Was Beschwerden in der Brust bedeuten können

Häufig schmerzt es in der Brust, wenn sich unser Hormonhaushalt ändert oder wir gestresst sind. Was können Beschwerden bedeuten? Ein Überblick.

"Alles in Ordnung": Viel mehr wollen wir nicht hören, wenn einmal im Jahr, beim Vorsorgetermin, die Brüste abgetastet werden. Aber im Laufe eines Frauenlebens hat fast jede ab und zu Probleme mit ihrem Busen. Oft helfen schon einfache Hausmittel - und das beruhigende Gefühl, die Beschwerden zumindest einordnen zu können.

Die Brust tut vor der Regel weh

Extreme Berührungsempfindlichkeit vor der Regel nennt man Mastodynie. Die Ursache ist ein Ungleichgewicht der Hormone Östrogen und Progesteron, ein "relativer Progesteronmangel". Auch das Hormon Prolaktin, das beispielsweise bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird, kann die Brust sehr schmerzempfindlich machen.

Dagegen hilft zunächst mal ein gut sitzender BH. Auch gut: Kalte Umschläge (praktisch sind Tiefkühlerbsen im Beutel, in ein Gästehandtuch gewickelt), Mönchspfefferpräparate aus der Apotheke oder ein Hormongel (Gestagengel, auf Rezept) zum Einreiben. Lassen Sie Kaffee, Tee und Schokolade in der zweiten Zyklushälfte lieber weg, denn sie enthalten so genannte Methylxanthine - und die können die Beschwerden verstärken.

Schmerzen, die nicht mit dem Zyklus zusammenhängen, werden als Mastalgie bezeichnet. Nicht immer liegt die Ursache aber wirklich in der Brust. Der Schmerz kann auch von der Halswirbelsäule ausstrahlen, gelegentlich auch vom Herzen ausgehen. Häufige Ursache ist eine Mastopathie, also eine knotige, teilweise auch zystische Veränderung der Brust. Auch schlecht sitzende BHs können zu Schmerzen führen.

Der Busen ist schwer und spannt

Auch Frauen mit einem kleinen Busen kennen das Problem: Vor der Regel lagert sich im Gewebe vermehrt Wasser ein, die Brust fühlt sich schwer an und spannt. Oft hilft das homöopathische Mittel Aristolochia D12 (in den Tagen vor der Regel einmal täglich fünf Kügelchen oder Tropfen einnehmen). Oder sanfte Massagen mit einem selbst gemachten Öl (zu einem Teelöffel Salatöl je drei Tropfen Wacholder- und Geranium-Öl geben). Entwässernd wirkt Brennnesseltee.

Die Brust schmerzt und ist gerötet

Was viele nicht wissen: Brustentzündungen gibt es auch bei Frauen, die nicht stillen. Oft liegt die Neigung zu solchen Entzündungen an einer gesteigerten Prolaktinbildung (etwa als Nebenwirkung von Medikamenten wie Beruhigungsmitteln, Antidepressiva, östrogenbetonte Antibabypille) oder tritt in Folge einer Schilddrüsenunterfunktion auf.

Bei den ersten Anzeichen (Schmerzen, Schwellung, Rötung) gleich kalte Umschläge machen und das homöopathische Mittel Belladonna D6 nehmen (fünf Tropfen oder Kügelchen pro Stunde). Wenn die Entzündung nach einem Tag nicht abgeklungen ist, sollte man zum Arzt oder zur Ärztin gehen.

Der Busen ist so knubbelig

Bei jüngeren Frauen fühlt sich die Brust häufig sehr knotig an. Besorgniserregend ist das in den seltensten Fällen. Verhärtungen des Drüsen- oder Bindegewebes, eventuell auch kleine oder große Zysten, sind bei Frauen zwischen 30 und 50 eigentlich eher die Regel als die Ausnahme (ungefähr 60 Prozent der Frauen sind betroffen). Vor den Wechseljahren sind Knoten fast immer gutartig. Natürlich sollte jeder Knoten, der einem plötzlich auffällt, trotzdem abgeklärt werden. Aber es macht Sinn, erst einmal die nächste Regel abzuwarten. Viele Knoten sind dann nicht mehr tastbar oder deutlich kleiner. Und das spricht eindeutig gegen Krebs.

