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Gebärmutterkörperkrebs

Frauen mit Gebärmutterkörperkrebs haben gute Heilungschancen. Kinder können die Betroffenen danach allerdings nicht mehr bekommen.

Gebärmutterkörperkrebs - was ist das eigentlich?

Gebärmutterkörperkrebs - Mediziner sprechen vom Endometriumkarzinom - ist ein bösartiger Tumor in der Gebärmutter. Er ist der häufigste Krebs der weiblichen Geschlechtsorgane: Mehr als 11.000 Frauen erkranken jedes Jahr daran. Die Krankheit gilt aber als gut behandelbar: Fünf Jahre, nachdem Gebärmutterhalskrebs bei ihnen festgestellt wurde, leben noch 77 Prozent der Patientinnen.

Wer bekommt Gebärmutterkörperkrebs?

Gebärmutterkörperkrebs trifft vor allem Frauen, die die Wechseljahre schon hinter sich haben: Die Patientinnen sind durchschnittlich 67 Jahre alt.

Das weibliche Sexualhormon Östrogen scheint eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit zu spielen. So erkranken Frauen, die schon früh ihre erste Regel hatten und erst spät in die Wechseljahre kamen, mit höherer Wahrscheinlichkeit an Gebärmutterkörperkrebs. Ebenso haben kinderlose Frauen ein höheres Risiko als Frauen, die schon mehrere Kinder geboren haben. Auch Übergewicht erhöht das Risiko - denn auch Fettgewebe produziert Östrogen.

Erhalten Frauen in den Wechseljahren Östrogenpräparate, etwa gegen Hitzewallungen, kann dies Gebärmutterkörperkrebs fördern. Ungefährlich ist die Hormonbehandlung aber, wenn die Frauen gleichzeitig Gestagene erhalten.

Besonders gefährdet sind Frauen mit atypischer Endometriumhyperplasie: Jede dritte Frau, die an dieser gutartigen Wucherung der Gebärmutterschleimhaut leidet, erkrankt später an Gebärmutterkörperkrebs.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Wie auch andere Krebsarten der weiblichen Geschlechtsorgane ist Gebärmutterkörperkrebs lange nicht zu spüren. Hat der Tumor eine gewisse Größe erreicht, kann es zu Schmierblutungen, Schmerzen im Unterleib und übelriechendem Ausfluss kommen. Blutungen nach den Wechseljahren sind immer verdächtig und sollten abgeklärt werden!

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Bei einem Scheiden-Ultraschall (transvaginale Sonografie) führt der Frauenarzt ein stabförmiges Ultraschallgerät durch die Vagina in die Gebärmutter und misst dort die Dicke der Schleimhaut.

Stellt der Arzt hierbei etwas Ungewöhnliches fest, macht er eine Ausschabung der Gebärmutter und entnimmt eine Gewebeprobe, die im Labor untersucht wird. Außerdem betrachtet er das Innere der Gebärmutter mit einem Endoskop.

Wurde bei der Gewebeuntersuchung Krebs festgestellt, nutzt der Arzt Röntgenaufnahmen, Computertomografie und gegebenenfalls Blasen- oder Darmspiegelung, um eventuelle Metastasen zu finden.

Wie kann man Gebärmutterkörperkrebs behandeln?

Die gängige Methode zur Behandlung von Gebärmutterkörperkrebs ist die Operation. Bei der Hysterektomie wird die ganze Gebärmutter entfernt. Meist werden gleichzeitig die Eileiter und die Eierstöcke herausgenommen, oft auch die Lymphknoten. Hat der Krebs schon Metastasen gebildet, müssen unter Umständen andere Organe entfernt werden, etwa Harnblase oder Enddarm.

Bei der Operation kann es zu Komplikationen kommen, wenn etwa Blase oder Harnleiter verletzt werden. Erkranken gebärfähige Frauen an Gebärmutterkörperkrebs, versetzt die Operation sie in die Wechseljahre. Die Folge: typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen.

Ergänzend oder alternativ zu einer Operation kommt außerdem eine Strahlentherapie in Frage. Als Nebenwirkung kann es zu Entzündungen der Vagina und Harnblase kommen.

Eine Hormontherapie mit Gestagen-Präparaten hilft dem Körper, das Östrogen in Schach zu halten, damit der Tumor langsamer wächst. Chemotherapie wird bei Gebärmutterkörperkrebs nur dann eingesetzt, wenn alle anderen Methoden versagen.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Gebärmutterkörperkrebs ist eine gefährliche Krankheit, die von Schulmedizinern behandelt werden muss. Alternative Heilmethoden können helfen, das Befinden der Frau während der Therapie zu verbessern. Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Yoga helfen etwa bei Erschöpfungszuständen, Akupunktur kann Übelkeit und Schmerzen lindern. Patienten sollten aber immer mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie ergänzend zu ihrer Therapie alternative Heilmethoden einsetzen.

