Chronischer Schnupfen
Wie werde ich meinen Dauerschnupfen los?

Dauerschnupfen tut nicht weh, doch er macht uns das Leben unnötig schwer. Diese Mittel helfen gegen den quälenden, chronischen Schnupfen.

Foto: Leigh/Getty Images

Eine verstopfte Nase ist nicht gefährlich und tut nicht weh. Das stimmt zwar, doch Betroffene leiden viel mehr, als Freunde und Kollegen glauben. Wer nicht durch die Nase atmen kann, muss ständig den Mund offenhalten. Das trocknet die Schleimhäute aus, verhindert erholsamen Schlaf und rauht Kehlkopf und Stimme auf. Außerdem macht ein Dauerschnupfen anfällig für Infektionen und führt zu chronischer Erschöpfung. Chronischer Schnupfen ist daher keine Bagatelle, sondern kann krank machen - und sogar ein Anzeichen für eine andere Krankheit sein. Wenn Ihre Nase auch nach einer Woche noch verstopft ist, sollten Sie zum Arzt gehen.

Daran kann es liegen

In jedem zweiten Fall steckt eine Allergie hinter der verstopften Nase - und dagegen gibt es inzwischen ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten: Sie können den allergieauslösenden Stoff weglassen, vorsichtig desensibilisieren oder mit Hilfe von Medikamenten die allergische Reaktion des Körpers bremsen.

Genaue Selbstbeobachtung kann weiterhelfen: Wann setzen die Beschwerden ein und wann sind sie am schlimmsten? Während Heuschnupfenbeschwerden saisonal zu- und abnehmen, ist die Nase bei einer Tierhaar- oder Hausstauballergie das ganze Jahr über verstopft. Schwillt sie nach einer Nacht im Bett am stärksten zu? Oder immer dann, wenn man die Hauskatze auf dem Schoß hat?

Dauerschnupfen schwächt die Abwehrkräfte

Lässt Ihr Schnupfen im Urlaub und an den Wochenenden nach? Dann leiden Sie vielleicht unter einer berufsbedingten Allergie. Auch wenn sich solch eine Allergie "nur" in einer verstopften Nase äußert, sollte sie vom Allergologen behandelt werden. Denn eine allergisch bedingte schleichende Entzündung kann die Abwehrkräfte schwächen, zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen führen oder schlimmstenfalls - wenn unbehandelt - in einem allergischen Asthma enden.

Aspirin kann die Nase verstopfen

Was viele Schnupfengeplagte nicht wissen: Es gibt Arzneimittel, die als Nebenwirkung eine verstopfte Nase auslösen können, zum Beispiel der Wirkstoff ASS (Aspirin), blutdrucksenkende Mittel und einige Hormone. Vielleicht müssen Sie auch einfach nur Ihr Schnupfenmittel absetzen. Am häufigsten werden dauerhaft verstopfte Nasen durch Nasensprays oder -tropfen verursacht. Denn wenn die Betroffenen ihre Symptome mehr als ein paar Tage damit bekämpfen, gewöhnt sich die Nasenschleimhaut daran - und schwillt schließlich gar nicht mehr nicht mehr ab.

Chronische Nebenhöhlenentzündung?

Besonders unangenehm und hartnäckig ist die verstopfte Nase, wenn sie durch eine chronische Nebenhöhlenentzündung verursacht wird. Hier kann ein Pingpong-Effekt entstehen: Mit dem Schnupfen entzündet sich auch die Schleimhaut, die die Nebenhöhlen auskleidet. Durch die zugeschwollenen Abflussgänge in der Nase kann eine chronische Entzündung entstehen, die wiederum die Nasenschleimhaut in Mitleidenschaft zieht.

Es kann sich aber auch lohnen, über die eigene Lebenssituation nachzudenken: Können zum Beispiel Stress, Ängste oder Kummer dazu geführt haben, dass Sie eine Auszeit brauchen? Denn wer hat nicht mal auch im übertragenen Sinne so richtig die Nase voll?

Diese Mittel helfen bei Dauerschnupfen:

  • Kochsalzlösung
    Die geschwollene Nasenschleimhaut braucht Feuchtigkeit, der Schleim soll sich lösen. Am besten und schonendsten geht das mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung. Die gibt es steril und teuer in der Apotheke, sie lässt sich aber ganz leicht selbst anrühren: Eine Messerspitze Kochsalz in einem 0,2-Liter-Glas lauwarmem Wasser auflösen. Abkochen ist nicht nötig.

