Endometriose: Das vernachlässigte Leiden

Manche spüren sie nur wenig, andere quälen unerträgliche Bauchschmerzen: die Krankheit Endometriose. Jede zehnte Frau zwischen 15 und 50 ist von ihr betroffen. Doch oft dauert es Jahre, bis sie erkannt wird.

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Schlampig diagnostiziert, inkonsequent behandelt, von der Forschung lange vernachlässigt: Die Krankheit mit dem sperrigen Namen Endometriose ist ein Stiefkind der Frauenheilkunde. Und doch ist sie alles andere als selten. Rund zehn Prozent aller Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren sind betroffen, etwa die Hälfte davon mit oft sehr schmerzhaften Beschwerden. Dennoch dauert es im Schnitt volle sechs Jahre, bis eine Endometriose-Patientin endlich die richtige Diagnose gestellt bekommt. Diese lange Odyssee belastet, wie eine neue Studie zeigt, Körper und Seele genauso wie die Krankheit selbst.

Unklare Ursachen, rätselhafter Verlauf

Für viele Betroffene sind starke Regelschmerzen schon seit der ersten Periode eine monatlich wiederkehrende Plage. Doch dieses Warnsignal wird oft ignoriert: "Es herrscht immer noch der Glaube, die Menstruation müsse weh tun, das sei kein Grund, sich 'anzustellen' ", sagt Prof. Andreas Ebert, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Endometriose-Zentrums am Berliner Humboldt-Klinkum. "Dabei ist es keineswegs normal, wenn eine Frau sich während der Regel immer krank fühlt, Schmerzmittel nehmen und sich ins Bett legen muss."

Die Endometriose ist ein häufiger Grund für solche Schmerzen. Bei den betroffenen Frauen gelangt Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in den Bauchraum und siedelt sich dort an - häufig am Bauchfell, an Eierstöcken und Eileitern, in der Darmwand oder der Blase.

Die Wucherungen sind gutartig, verursachen aber oft massive Schmerzen, meist während der Regel. Denn sie reagieren wie die normale Schleimhaut in der Gebärmutter auf die weiblichen Geschlechtshormone, vor allem auf Östrogene. So kommt es zyklusabhängig zum Anschwellen des Gewebes, während der Menstruation zu Krämpfen und häufig zu Blutungen - und damit oft zu brennenden Schmerzen im ganzen Unterbauch.

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  • BRIGITTE Heft 09/08
    Text: Julia Baumgart
    Foto: Corbis
Letzte Kommentare
  • Gimmi
    am 17.05.09 um 15:32
    Nach einer großen OP und Entfernung der Ovarien, des Uterus und einem Teil der Blase hat sich jetzt eine Blasenfistel gebildet. Der Urin läuft also jetzt teils durch den Dauerkatheter, teils durch die Blase. Windeleinlagen sind obligatorisch, Schmerzen ebenso. Im Juli soll ein zweites Mal operiért werden, um die Blase zu sanieren, die nicht zuheilt.
    Was kann mir wer raten?
  • Birmel
    am 17.05.09 um 14:29
    Bei mit ist vor 18 jahren durch eine Bauchspiegelung festgestellt worden, dass ich unter Endometriose litt. Meine Beschwerden waren eigentlich nicht besonders stark, nur ich wurde nicht schwanger. 2 Monate nach dem Eingriff hat es geklappt und meine Tochter ist nun fast 17. Seidem habe ich es nicht mehr untersuchen lassen. Meine Beschwerden halten sich auch in Grenzen.
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