Für viele alternative Heilmethoden ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie wirklich wirken, warnt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Auch fehlen oft Informationen über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit schulmedizinischen Medikamenten. Denn dass etwa vermeintlich "sanfte" Mittel mit natürlichen Wirkstoffen generell ungefährlich sind, ist ein Irrtum.

Zudem lockt Krebs viele Geschäftemacher auf den Plan, die die Verzweiflung der Patienten nutzen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zur Vorsicht rät der Krebsinformationsdienst vor allem: -wenn der Anbieter dem Patienten verbietet, mit seinem schulmedizinischen Arzt Rücksprache über die alternative Therapie zu halten -wenn der Anbieter dazu rät, die schulmedizinische Therapie abzubrechen -wenn der Anbieter verspricht, seine Heilmethode helfe gegen alle Arten von Krebs und Krebs in allen Stadien -wenn der Anbieter Vorkasse verlangt -wenn der Anbieter im Ausland sitzt und/oder das Mittel nur über das Internet bestellt werden kann

Durch Ernährung lässt sich Krebs nicht beeinflussen. Krebsdiäten und Fastenkuren, die den Tumor aushungern sollen, können sogar gefährlich sein: Sie verbieten oft Energie- und Vitaminlieferanten, die in der kräftezehrenden Krebstherapie wichtig für die Patienten wären.

Die wohl bekannteste alternative Heilmethode bei Krebs ist die Misteltherapie, die ihren Ursprung in der anthroposophischen Lehre hat. Außerhalb des deutschsprachigen Raumes weitgehend unbekannt, ist sie in Deutschland weit verbreitet. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung.

Dabei wird rezeptfrei erhältlicher Mistelextrakt unter die Haut gespritzt. Die Hersteller der Mistelpräparate versprechen verschiedenste Wirkungen: So sollen die Mittel Appetit steigern, Schmerzen lindern, widerstandsfähiger gegen Infekte machen, die Stimmung und das Wohlbefinden verbessern.

Viele Frauen sind überzeugt, dass die Mistel ihnen hilft, sich besser zu fühlen. Bis heute aber sind sich Experten nicht einig, ob Mistelpräparate tatsächlich den Gesundheitszustand verbessern oder gar Tumoren bremsen oder heilen können, wie verschiedentlich behauptet wird. Die vorliegenden wissenschaftlichen Studien zur Misteltherapie sind wenig aussagekräftig. Außerdem fehlen verlässliche Studien über die Nebenwirkungen der Mistel - die Hersteller der Präparate machen hierzu unterschiedlichste Angaben, etwa Fieber, Schüttelfrost oder allergische Reaktionen.

Mehr wissenschaftlich geprüfte Informationen zu alternativen Heilmethoden bei Krebs sind auf der Website des Krebsinformationsdienstes zu finden.

In der konventionellen Krebstherapie lassen sich teilweise drastische Nebenwirkungen leider nicht verhindern: So lässt etwa Chemotherapie die Haare ausfallen, Bestrahlung reizt die Haut, Hormontherapie löst Hitzewallungen aus. Hier hat der Krebsinformationsdienst umfangreiche Informationen zusammengestellt, wie man Nebenwirkungen wie diese - auf sanftem und schulmedizinischem Wege - behandeln kann.

Wie kann ich mich schützen?

Je früher Gebärmutterkörperkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Ein Grund mehr, regelmäßig zur Kontrolluntersuchung zum Frauenarzt zu gehen - auch nach den Wechseljahren.

Die Pille verringert das Risiko einer Erkrankung leicht. Schützen können sich Frauen außerdem, indem sie in den Wechseljahren auf eine reine Östrogentherapie verzichten.

Frauen, die an atypischer Endometriumhyperplasie leiden, einer gutartigen Schleimhautwucherung, sollten darüber nachdenken, sich die Gebärmutter entfernen zu lassen.

Wo kann ich weiterlesen, wenn ich mehr Informationen haben möchte?

Der Verein "Frauenselbsthilfe nach Krebs" bietet auf seiner Homepage den Kontakt zu zahlreichen lokalen Selbsthilfegruppen an. Außerdem kann man verschiedene Broschüren herunterladen, unter anderem zum Thema Krebs und Sexualität.

Text: Angelika Unger

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Angelika Unger

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