Frauengesundheit
Eierstockzysten - was nun?

Eierstockzysten - das klingt erst einmal beunruhigend. Meist verschwinden sie aber nach einer Weile von selbst.

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Eierstockzysten - was ist das eigentlich?

Eierstockzysten - die Mediziner sprechen von Ovarialzysten - sind Blasen an den Eierstöcken, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie sind in 98 Prozent der Fälle gutartig und bilden sich von selbst wieder zurück.

So genannte funktionelle Zysten können durch Hormonschwankungen im Zyklus entstehen, aber auch durch Hormontherapie oder eine Endometriose. Sie werden bis zu zehn Zentimeter groß und lösen selten Komplikationen aus.

Daneben gibt es gutartige Tumoren wie die mehrkammerigen Zystadenome, die in Extremfällen fußballgroß werden können, und die Dermoidzysten. Bei letzteren handelt es sich um Geschwülste, die aufgrund angeborener Fehlentwicklungen entstehen, einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimetern erreichen können und vor allem bei jungen Mädchen auftreten.

Wer bekommt Eierstockzysten?

Bei jeder geschlechtsreifen Frau können sich Zysten an den Eierstöcken bilden. Am häufigsten treten Zysten in Verbindung mit hormonellen Veränderungen auf: bei Frauen kurz nach der Pubertät und vor den Wechseljahren.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Kleine Zysten machen meist keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt. Ab einer Größe von etwa vier Zentimetern kann es zu ziehenden Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen oder Schmerzen beim Sex kommen. Auch verläuft die Regelblutung oft schmerzhaft.

Manchmal drehen sich die Zysten um die eigene Achse und schneiden den Eierstock von der Blutzufuhr ab. Dann kommt es zu plötzlichen heftigen Schmerzen, Übelkeit, Herzklopfen und Schweißausbrüchen. Wird eine solche Stieldrehung nicht schnell operiert, kann der Eierstock absterben.

Selten kann es vorkommen, dass eine Zyste platzt. Dies führt zu starken Schmerzen und Übelkeit, allerdings lassen die Symptome meist schnell wieder nach. Gefährlich ist der Vorgang gewöhnlich nicht - die Flüssigkeit aus dem Inneren der Zyste wird vom Gewebe aufgenommen.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Oft werden Eierstockzysten eher zufällig bei einer Tastuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt. Stellt dieser etwas Verdächtiges fest, ist ein Ultraschall der nächste Schritt zur Diagnose. Bluttests helfen, die Art der Zyste genauer zu bestimmen.

Manchmal ist eine Bauchspiegelung nötig, um zu klären, ob die Zyste gut- oder bösartig ist: Dabei macht der Arzt einen kleinen Schnitt in die Bauchdecke, schaut mit einem Endoskop in den Bauchraum hinein und knipst ein Gewebestückchen aus der Zyste heraus. Dessen Untersuchung im Labor bringt dann endgültige Sicherheit.

Wie kann man Eierstockzysten behandeln?

Funktionelle Zysten bilden sich in den meisten Fällen nach einer Weile von selbst zurück. Verursachen sie keine Beschwerden, reicht es daher aus, zwei bis vier Monate abzuwarten und sich nach jeder Regelblutung vom Arzt untersuchen zu lassen.

Verschwindet die Zyste nicht von selbst oder verursacht sie Beschwerden, können eine gestagenreiche Pille oder eine Hormontherapie mit Gestagen helfen. Bildet sich die Zyste auch nach einer Hormontherapie nicht zurück oder besteht der Verdacht, sie könnte bösartig sein, wird eine Operation nötig. Diese kann in vielen Fällen per Bauchspiegelung erfolgen. Bei starken Blutungen oder Verwachsungen und wenn die Zyste bösartig ist, wird sie per Bauchschnitt entfernt. Dermoidzysten und mehrkammerige Zystadenome werden stets vorsorglich entfernt, da sie mit größerer Wahrscheinlichkeit entarten können.

Wie kann ich mich schützen?

Vermutlich senkt die Antibabypille die Wahrscheinlichkeit, dass sich Zysten bilden. Heutige Pillen sind allerdings oft sehr niedrig dosiert und haben daher kaum schützende Wirkung.

  • Text: Angelika Unger
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