Gebärmutter: Was ist da unten los?

Meistens verhält sie sich ruhig, aber wenn die Gebärmutter zickt, dann oft richtig. Wir deuten ihre Signale - und sagen, was hilft.

Wenn alles gut läuft, erinnert sie uns nur ein Mal im Monat an ihre Existenz - das allerdings eher unangenehm. Dabei ist der etwa faustgroße Hohlmuskel in unserem Unterleib, die Gebärmutter, eigentlich ständig in Bewegung. Und auf eine Schwangerschaft zu warten und diese zu beherbergen ist auch nicht ihre einzige Funktion.

Der altgriechische Arzt Hippokrates hielt "Hystera" - griechisch für Gebärmutter - für den Sitz der Seele. In der europäischen Volkskultur sah man sie als eine Art eigenständiges Lebewesen im Körper der Frau. Und noch vor hundert Jahren galt ihre Entfernung oder operative Verlagerung als wirksame Heilmethode gegen die weibliche Hysterie. Dabei ist es doch eher umgekehrt: Sie macht sich bemerkbar, wenn das Gleichgewicht in unserem Körper oder das der Seele gestört ist. Schmerzen, Blutungsstörungen - alles ab und zu normal; nehmen sie aber zu, sind sie ein Ausdruck von Gesundheitsstörungen, die wir ernst nehmen sollten.

Ich habe unregelmäßige Blutungen

Das könnte dahinterstecken: Hormonstörung

Manchmal fragt man sich schon, warum es eigentlich "Regel" heißt: Mal kommt sie zu früh, zu spät, zu heftig oder zu spärlich. Bleibt sie aus, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge, und schwanger ist man dann auch nicht zwingend. Denn unser Körper reagiert auf besondere Anforderungen, in dem er auf "Sparflamme" schaltet: besser kein Eisprung, wenn gerade für einen Wettkampf trainiert wird oder eine Lebenskrise bewältigt werden muss.

Bleibt die Menstruation aber länger als sechs Monate aus, ist es ratsam, den Ursachen auf den Grund zu gehen: Eine Hormonstörung, zum Beispiel das bei jungen Frauen nicht seltene PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom), sollte frühzeitig behandelt werden, um weitere Gesundheitsprobleme zu vermeiden. Und auch Ess-Störungen können zum Ausbleiben der Regel führen.

Was ist, wenn die Menstruation zu heftig ausfällt, zu lange andauert oder Blutungen "zwischen den Tagen" auftreten? Dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Gynäkologin oder den Gynäkologen anzusprechen. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, könnte eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken. Oder die Hormone sind aus dem Takt. Deswegen verstärken sich etwa bei vielen Frauen in den Wechseljahren die Blutungen vorübergehend. Das kann nicht nur lästig sein, sondern dem Körper zum Beispiel durch Eisenmangel auch gesundheitlich zu schaffen machen. Ist dies der Fall, sollte ein Medikament dagegen verschrieben werden.

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  • Text: Antje Kunstmann, Irene Stratenwerth
    Foto: Josii / photocase.com
    Ein Artikel aus BRIGITTE Balance 04/2010
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