Brustkrebs: "Ich habe diese Operation gewollt"
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Meine Großmutter ließ nach ihrem Tod vier Kinder zurück: zwei Töchter und zwei Söhne im Alter zwischen sieben und dreizehn Jahren. Der Jüngste stammte aus der zweiten Ehe. Hedwig Hoffmann-Andersen war Filmproduzentin gewesen. "Grün ist die Heide" hatte sie gemacht. In zweiter Ehe verheiratet, wohnte sie mit ihrer Familie in einer Villa in Berlin-Dahlem. Ehrenbergstraße. Dort fuhren wir jahrzehntelang vorbei, wenn wir ihr Grab auf dem Dahlemer Waldfriedhof besuchten. Im Herbst reiste meine Mutter immer von Westdeutschland zu ihrer Mutter, schnitt Büsche, harkte, und ich freute mich, meinen jeweils neuen Wintermantel zum ersten Mal tragen zu dürfen.
Als meine Großmutter Anfang der fünfziger Jahre erkrankte, wusste man kaum etwas von Krebs. Als es schon schlimm um die wohlhabende Frau stand, schickte man das Kindermädchen mit den Söhnen und Töchtern zum Spaziergang. Damit die Kinder die Schreie der Mutter nicht hören konnten. Zum Beispiel, als man ihr alle Zähne zog - im Glauben, das könnte der Sterbenden noch helfen.
Charlotte Hansen bekam eine feudale Beerdigung samt Fünfer-Grabstelle. Ein Grabstein, aus einer Marmorsäule gemeißelt, schmückt ihre letzte Ruhestätte. Zur Schau gestellter Reichtum, als vom deutschen Wirtschaftswunder erst wenig zu spüren war. Die Kinder - nun Halbwaisen - wurden getrennt. Der jüngste kam zu den Schwestern seines Vaters. Die übrigen in ein teures Kinderheim am Tegernsee.
Viele Jahre waren die drei Großen vom kleinen Bruder getrennt, erst als dieser ein Teenager war, konnten sie wieder Kontakt knüpfen. Als dieser später heiratete, brach meine Mutter bei der Hochzeitsrede in Tränen aus - zu sehr schmerzte sie die Erinnerung an das Schicksal des Bruders und wohl auch an ihr eigenes.
„Richten Sie mir den Arzt wieder auf. Der ist ja ein gebrochener Mann.“
Schicksal - da ist es wieder, dieses Wort. Brustkrebsfamilie. "Ich stamme auch aus einer solchen", sagte der Pfleger in der zweiten Nacht nach jener komplizierten achtstündigen Operation im April 2008, die meine rechte Brust ihre Existenz kostete.
Leider auch einen großen Teil meines Pos. Der wollte nicht anwachsen an der entkernten Brust, die Blutbahnen fanden nicht zueinander. Thrombosen. Eine weitere sechsstündige Operation einen Tag später konnte daran nichts ändern. Übrig ist eine 30 Zentimeter lange Narbe am Gesäß. Für die Katz. Schade.
Ich war die erste BRCA1-Patientin in dem Krankenhaus. Die Ärzte interessierten sich sehr für meinen Fall, eröffnete er doch ein weiteres Patientinnenfeld. Zuvor hatten sich dort nur Brustkrebspatientinnen einer Rekonstruktion unterzogen. Eine gesunde Brust hatten die plastischen Chirurgen mit dieser Technik noch nie operiert. Und ausgerechnet bei mir scheiterte die OP. Jetzt musste ich die Mediziner trösten: "Richten Sie mir den Arzt wieder auf. Der ist ja ein gebrochener Mann", sagte ein Gynäkologe zu mir während meines 15-tägigen Krankenhaus-Aufenthaltes.












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am um
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Sina
am 07.03.13 um 16:39
Ich fand den Bericht sehr spannend.
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anonym
am 13.02.13 um 10:56
@ Gina
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Gina
am 15.12.09 um 00:15
so ein Schwachsinn und was für eine abstruse Form von Paranoia! Mittlerweile lassen sich viele Frauen die Brüste, Eierstöcke und Gebärmutter prophylaktisch entfernen - und berauben sich damit aller natürlichen Möglichkeiten und besonders um ihre Lebensqualität!
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laurelindorinan
am 02.12.09 um 20:28
elanor
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tom57
am 01.12.09 um 20:25
Weil ich gerade einen Newsletter lese:
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noemie
am 26.11.09 um 21:24
Ein interessanter, mutiger Artikel, ohne Gefühlsduselei, ein Tatsachenbericht. Die persönlichen Gefühle der Autorin, ihre Ängste, ihre enorme Belastung, kann man dahinter erahnen. Man müsste schon sehr abgebrüht sein, um anzunehmen, man könnte so eine tiefgreifende Entscheidung und die OPs einfach so wegstecken. Für mich als (bisher) nicht Betroffene auf jeden Fall lesenswert!
