Bulimie

Sie stopfen bergeweise Essen in sich hinein und kotzen hinterher heimlich. Wer an Bulimie leidet, braucht professionelle Hilfe.

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Bulimie - was ist das eigentlich?

Ess-Brech-Sucht, auch Bulimia nervosa oder Bulimie genannt, ist eine psychisch ausgelöste Ess-Störung. Die Betroffenen haben immer wieder Essanfälle und übergeben sich danach oft. Zusätzlich nehmen sie manchmal Entwässerungsmittel, Brechmittel oder Abführmittel.

Auch wenn Bulimikerinnen meist normalgewichtig sind, dreht sich bei ihnen, ebenso wie bei Magersüchtigen, alles ums Gewicht und sie haben große Angst, dick zu werden.

Wer bekommt Bulimie?

Die meisten Betroffenen sind Frauen: Man schätzt, dass zwei bis vier Prozent der Frauen zwischen 18 und 35 an Bulimie leiden. Vier von fünf Bulimikerinnen sind jünger als 22 Jahre und viele von ihnen waren vorher magersüchtig.

Möglicherweise spielen genetische Faktoren bei Bulimie eine Rolle. Ebenso wie Magersucht beginnt auch Bulimie oft in der Pubertät, wenn mit dem körperlichen Wandel psychische Probleme einhergehen. Es gibt Hinweise darauf, dass Bulimikerinnen besonders oft in behüteten Familien aufwachsen, in denen Probleme totgeschwiegen werden.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Unkontrollierbare Essattacken, mehrmals pro Woche, sind ein alarmierender Hinweis auf Bulimie. Dabei stopfen die Betroffenen meist Kalorienbomben wie Chips, Pizza, Eis oder Torte in sich hinein - bis zu 10.000 Kilokalorien pro Anfall sind keine Seltenheit. Typisch für Bulimie ist auch, wenn Frauen danach ein unerträglich schlechtes Gewissen haben und sich zwanghaft erbrechen. Wenn sie nicht grade Essanfälle haben, versuchen sie Diät zu machen und treiben sehr viel Sport.

Die Magensäure, die beim Erbrechen in den Mund gelangt, greift die Zähne an - Karies entsteht. Auch wird die Schleimhaut von Mund und Speiseröhre in Mitleidenschaft gezogen, die Speicheldrüsen vergrößern sich. Da die Betroffenen oft den Finger in den Hals stecken, um sich zu übergeben, finden sich dort oft Schwielen oder Verletzungen. Eine Folge des häufigen Erbrechens ist außerdem Elektrolytmangel.

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  • Text: Angelika Unger
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