis sechs Tassen eines speziellen Arzneitees trinkt. Mehrere Heilpflanzen können helfen:

Bärentraubenblätter wirken desinfizierend und verlangsamen die Vermehrung von Bakterien im Urin. Zwei Teelöffel Blätter mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen, ziehen lassen und nach zwei bis drei Stunden durch ein Sieb abgießen. Vor dem Trinken kurz erhitzen und eine Messerspitze Natron (aus der Apotheke) dazutun.

Goldrute regt die Tätigkeit der Nieren an, wirkt krampflösend auf den Blasenschließmuskel und lindert dadurch auch die typischen Schmerzen beim Wasserlassen. Zwei Teelöffel zerkleinerte Pflanzenteile mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen, nach zehn Minuten durch ein Sieb abgießen.

Katzenbart (Orthosiphon) wirkt ähnlich wie die Goldrute. Drei Teelöffel zerkleinerte Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergießen, nach 15 Minuten abgießen.

Um den Geschmack der Arzneitees zu verbessern, kann man Süßholz, Pfefferminze, Melisse oder Fenchel dazu tun. Bei Wassereinlagerungen im Gewebe, die durch eingeschränkte Herz- oder Nierentätigkeit verursacht werden, dürfen Trinkkuren und Tees nur in Absprache mit dem Arzt angewendet werden!

Wie sinnvoll ist die Impfung gegen Blasenentzündung?

Eine Impfung soll immun machen gegen die Erreger von Blasenentzündungen. Dabei wird der Körper immer wieder abgetöteten Krankheitserregern ausgesetzt - so soll das Immunsystem fit werden für die Abwehr der Keime. Dass die Impfung tatsächlich vor Blasenentzündung schützt, ist wissenschaftlich jedoch nicht ausreichend belegt. Einige Patienten erwischt es danach nicht mehr, andere werden trotzdem wieder krank.

Geimpft werden kann per Tablette und per Spritze. Die Tabletten (Uro-Vaxom) muss man drei Monate lang morgens auf nüchternen Magen nehmen. Nach drei Monaten Pause folgt eine weitere Behandlung, meist für einen Monat. Uro-Vaxom schützt jedoch nur vor Blasenentzündungen, die durch Koli-Bakterien ausgelöst werden. Die Kosten für die Behandlung übernehmen die Krankenkassen.

Anders bei der Spritze (Strovac): Hier müssen die Patienten selbst zahlen. Drei Wochen lang gibt es eine Spritze pro Woche, nach einem Jahr ist eine Auffrischung fällig.

Wie kann ich mich schützen?

Nicht auf kaltem Untergrund sitzen, Unterhemden tragen, im Winter auch mal die Wollhosen und dicken Socken rausholen - das ist tatsächlich der beste Schutz vor Blasenentzündungen: Kälte schwächt die Abwehr und macht es den Bakterien leicht.

Kondome schützen vor Bakterien, die beim Sex in die Scheide gelangen. Ansonsten empfiehlt es sich, nach dem Sex auf Toilette zu gehen. Es gibt wissenschaftliche Belege dafür, dass Cranberry-Saft oder Cranberry-Tabletten Blasenentzündung vorbeugen können, vor allem bei Frauen, die den Infekt häufig bekommen.

Außerdem sollte man genug trinken, nicht einhalten, wenn man mal aufs Klo muss und auf der Toilette den Po immer von der Scheide zum After abwischen - so haben Keime keine Chance, in die Harnröhre zu gelangen.

  • Text: Angelika Unger
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