Dauererkältung - so werde ich sie los!

Dauererkältung und kein Ende - im Winter kennen viele dieses Problem. Antibiotika sind keine Lösung. Diese Tipps helfen gegen jede noch so hartnäckige Dauererkältung.

Erkältung: Dauererkältung - so werde ich sie los!

Husten und Schnupfen haben jetzt Hochsaison. Denn erstens verbringen wir im Winter mehr Zeit in geschlossenen Räumen und machen es den Viren damit leicht, von Mensch zu Mensch zu springen. Und zweitens ist unser Körper jetzt besonders anfällig für Erkältungen: Die Dunkelheit lässt die Vitamin-D-Produktion sinken und schwächt das Immunsystem. Und die Kälte trocknet die Schleimhäute aus und senkt dadurch auch die Abwehrkräfte direkt in der Einflugschneise der Viren, also in Nase und Rachen. Eine Belastung, die zusätzlich schwächt und anfällig macht: Das ständige Hin und Her zwischen Heizungsluft drinnen und eisigen Temperaturen draußen.

Und weil unser Körper derart strapaziert ist, wird aus einer Erkältung leider auch immer häufiger eine Dauererkältung. Eine Woche braucht unser Immunsystem normalerweise, um mit den Erkältungsviren fertig zu werden. Viren sind tatsächlich für 90 Prozent der Atemwegsinfektionen verantwortlich. Das Problem: Gegen Viren helfen leider keine Antibiotika. Dennoch werden sie häufig verschrieben, z.B. um bakterielle Infektionen und Entzündungen (z.B. eine Lungenentzündung) rechtzeitig zu verhindern. Schneller gesund wird man durch ein Antibiotikum bei einer Atemwegsinfektion nicht, auch die Beschwerden werden dadurch nicht gelindert, das hat jetzt ein Forscherteam aus 12 Ländern in einer placebokontrollierten Studie mit über 2000 Patienten herausgefunden. Die Forscher raten daher lediglich bei einer drohenden Lungenentzündung zu einem Antibiotikum. Ansonsten gibt es bessere Alternativen.

Die besten Tipps, damit die Erkältung im Winter nicht zur Dauererkältung wird:

Trinken

Wer mit Husten und Schnupfen zu kämpfen hat, sollte sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen. So löst sich der Schleim und kann leichter aus den Atemwegen abtransportiert werden. Trinken Sie also mindestens drei Liter am Tag, zum Beispiel Wasser oder Tee.

Tees liefern dabei nicht nur Flüssigkeit, sondern helfen auch, Hals und Rachen zu beruhigen. Besonders geeignet sind Thymian, Spitzwegerich oder Salbei, aber auch Ingwer, Fenchel und Anis.

Das Hausmittel heiße Zitrone, das durch besonders viel Vitamin C unsere Erkältungsabwehr stärken soll, ist dagegen nicht ganz so effektiv: Vitamin C ist hitzeempfindlich und wird durch kochendes Wasser fast ganz zerstört - und es verkürzt die Krankheitsdauer allenfalls minimal.

Spülen

Das erste Mal kostet es vielleicht noch ein bisschen Überwindung - aber eine Nasenspülung hilft wirklich, wenn man die Nase gestrichen voll hat. Und vielleicht sogar vorbeugend: In einer Untersuchung der Hochschule Hannover hatten Menschen, die sechs Wochen lang täglich spülten, deutlich seltener Schnupfen. Also, geben Sie sich einen Ruck und legen Sie los!

Besonders gut und schonend für eine Nasenspülung ist eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung. Die gibt es steril und teuer in der , sie lässt sich aber ganz leicht selbst anrühren: Eine Messerspitze Kochsalz in einem 0,2-Liter-Glas mit lauwarmem Wasser auflösen. Abkochen ist nicht nötig. Füllen Sie die Lösung in einen Zerstäuber und halten Sie ihn in die Nase. Legen Sie den Kopf etwas zurück und sprühen Sie die Flüssigkeit bei gleichzeitigem Einatmen mehrmals in das Nasenloch. Die Prozedur mehrmals am Tag wiederholen.

Inhalieren

Auch warme Dämpfe helfen, die Atemwege zu befeuchten und von Schleim zu befreien. Inhalieren kann man zum Beispiel mit einem Aufguss aus Kamillenblüten (wirkt entzündungshemmend), Thymianblättern (löst den Schleim) oder ätherischen Ölen mit Eukalyptus, Pfefferminze und Menthol (keimtötend). Die getrockneten Pflanzen in einer Schüssel mit heißem Wasser übergießen bzw. ein paar Tropfen Öl in eine Schüssel mit heißem Wasser geben. Dann beugt man sich über das Wasser und atmet den Dampf ein.

Um die Wirkung zu verstärken, kann man zusätzlich ein Handtuch über Schüssel und Kopf legen. Da die Dämpfe aber auch die Augen reizen, empfiehlt sich bei häufigem Inhalieren ein Dampfinhalator aus der Apotheke, durch den die Wirkstoffe gezielt nur in Nase und Rachen eingeatmet werden. Damit der heilsame Dampf tief in die Atemwege gelangen kann, können Sie außerdem vor dem Inhalieren abschwellende Nasentropfen benutzen.

Und Vorsicht: Für Kinder ist Menthol nicht geeignet! Außerdem sollte man mit Wasser und Schüssel immer vorsichtig hantieren, um Verbrennungen zu vermeiden.

Sprühen, aber in Maßen

Abschwellende Nasensprays oder -tropfen lindern die Beschwerden oft gut und schnell. Das kann Schnupfengeplagten nachts den dringend nötigen, erholsamen Schlaf ermöglichen. Aber die im Spray enthaltenen Wirkstoffe verändern die Nasenschleimhaut schon nach kurzer Zeit und können sie sogar dauerhaft schädigen. Gefährlich werden kann der Dauergebrauch schon ab einer Woche. Deswegen sollte man Spray oder Tropfen auch nicht vorbeugend anwenden.

Auch wichtig: Jedes Familienmitglied sollte sein eigenes Spray benutzen, um Krankheitserreger nicht zu verschleppen. Und ebenfalls aus hygienischen Gründen sollte man eine angebrochene Flasche nicht bis zur nächsten Erkältung aufbewahren.

Gurgeln

Nicht nur die Schleimhäute der Nase, auch die in Hals und Rachen sollte man bei einer Erkältung pflegen. Denn gerade wenn der Schnupfen uns nur noch durch den Mund atmen lässt, trocknet der Rachenraum besonders schnell aus und wird anfällig für Entzündungen. Um dies zu verhindern, gurgeln Sie am besten mehrmals täglich mit einer Lösung aus einem Viertelliter Wasser und einem Teelöffel Salz.

Hustenbonbons oder Pastillen lindern ebenfalls die Beschwerden im Hals, weil sie zum einen ebenfalls die strapazierten Atemwege befeuchten und zum anderen den Speichelfluss anregen - und unser Speichel wirkt eben auch gegen Bakterien und Keime.

Die lokale Krankheitsabwehr regen auch die guten alten warmen Wickel um Hals und Brust an. Besonders gut gegen Reizhusten wirken ein paar Tropfen Lavendelöl auf dem Wickel. Und am besten nutzen Sie die Wickelprozedur gleich dazu, sich und ihrem Körper ein wenig Erholung zu gönnen. Denn Ruhe und Entspannung stärken unser Immunsystem!

Text: Antje Kunstmann

Wer hier schreibt:

Antje Kunstmann

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