    Füllen Sie die Lösung in einen Zerstäuber und halten Sie ihn in die Nase. Legen Sie den Kopf etwas zurück und sprühen Sie die Flüssigkeit bei gleichzeitigem Einatmen mehrmals in das Nasenloch. Mehrmals täglich spülen. Tägliches Nasenspülen kann sogar vorbeugend gegen Erkältungen wirken.
  • Dampfbäder und Spülungen
    Neben Antibiotika, die bei eitrigen Entzündungen angebracht sind, empfehlen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte schleimlösende Medikamente wie Soledum und Gelomyrtol forte, ACC (hilft nur, wenn dazu viel Flüssigkeit getrunken wird) und Spülungen mit lauwarmer Salzlösung. Warme, nicht zu heiße Dampfbäder (zum Beispiel mit Kamillenblüten) wirken abschwellend. Sollte die Nase völlig dicht sein, können Sie einige Minuten vorher - sparsam dosiert - Nasentropfen nehmen - damit der lösende Dampf in alle Winkel dringen kann.
  • Nasensprays - sparsam verwendet
    Abschwellende Nasensprays und -tropfen haben schon so manchem Verschnupften die Nacht gerettet: Ein Sprühstoß in jedes Nasenloch - und die Atmung ist frei. Die enthaltenen Wirkstoffe, sogenannte "Sympathomimetika", sind allerdings nicht ungefährlich: Schon nach etwa einer Woche Dauergebrauch verändert sich die Schleimhaut, das Spray muss immer häufiger und in immer höheren Dosen genommen werden, damit man überhaupt noch durch die Nase atmen kann.

    Bei jahrelangem Missbrauch - und der ist nicht selten - kann die Schleimhaut für immer geschädigt sein. Abschwellend wirkende Nasentropfen deshalb nie länger als einige Tage am Stück und nicht vorbeugend anwenden. (Oft genügt übrigens die Konzentration für Kinder auch zur Behandlung Erwachsener.)
  • Es geht auch ohne Spray
    Ist Ihre Nasenschleimhaut schon "abhängig"? Dann beginnen Sie sofort mit dem Entzug. Nach spätestens 14 Tagen sollten Sie auch ohne Tropfen wieder frei atmen können. Wer es nicht schafft, gleich ganz auf Spray oder Tropfen zu verzichten, kann schrittweise vorgehen: Erst von Erwachsenen- auf Kinder-Konzentration runtergehen, dann nur bei einem Nasenloch auf Spray verzichten, bis sich die Schleimhaut nach ein bis zwei Wochen normalisiert hat. Dann kommt die andere Seite dran.

    Sind die Symptome zu quälend und lassen Sie immer wieder zum Fläschchen greifen, dann bitten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt um Unterstützung. Er kann Ihnen Nasenöl verschreiben (damit die Nase nicht zu sehr austrocknet) und Tips geben, falls Sie mit dem Spülen nicht richtig klarkommen.


Wann ist eine Operation nötig?

Mit dem Skalpell gegen Schnupfen - das klingt, als würde mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Doch in einigen Fällen kann nur eine Operation die Nase wieder frei machen: wenn eine schiefe Nasenscheidewand oder chronische Polypen das Ein- und Ausatmen behindern.

Polypen bei Erwachsenen sind gutartige Gewächse im Nasenraum. In der Regel verursachen sie keine oder kaum Beschwerden. Im schlimmsten Fall allerdings können sie den Nasenraum völlig ausfüllen, und dann kann eine Operation Erleichterung verschaffen. Allerdings ist der Erfolg eines solchen Eingriffs nicht immer von Dauer, denn Polypen haben die Tendenz, wieder nachzuwachsen.

Bei einer schiefen Nasenscheidewand ist eine Operation nur dann sinnvoll, wenn die gekrümmte oder gebrochene Scheidewand auch wirklich die Ursache für den Dauerschnupfen ist. Und das ist nicht immer der Fall: Immerhin steht bei rund zwei Dritteln aller Europäer die Nasenscheidewand nicht ganz gerade, aber längst nicht alle haben deshalb Beschwerden.

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