Gebärmutterhalskrebs

Bei Gebärmutterhalskrebs ist eine Operation unumgänglich. Dank moderner Methoden können die meisten Frauen danach aber trotzdem noch Kinder bekommen.

Gebärmutterhalskrebs - was ist das eigentlich?

Gebärmutterhalskrebs - Mediziner sprechen vom Zervixkarzinom - ist ein bösartiger Tumor am Gebärmutterhals, der Gebärmutter und Scheide verbindet. Der Krebs wird in den meisten Fällen durch die sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV) verursacht: Sie lösen Veränderungen der Zellen am Gebärmutterhals aus. Jedoch erkrankt nur jede hundertste Frau, bei der eine solche Zellveränderung entdeckt wird, tatsächlich an Gebärmutterhalskrebs.

Von dem HP-Virus sind über 100 verschiedene Typen bekannt, rund ein Dutzend davon ist Krebs erregend. Die zwei Virentypen HPV 16 und HPV 18 verursachen rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs.

Die Zellveränderungen verursachen keine Beschwerden, ebenso wie der Krebs im frühen Stadium. Schon relativ früh bilden sich bei Gebärmutterhalskrebs jedoch oft Metastasen in den Lymphknoten und im Bauchraum.

Wer bekommt Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs tritt bereits bei jüngeren Frauen auf: Jede 14. Frau ist bei der Diagnose jünger als 30 Jahre. Im Durchschnitt sind Frauen 52 Jahre alt, wenn der Krebs festgestellt wird - deutlich jünger als etwa bei Brustkrebs (63 Jahre) oder Eierstockkrebs (66 Jahre).

Besonders anfällig für die krebsauslösenden HP-Viren sind Frauen, die schon vor dem 16. Lebensjahr Sex hatten, die häufig den Partner wechseln und schon als junge Frauen Kinder bekommen. Auch Rauchen, Geschlechtskrankheiten und ein geschwächtes Immunsystem gelten als Risikofaktoren.

Jedes Jahr erkranken 6000 bis 7000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, rund 2000 sterben daran. Ein Drittel der Frauen überlebt die nächsten fünf Jahre nach der Krebsentfernung nicht.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Gebärmutterhalskrebs ist lange nicht zu spüren. Hat der Tumor eine gewisse Größe erreicht, können Schmerzen im Becken, Schmierblutungen und übelriechender Ausfluss auftreten.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Der Frauenarzt untersucht einmal jährlich die Zellen am Gebärmutterhals beim so genannten Pap-Test. Er streicht mit einem Wattetupfer oder einem Spatel über den Gebärmutterhals und entnimmt so einige Zellen. Die werden dann im Labor eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht.

Werden beim Pap-Test verdächtige Zellen festgestellt, begutachtet der Arzt den Muttermund und das umliegende Gewebe durch ein Kolposkop, eine Art beleuchtete Lupe. Letzte Gewissheit bringt eine Biopsie: Der Arzt knipst mit einer kleinen Zange ein Stückchen Gewebe aus dem Gebärmutterhals und untersucht es.

Wurde Krebs festgestellt, nutzt der Arzt Ultraschall, Röntgenaufnahmen und manchmal auch Blasen- und Darmspiegelung, um die Größe des Tumors und eventuelle Metastasen zu bestimmen.

Wie kann man Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen behandeln?

Die gängige Methode zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs ist die Operation. Sie hat den Vorteil, dass man genau feststellen kann, wie groß der Tumor ist und wo er liegt.

Leichte Zellveränderungen bilden sich häufig von selbst zurück und werden daher erst einmal beobachtet. Sind sie nach einem Jahr nicht von selbst verschwunden, empfiehlt sich eine Operation, bei der das Gewebe mit einem Laser abgetragen (Laser-Vaporisation) oder mit einer elektrischen Schlinge umschlossen und entfernt wird (Diathermie).

Bei einer starken Zellveränderung wird der Gebärmutterhals trichterförmig ausgeschnitten (Konisation). Das ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, der unter Vollnarkose mit Laser oder Skalpell erfolgt. Als Nebenwirkung kommt es häufig zu harmlosen Nachblutungen. Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und Krebs in frühen Stadien lassen sich so beseitigen.

Reicht eine Konisation nicht aus, wird bei Frauen, die keine Kinder (mehr) wollen, gewöhnlich die ganze Gebärmutter entfernt (Hysterektomie). Die Alternative ist eine Teilentfernung (Trachelektomie) - ein komplizierter Eingriff, der es aber der Frau ermöglicht, auch nach der Operation schwanger zu werden. Die Trachelektomie kommt aber nur in Frage, wenn die Lymphknoten krebsfrei sind.

Hat der Krebs schon Metastasen gebildet, müssen unter Umständen andere Organe entfernt werden, etwa Teile der Scheide oder die Lymphknoten. Die Eierstöcke können meist erhalten bleiben, daher drohen keine Wechseljahresbeschwerden.

Ist der Krebs schon weit fortgeschritten, folgt auf die Operation oft eine Radiochemotherapie, also eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie. Sie soll Krebszellen abtöten, die noch im Körper vorhanden sein könnten. Bestrahlung kann jedoch die Eierstöcke schädigen und die Scheidenschleimhaut schwächen.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Gebärmutterhalskrebs ist eine gefährliche Krankheit, die von Schulmedizinern behandelt werden muss. Alternative Heilmethoden können helfen, das Befinden der Frau während der Therapie zu verbessern. Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Yoga helfen etwa bei Erschöpfungszuständen, Akupunktur kann Übelkeit und Schmerzen lindern. Patienten sollten aber immer mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie ergänzend zu ihrer Therapie alternative Heilmethoden einsetzen.

