Frauengesundheit
Chlamydien - Sex mit Folgen

Chlamydien werden durch Sex übertragen. Bleibt die Krankheit unbehandelt, können Frauen unfruchtbar werden.

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Chlamydien - was ist das eigentlich?

Chlamydien sind Bakterien, die vor allem durch Sex übertragen werden und sich am Gebärmutterhals, an der Harnröhre oder am After ansiedeln. Chlamydien-Infektionen lassen sich gut behandeln; da sie aber oft nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, können sie sich auf Gebärmutter und Eileiter ausbreiten. Dann können die Eileiter verkleben - die mögliche Folge: Unfruchtbarkeit. Auch kommt es bei betroffenen Frauen häufiger zu Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften und Entzündungen im Beckenbereich. Bei schwangeren Frauen kann es vorkommen, dass sie ihr Kind bei der Geburt mit Chlamydien anstecken. Die Neugeborenen können dann an Bindehautentzündungen oder einer gefährlichen Lungenentzündung erkranken.

Wer bekommt Chlamydien?

In Deutschland geht man von 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr aus. Frauenärzte schätzen, dass jede zehnte Frau unter 20 infiziert ist. Besonders gefährdet sind junge Frauen: Ihre Scheidenschleimhaut ist noch relativ durchlässig, auch ist ihr Immunsystem noch anfälliger für Erreger. Zudem wechseln sie im Durchschnitt häufiger den Partner als Erwachsene und können sich daher leicht anstecken. Mit Unsauberkeit haben Chlamydien nichts zu tun!

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Chlamydien vermehren sich sehr langsam und verursachen anfangs oft keine Beschwerden. Ähnlich wie Pilze können sich die Bakterien jahrelang im Körper verbergen, ohne dass wir etwas spüren. Etwa sieben von zehn infizierten Frauen merken gar nicht, dass sie Chlamydien haben.

Wird die Körperabwehr jedoch geschwächt, zum Beispiel durch Stress oder eine Krankheit, zeigt sich die heimliche Infektion. Typische Anzeichen bei Frauen sind häufige Unterbauchschmerzen ohne erkennbare Ursache, Zwischenblutungen und gelblich-klebriger Ausfluss. Auch beim Wasserlassen und beim Sex können Schmerzen auftreten. Auch wenn es übertrieben erscheint: Solch scheinbar banale Beschwerden sollte man vom Arzt abklären lassen. Denn eine Chlamydien-Infektion kann zu dauerhaften Gesundheitsschäden führen.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Bei der Untersuchung kann der Arzt oft ein gelbliches Sekret aus dem Gebärmutterhals sehen. Ein deutlicher Hinweis auf Chlamydien ist auch, wenn die Scheidenflüssigkeit unter dem Mikroskop besonders viele weiße Blutkörperchen enthält. Bei Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion macht der Arzt dann einen Schleimhaut-Abstrich und untersucht ihn unter dem Mikroskop auf Erreger. Bei dieser Methode wird jedoch mindestens ein Drittel der Infektionen übersehen. Zuverlässigere Befunde liefert ein gentechnischer Test, für den eine Urinprobe ausreicht.

Wie kann man Chlamydien behandeln?

Bewährt haben sich Antibiotika, die über zehn bis 14 Tage eingenommen werden müssen. Anfangs lässt sich die Infektion so meist schnell in den Griff bekommen. Ist sie erst chronisch geworden, kann sich die Behandlung über Monate hinziehen.

Wer sich angesteckt hat, sollte auch seinen Partner zum Arzt schicken. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass beide die Infektion haben, ist groß. In diesem Fall muss der Partner mitbehandelt werden, weil man sich sonst immer wieder gegenseitig anstecken würde. Bis zum Ende der Behandlung sollte man auf ungeschützten Sex verzichten.

Wie kann ich mich schützen?

Die einzig wirksame Vorbeugung gegen die Erreger ist Safer Sex - mit Kondom. Eine vorbeugende Untersuchung hilft, Chlamydien früh zu erkennen, damit sie sich nicht chronisch einnisten können. Seit kurzem zahlen die Krankenkassen allen Frauen bis zum 25. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung. Außerdem übernehmen sie die Kosten für den Test bei Schwangeren und wenn es einen konkreten Verdacht auf Chlamydien gibt.

  • Text: Angelika Unger
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