Aus der Brustwarze kommt Flüssigkeit

Ungefähr jede zweite Frau kann aus der Brustwarze Flüssigkeit drücken, das ist praktisch immer harmlos. Spontan "läuft" die Brust manchmal beim Sex oder beim Sport, auch Stress kann schuld sein. Auch bei einer Mastopathie tritt manchmal Flüssigkeit aus. Also nicht gleich in Panik geraten, gerade bei jüngeren Frauen ist es in den seltensten Fällen Krebs. Verdächtig ist vor allem, wenn nur eine Brust Sekret absondert.

Und wenn es doch Krebs ist?

Ein "auffälliger Befund" bei der Früherkennung ist noch kein Grund zur Panik: Meistens erweist sich der Knoten bei weiteren Untersuchungen als harmlos. Aber auch Frauen, die an Brustkrebs erkranken, haben heute sehr gute Heilungschancen - wenn sie für die Operation und Nachbehandlung ein qualifiziertes Zentrum aufsuchen. Eine ganz aktuelle Studie der Universitätsklinik Ulm zeigte: Unter den Frauen, die nach neuesten wissenschaftlichen Standards behandelt wurden, überlebten 90 Prozent die ersten fünf Jahre nach der Diagnose Brustkrebs. Unter Patientinnen, bei denen von den Leitlinien abgewichen wurde, waren es nur 55 Prozent.

Kleines Knoten-ABC

Ist der Knoten gut- oder bösartig?

  • Krebsverdächtig:
  • ein Knoten, der nach den Wechseljahren neu auftritt
  • "steinharte" Konsistenz
  • der Knoten lässt sich nicht gegen Haut und Brustmuskel verschieben
  • der Knoten fühlt sich nicht rund und gut abgegrenzt an
  • Eher gutartig:
  • ein glatt begrenzter Knoten, der sich gut verschieben lässt
  • der Knoten wird nach der Regel kleiner
  • der Knoten bildet sich vor den Wechseljahren

Text: Dr. Sabine Thor-Wiedemann Ein Beitrag aus BRIGITTE

Kommentare (9)

Kommentare (9)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Wichtig ist es, bei jedem verdächtigen Knoten auf keinen Fall selbst zu disgnostizieren! Auch wenn nichts tastbar ist, aber andere Auffälligkeiten vorliegen, sollte man zum Arzt gehen. Bei mir kam es zu diffusen Brustschmerzen, noch beim Ausziehen meinte mein Gynäkologe dass Krebs keine Schmerzen macht. Im Endeffekt war es ein 2, 3 cm großer Krebsknoten, der sich aber schlecht tasten ließ und erst in der Sono und Mammo richtig beurteilbar war. Ich war 37, als der Krebs entdeckt wurde und habe keinerlei Krebserkrankungen in der Familie. Mittlerweile habe ich Chemo und die OP hinter mir. Hätte ich mich auf die gängigen Brustkrebsmythen verlassen, wäre es wohl noch schlimmer gekommen. Im Übrigen war auch mein Knoten verschieblich. Auch dass schließt Krebs leider nicht aus. Jede Auffälligkeit gehört zeitnah untersucht!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Liebe botterbloom,



    vermutlich kann Ihnen ein Dermatologe weiterhelfen. Wenn nicht, wird er Ihnen sicher sagen können, an welchen anderen Arzt Sie sich wenden sollten.



    Herzliche Grüße

    Ihr BRIGITTE-Team
  • Anonymer User
    Anonymer User
    In letzter Zeit habe ich stark juckende Brüste, die ich Nachts häufjger blutig kratze; kann erst aufhören zu kratzen, wenn es schmerzt. Cremen hilft leider nur bedingt. Ist das eher ein Fall f den Dermatologen oder Gynäkologen? Vielen Dank.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Liebe Melissa24,



    wie schnell sich ein Krebs verbreitet, lässt sich nicht paschal beantworten. Auf den folgen den Seiten können Sie sich informieren und bei Bedarf Kontakt mit Experten aufnehmen:

    http://www.krebsinformationsdienst.de/

    http://www.brustkrebsdeutschland.de/home/start.html

    http://www.tumorzentrum-freiburg.de/patientenportal/krebs-hotline.html



    Alles Gute

    Ihr BRIGITTE-Team
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Brustkrebs.... Wie schnell verbreitet sich der krebs? Der Termin beim Arzt ist erst in einem Monat!!! Und vorher Gebärmutterhalskrebs.... Kann Mann daran sterben? Kann mir jemand die fragen beantworten? :(
Bild Montagsnl

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