Für viele alternative Heilmethoden ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie wirklich wirken, warnt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Auch fehlen oft Informationen über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit schulmedizinischen Medikamenten. Denn dass etwa vermeintlich "sanfte" Mittel mit natürlichen Wirkstoffen generell ungefährlich sind, ist ein Irrtum.

Zudem lockt Krebs viele Geschäftemacher auf den Plan, die die Verzweiflung der Patienten nutzen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zur Vorsicht rät der Krebsinformationsdienst vor allem: -wenn der Anbieter dem Patienten verbietet, mit seinem schulmedizinischen Arzt Rücksprache über die alternative Therapie zu halten -wenn der Anbieter dazu rät, die schulmedizinische Therapie abzubrechen -wenn der Anbieter verspricht, seine Heilmethode helfe gegen alle Arten von Krebs und Krebs in allen Stadien -wenn der Anbieter Vorkasse verlangt -wenn der Anbieter im Ausland sitzt und/oder das Mittel nur über das Internet bestellt werden kann

Durch Ernährung lässt sich Krebs nicht beeinflussen. Krebsdiäten und Fastenkuren, die den Tumor aushungern sollen, können sogar gefährlich sein: Sie verbieten oft Energie- und Vitaminlieferanten, die in der kräftezehrenden Krebstherapie wichtig für die Patienten wären.

Die wohl bekannteste alternative Heilmethode bei Krebs ist die Misteltherapie, die ihren Ursprung in der anthroposophischen Lehre hat. Außerhalb des deutschsprachigen Raumes weitgehend unbekannt, ist sie in Deutschland weit verbreitet. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung.

Dabei wird rezeptfrei erhältlicher Mistelextrakt unter die Haut gespritzt. Die Hersteller der Mistelpräparate versprechen verschiedenste Wirkungen: So sollen die Mittel Appetit steigern, Schmerzen lindern, widerstandsfähiger gegen Infekte machen, die Stimmung und das Wohlbefinden verbessern.

Viele Frauen sind überzeugt, dass die Mistel ihnen hilft, sich besser zu fühlen. Bis heute aber sind sich Experten nicht einig, ob Mistelpräparate tatsächlich den Gesundheitszustand verbessern oder gar Tumoren bremsen oder heilen können, wie verschiedentlich behauptet wird. Die vorliegenden wissenschaftlichen Studien zur Misteltherapie sind wenig aussagekräftig. Außerdem fehlen verlässliche Studien über die Nebenwirkungen der Mistel - die Hersteller der Präparate machen hierzu unterschiedlichste Angaben, etwa Fieber, Schüttelfrost oder allergische Reaktionen.

Mehr wissenschaftlich geprüfte Informationen zu alternativen Heilmethoden bei Krebs sind auf der Website des Krebsinformationsdienstes zu finden.

In der konventionellen Krebstherapie lassen sich teilweise drastische Nebenwirkungen leider nicht verhindern: So lässt etwa Chemotherapie die Haare ausfallen, Bestrahlung reizt die Haut. Hier hat der Krebsinformationsdienst umfangreiche Informationen zusammengestellt, wie man Nebenwirkungen wie diese - auf sanftem und schulmedizinischem Wege - behandeln kann.

Wie kann ich mich schützen?

Seit Ende 2006 ist in Deutschland eine Impfung gegen die Virentypen HPV 16 und HPV 18 zugelassen, die 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs auslösen. Geimpft werden sollte vor dem ersten Sex - denn hatte die Frau bereits Kontakt mit einem der Virentypen, wirkt der Impfschutz nicht. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut die Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17. Seit Juli 2007 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Mädchen dieser Altersgruppen.

Außerdem zahlen die Krankenkassen allen Frauen ab 20 einmal jährlich die Krebsvorsorge mit dem so genannten Pap-Test (siehe oben). Wer regelmäßig zur Krebsvorsorge geht, ist gut geschützt - Krebs am Gebärmutterhals entwickelt sich über Jahre, seine Vorstufen und Frühformen sind fast immer heilbar.

Wo kann ich weiterlesen, wenn ich mehr Informationen haben möchte?

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg hat auf seiner Homepage umfangreiche, wissenschaftlich fundierte Informationen und viele Links zum Thema zusammengestellt.

Der Verein "Frauenselbsthilfe nach Krebs" bietet auf seiner Homepage den Kontakt zu zahlreichen lokalen Selbsthilfegruppen an. Außerdem kann man verschiedene Broschüren herunterladen, unter anderem zum Thema Krebs und Sexualität.

Text: Angelika Unger

Wer hier schreibt:

Angelika Unger

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    von wegen - 'entwickelt sich über Jahre'.... - ha ha ha

    Wenn mein Gynakologe vor 17 Jahren nicht aufmerksam gewesen wäre, würde ich heute nicht mehr leben!

    Der pap-Test war soweit in Ordnung, irritiert hat ihn aber eine kleine Nachblutung an der Stelle wo er den Abstrich genommen hat. Daraufhin hat er mich 4 Wochen später wieder einbestellt und erneut einen Abstrich genommen - Ergebnis: bösartig! Eingewiesen wurde ich ins Krankenhaus für eine Konisation, dort wurde ich aber auf Grund der Familiengeschichte (Mutter hatte auch Cervx-Ca, Schwester ist mit 26 Jahren daran gestorben -10 Monate vor meiner Diagnose) gründlichst auf den Kopf gestellt. Ergebnis war: das Karzinom hat sich so schnell weiterentwickelt, dass mir eine Total-OP nahelegt und auch durchgeführt wurde.....
Bild Montagsnl

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