Diagnose Brustkrebs: Das ist jetzt wichtig
Lassen Sie sich ausführlich über die Behandlung informieren
Hören Sie sich vor Beginn der Therapie genau an, was Ihr Arzt aufgrund des vorliegenden Befundes vorschlägt. Äußern Sie deutlich Ihre eigenen Ängste und Wünsche, zum Beispiel, wenn Sie Ihre Brust gern erhalten möchten. Haben Sie aber auch Verständnis, wenn der Arzt Ihnen erklärt, dass vielleicht aus medizinischer Sicht nicht jede Vorgehensweise sinnvoll ist. Wichtig ist jedoch, dass Sie Vertrauen zu Ihrem behandelnden Arzt und seinem Team haben und sich in guten Händen fühlen.
Holen Sie eine zweite Meinung ein
Sollten Sie Zweifel an der vorgeschlagenen Behandlung haben, fragen Sie vor der Operation einen zweiten Arzt. Die Kasse zahlt dies. Sie können sogar in großen Brustzentren telefonisch oder per E-Mail eine zweite Meinung einholen, nachdem Sie den Befund dorthin geschickt haben. Anschließend können Sie jederzeit zu Ihrem ersten Arzt zurückgehen.
Lassen Sie einen Test machen, ob eine Chemotherapie sinnvoll ist
Die Entscheidung darüber, ob bei kleinen und mittelgroßen Tumoren ohne Befall der Lymphknoten im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie durchgeführt werden soll oder nicht, muss heute nicht mehr aus dem Bauch heraus getroffen werden (bei großen Tumoren und befallen Lymphknoten muss in der Regel eine Chemotherapie erfolgen).
Mit dem so genannten uPA/PAI-1 Test (Femtelle) ist es möglich, vorab festzustellen, wie hoch das Risiko ist, dass der Tumor Metastasen bildet und streut, ob also eine Chemotherapie notwendig ist oder nicht. Dieser Test funktioniert jedoch nur mit frischem oder gefrorenem Tumorgewebe (nicht mit z.B. mit Formalin fixiertem Gewebe!). Es muss also direkt nach der Operation vom Pathologen Gewebe dafür eingefroren werden.
Die Kosten in Höhe von etwa 200 Euro sind keine Regelleistung - man kann jedoch bei der Kasse wegen der Übernahme anfragen. Fragen Sie Ihren Arzt danach. Bietet er diesen Test, der für Tumoren ohne befallene Lymphknoten in den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie, AGO, und der amerikanischen Onkologen (ASCO) empfohlen ist, nicht an, so kann dies ein Grund sein, die Klinik zu wechseln.
Möglich ist auch der so genannte "MammaPrint-Test". Er misst die Aktivität von 70 verschiedenen Genen und ermöglicht anhand dieser Daten eine Prognose über das Rückfallrisiko. Auch dieser Test ist keine Regelleistung der Kassen - da zu diesem Thema derzeit noch Studien laufen, wird er auch von der AGO noch nicht empfohlen.
Lassen Sie den Tumor komplett entfernen
In den meisten Fällen ist heute eine Brust erhaltende Operation möglich. Mit einer anschließenden Nachbestrahlung sind die Heilungschancen genauso gut wie nach Entfernung der Brust. Bestehen Sie aber nicht darauf, dass Brust erhaltend operiert wird. Es dürfen auf keinen Fall Tumorreste in der Brust zurückbleiben.
Der Verlust einer Brust muss nicht endgültig sein. Sprechen Sie auch darüber mit Ihrem Arzt. Ein Wiederaufbau der Brust ist sofort oder ein bis zwei Jahre nach der Operation möglich.
> Zertifizierte Brustzentren unter www.krebshilfe.de
> Infos zum uPA/PAI-1 Test unter www.femtelle.de
> Infos zum Brustaufbau unter www.krebsinformationsdienst.de













