Brustkrebs-Früherkennung: "Regelmäßig selbst abtasten"

Was können Frauen für die Früherkennung von Brustkrebs tun? Ein Gespräch mit der Vorsitzenden der Brustkrebs-Selbsthilfeorganisation Komen, Irene Menzel - über Selbstabtastung, Frauenärzte und Mammografie.

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BRIGITTE.de: Frau Menzel, was können Frauen selbst tun, damit Brustkrebs früh erkannt wird?

Irene Menzel: Alle Frauen sollten ihre Brust regelmäßig selbst abtasten. Betrachten Sie vor dem Spiegel, ob die Brust rot ist, ob sich die Haut wölbt oder einzieht, ob Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt und ob es ekzemartige Veränderungen gibt. Tasten Sie dann die Brust ganz bewusst und nicht allzu zart von der Brustwarze nach außen hin ab. Besonders gut geht das, wenn die Haut etwas rutschig ist, unter der Dusche oder mit Bodylotion.

BRIGITTE.de: Wie oft sollte man das tun?

Irene Menzel: Jeden Monat - wir empfehlen dafür den siebten Tag nach Einsetzen der Menstruation. Wenn eine Frau keine Regel mehr hat, sollte sie sich einen bestimmten Tag im Monat dafür aussuchen und den immer beibehalten. Und Sie sollten sich mindestens eine Viertelstunde Zeit für die Untersuchung nehmen.

BRIGITTE.de: Und wenn ich einen Knoten ertaste - was dann?

Irene Menzel: Geraten Sie nicht gleich in Panik, wenn Sie eine Veränderung an Ihrer Brust feststellen - vor allem junge Frauen haben oft eine recht knotige Brust. Aber gehen Sie zum Arzt und lassen Sie die Sache abklären. Er kann beispielsweise mit Hilfe von Ultraschall feststellen, ob es sich dabei um eine wassergefüllte Zyste handelt oder um einen Knoten. Jedes halbe Jahr sollten Sie ohnehin zur Untersuchung zum Frauenarzt gehen.

BRIGITTE.de: Warum ist denn die Selbstuntersuchung überhaupt wichtig, wenn ich regelmäßig zum Frauenarzt gehe?

Irene Menzel: Zwischen den Kontrollen beim Frauenarzt liegt ein halbes Jahr - in dieser Zeit hat ein Knoten schon viel Zeit zu wachsen. Außerdem lehrt uns die monatliche Selbstuntersuchung Achtsamkeit mit unserem Körper. Wenn Sie das regelmäßig machen, lernen Sie Ihre Brust kennen wie eine Landkarte. Sie wissen dann zum Beispiel: Dieser Knoten hier war schon immer da und ist nicht bösartig. Viele Frauen um die 30 wissen etwa gar nicht, dass sich ihre Brust während des Monatszyklus verändert, dass sie härter wird und weicher - und das in unserer heutigen Zeit, in der über jedes Tabu gesprochen wird!

BRIGITTE.de: Ab welchem Alter ist eine Mammografie ratsam?

Irene Menzel: Mit Anfang 40 empfehlen wir Frauen, zur Abklärung einmal eine Mammografie machen zu lassen, vor allem wenn in der Familie schon Brustkrebs vorgekommen ist. Und dann gibt es ja das kostenlose qualitätsgesicherte Mammografie-Screening: ein Früherkennungsprogramm, zu dem bundesweit alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren eingeladen werden. Da sollten die Frauen auch wirklich hingehen!

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  • Interview: Angelika Unger
    Foto: mauritius images
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