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Frauengesundheit
Was hilft bei Blasenschwäche?

Eine Blasenschwäche ist für die meisten ein Tabuthema - daher ahnen viele betroffene Frauen gar nicht, wie moderne Medizin und sanfte Methoden ihnen helfen können.

Foto: Kim/Corbis

Blasenschwäche - was ist das eigentlich?

Frauen, die unter Blasenschwäche leiden, können nicht mehr kontrollieren, wann sie mal müssen. Es gibt verschiedene Arten der Krankheit, am häufigsten leiden Frauen unter so genannter Belastungsinkontinenz. Bei leichter Belastungsinkontinenz führen etwa Husten oder Lachen zu unkontrolliertem Urinverlust, in schwereren Fällen schon Laufen, Treppensteigen und schließlich Liegen.

Blasenschwäche ist nicht gefährlich, für die Betroffenen aber sehr unangenehm. 40 Prozent der betroffenen Frauen verheimlichen, dass sie an Blasenschwäche leiden, und tun sie als hygienisches Problem ab, weil es ihnen peinlich ist, darüber zu sprechen. Blasenschwäche gehört damit zu den medizinischen Leiden, die am seltensten behandelt werden.

Wer bekommt Blasenschwäche?

Inkontinenz gilt zwar als Alterskrankheit - tatsächlich sind aber laut Deutscher Kontinenz Gesellschaft fünf von hundert Frauen unter 65 Jahren davon betroffen. Vor allem junge Mütter sind anfällig für Blasenschwäche: Ihr Beckenboden ist durch Schwangerschaft und Geburt geschwächt und wird durch das Tragen des Babys zusätzlich belastet.

Bei älteren Frauen kann eine Blasenschwäche entstehen, weil sich der Hormonhaushalt verändert. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind Übergewichtige und Frauen mit schwachem Bindegewebe. Auch schwere körperliche Arbeit und chronische Bronchitis strapazieren den Beckenboden und können Blasenschwäche begünstigen, ebenso wie eine Gebärmutter- oder eine Scheidensenkung.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Blasenschwäche beginnt meist harmlos: Anfangs verliert eine Frau nur einen einzigen Tropfen Urin, nach einem Jahr sind es plötzlich zwei - und irgendwann so viel, dass sie anfängt, ihren gesamten Alltag darauf auszurichten. Häufig kommt es außerdem zu Verspannungen im Rücken-, Nacken- und Wirbelsäulenbereich. Auch Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen können auftreten - selbst Hämorrhoiden werden durch Probleme mit dem Beckenboden ausgelöst.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Wer betroffen ist, merkt das selbst - die größere Schwierigkeit besteht darin, den richtigen Arzt zu finden. Viele Frauen trauen sich nicht, über ihr Problem zu sprechen. Und viele Ärzte kennen sich mit Blasenschwäche nicht genug aus, um kompetenten Rat geben zu können.

Gynäkologen, die eine "urogynäkologische" Ausbildung haben, kennen sich in diesem Thema besonders gut aus - aber auch Urologen und Proktologen können weiterhelfen. In vielen Großstädten gibt es zudem Beckenbodenzentren. Und mittlerweile spezialisieren sich auch immer mehr Physiotherapeuten auf den Beckenboden.

Um die Ursachen der Inkontinenz abzuklären, hat der Arzt verschiedene Möglichkeiten, etwa ein so genanntes Miktions-Tagebuch, in dem die Patientin aufschreibt, wie viel sie trinkt, wann sie mal muss und wie oft sie zur Toilette geht. Das Spektrum bei der Diagnose reicht von Abtasten der Beckenbodenmuskeln über Urinuntersuchung und Ultraschall bis hin zur Blasenspiegelung.

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  • Text: Angelika Unger
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