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Daniela
am 24.11.09 um 16:33
Auch ich bin BRCA1 positiv und habe mich dieser Operation unterzogen.Im Artikel wird leider vermittelt,dass man das ganz leicht wegsteckt,eine solche OP über sich ergehen zu lassen.Die psychische Belastung ist viel größer als selbst ein "starker"Mensch erwartet!Es ist eine große Herausvorderung diesen Schritt zu machen,das sollte jedem klar sein
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Maggie
am 23.11.09 um 15:46
ich schliesse mich dem vorherhigen Kommentar an und moechte zudem bitten, dass die Anzeige in der Mitte des Artikels, die suggeriert, Naturmedizin koennte eine Alternative zu herkoemmlicher Krebstherapie darstellen, zu loeschen, sie ist ueberaus gefaehrlich, da sie Heilungschancen jenseits der so belastenden Therapien wir Chemo- Strahlen- und Amputationstherapie suggeriert. im betreffenden Strang des Forums versuchen wir mit aller Kraft, von solchen Versuchen abzuraten, und hier werden sie beworben :-(
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Elli12345
am 10.11.09 um 23:55
Ich habe mich sehr über diesen Artikel geärgert. Er vermittelt sowohl von der sachlichen als auch emotionalen Seite ein falsches Bild.
mehr (9)Werde nächste Woche 22 Jahre alt und habe im Juni den OP-Termin für die prophylaktische Masektomie mit Silikon-Wiederaufbau. Bin ebenfalls BRCA1-Trägerin und meine Cousine ist mit 26 am BK gestorben.
Ich mache die OP weil ich nicht bereit bin auf den Krebs zu warten. Ich muss das Gefühl haben, ich hätte aktiv etwas dagegen getan!
Paranoia? Die hätte ich, wenn ich von meinem 30. Lj an jährlich bei den Kontrollterminen bangen müsste..Ist das Lebensqualität?
Da es für Ovarial Ca derzeit kein Screening gibt, halte ich es eher für höchst fahrlässig, wenn man nach abgeschlossener Familienplanung an seinen Eierstöcken festhält.
Der Unterschied ist lediglich, dass sie dann früher oder später nicht an "diesem" Krebs, sondern an einem Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Diabetes oder sonstwas sterben. Oder an einer anderen Form von Krebs.
Das Leben IST nun mal endlich und es währt nicht bei jedem sehr lange. Wenn wir uns das alle mal bewusster machen würden, könnten wir auch besser damit umgehen.
Sterben müssen wir alle, der eine früher, der andere später. Aber was bringt es uns, wenn wir 100 Jahre alt werden und diese Zeit permanet in Angst und Schrecken vor einer Krankheit verbringen, noch dazu mit amputierten, fehlenden Körperteilen (die gesund waren) und Organen?
Ich bin selbst betroffen, Brustkrebs mit 41 und 10 Jahre spä
Es ist immer sehr interessant zu lesen, wie es anderen mit Ihrer Entscheidung zur prophylaktischen Mastektomie geht. Ich bin auch BRCA1-Trägerin und da in meiner Familie viele Frauen früh an Brustkrebs erkrankten und auch daran starben war für mich klar, was zu tun wäre wenn mein Gentest einen BRCA-Defekt aufweist. Meine OP ist Anfang Januar und ich werde im Brustzentrum Zürich grossartig von Ärzten und einer Psychologin unterstützt. Viele Gespräche mit Familie und Freunden helfen auch, Sport für ein gutes Körpergefühl und das Wissen, dass man sich nicht mehr wie das Kaninchen vor der Schlange fühlen muss weil man der Schlange vertreiben wird. Ich bin 41 und habe lange einen unversehrten und gesunden Körper haben dürfen, dafür bin ich sehr dankbar. Auch dafür, dass ich etwas tun kann. Hoffentlich geht alles gut. Ich habe mich für Implantate entschieden, dann habe ich nicht so viele und so grosse Wundflächen und nach einer OP ist dann hoffentlich alles ok.
Vorsorgliche Brustentfernung nicht immer nötig
Das Deutsche Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs nun die weltweit größte Studie zum Zweiterkrankungsrisiko vorgelegt. Die Ergebnisse ermöglichen erstmals eine individuelle Risiko-Abschätzung bei den Betroffenen. Quelle: Deutsche Krebshilfe mehr ...
http://news.doccheck.com/de/article/185242-vorsorgliche-brustentfernung-nicht-immer-noetig/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-Arzt%20%284x%2FWoche%29-2009-12-01&mailing=23641&dc_user_id=c098bf01f66211ced8878a44aaba56d8&cide=dce100940&t1=1259681165&t2=1264b108510a47a98c91194cec6822e05bf0e58c
Zum einen sollte mal ganz klar gesagt werden, daß dieser spezielle Gendefekt sehr selten vorkommt. Sonst gerät jede Leserin, in deren Familie mal Brustkrebs vorkommt (jede 10. Frau erkrankt), in Panik.
Ich liege im Krankenhaus, bin noch benommen von der Narkose, die ich an diesem Morgen für meine Eierstockentfernung erhalten habe, schlage die Brigitte auf (die ich wegen der Heimweh-Rezepte gekauft habe) und Schock: Schlechter Scherz - ich werde irgendwie verfolgt (das ist mein erster Gedanke).
Auch ich habe diesen verdammten Gendefekt. Ein treffenderes oder zartes Wort gibt es leider nicht.
Auch ich bin jung (36 Jahre) und habe 3 Kinder.
Dieser Artikel klammert völlig die psychische Belastung dieser 4 Buchstaben: BRCA aus.
Es ist eine enorme Belastung, zu wissen, daß man diesen Gendefekt hat und welches damit einhergehende enorm erhöht