Gebärmutter: Was ist da unten los?

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Beim Lachen mache ich mir in die Hose

Das könnte dahinterstecken: Gebärmuttersenkung

Zugegeben: Eine nach möglichst vielen öffentlichen Toiletten geplante Shoppingtour macht nicht wirklich Spaß. Aber es passiert öfter, als man denkt, dass Frauen mit Blasenschwäche zu kämpfen haben. Schon unter den jüngeren sind 20 bis 30 Prozent betroffen. Und schämen sich. Dabei lässt sich das Problem gut behandeln, wenn man es nur mal beim Arzt anspricht. Meist ist die Ursache eine sogenannte Belastungsinkontinenz. Sobald durch Husten, Niesen oder Lachen der Druck im Bauchraum steigt, verlieren die Betroffenen Urin. Der häufigste Grund: eine Schwäche des Beckenbodens.

Denn durch Schwangerschaft und Geburt, aber auch durch angeborene Bindegewebsschwäche oder Risikofaktoren wie Übergewicht verliert er an Elastizität. Und hält dann oft auch die Gebärmutter nicht mehr an ihrem Platz. Sie folgt der Schwerkraft, senkt sich ab und kann so auch noch auf die Blase drücken.

Wichtigstes Gegenmittel: Beckenbodentraining. Doch oft ist das leichter gesagt als getan. "Manche meiner Patientinnen erzählen, sie würden schon lange Übungen machen. Und dann stellen wir fest, sie können ihren Beckenboden gar nicht anspannen", berichtet Dr. Katharina Jundt, Oberärztin und Leiterin der urogynäkologischen Ambulanz an der Universitäts-Frauenklinik in München.

Manchen fehlt einfach das Gefühl für ihren Beckenboden oder sie haben es durch Geburtsverletzungen eingebüßt. Um sich des Körperteils (wieder) bewusst zu werden, kann Elektrostimulation helfen - das Gerät bekommen die Frauen für das Training mit nach Hause. Auch wer den Beckenboden anspannen kann, profitiert von speziellen Trainingsgeräten, zum Beispiel mit Biofeedback. Auch wenn der Erfolg sich niemals sofort einstellt: Etwa drei Monate sollte man das Training - eventuell zusammen mit Medikamenten - schon probieren. Erst dann sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Entscheidend dafür, Inkontinenz operativ zu beheben, ist der Leidensdruck der Patientin. Der Standardeingriff - der Einsatz eines Kunststoffbändchens, das der Harnröhre Halt gibt -, ist bei 80 bis 90 Prozent der Frauen erfolgreich, wird jedoch nicht empfohlen für Frauen mit Kinderwunsch. Für sie gibt es Pessare, die vorübergehend eingesetzt werden, zum Beispiel um den Harnverlust während der Joggingrunde zu vermeiden.

Für alle Frauen gilt: Einer Schwäche des Beckenbodens kann jede vorbeugen, und zwar zum Beispiel mit diesem Workout: www.brigitte.de/beckenboden-training

Raus damit!?

"Die brauchen Sie doch nicht mehr!", bekamen viele Frauen in den 70er und 80er Jahren von ihren Frauenärzten zu hören; jeder Dritten wurde die Gebärmutter im Laufe ihres Lebens entfernt. Seither hat sich viel getan: Neue Operationstechniken etwa machen die Beseitigung von Myomen möglich. Und die wachsende Kritik an der Operationswut der Gynäkologen hat viele Frauen kritisch nachfragen lassen, ob sie das "überflüssige Organ" wirklich nicht mehr benötigen, wenn kein Kinderwunsch (mehr) besteht. Denn die Folgen einer operativen Entfernung der Gebärmutter können schwerwiegend sein, nicht zuletzt für das Gleichgewicht der Hormone. Studien zeigen, dass Frauen ohne Gebärmutter durchschnittlich vier Jahre früher in die Wechseljahre kommen.

Buchtipp

Dr. Barbara Ehret-Wagener, Dr. Mirjam Roepke-Buncsak: "Frauen - Körper - Gesundheit - Leben. Das große BRIGITTE-Buch der Frauenheilkunde", Diana-Verlag, 384 S., 21,95 Euro. Im BRIGITTE-Shop bestellen!

Die Frauenärztin und BRIGITTE-Buchautorin Dr. Barbara Ehret beobachtet jedoch bereits wieder eine Trendwende: "Die Zahlen der Eingriffe waren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Jetzt steigen sie wieder." Denn eine Gebärmutter-Entfernung ist inzwischen per Schlüsselloch-OP möglich, und dies gilt vielen als besonders schonend. "Eine trügerische Sichtweise", weiß Ehret, laparoskopische Eingriffe erfordern viel medizinisches Know-how. "Bei einem unerfahrenen Operateur beträgt die Komplikationsrate über 50 Prozent." Und egal, wie die Gebärmutter entfernt wird, die möglichen Auswirkungen, etwa auf den Hormonhaushalt, bleiben die gleichen. "Manche Frauen sehen die Gebärmutter-Entfernung schon als Lifestyle-OP", so Ehret. "Dabei sollte die Entscheidung, auf dieses Organ zu verzichten, immer gut durchdacht sein."

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  • Artikel vom 31.08.2010
  • Text: Antje Kunstmann, Irene Stratenwerth
    Foto: Josii / photocase.com
    Ein Artikel aus BRIGITTE Balance 04/2010
Letzte Kommentare
  • Angelique
    am 28.12.11 um 09:51
    Hatte gestern einen Kommentar zu "schmerzhafter Eisprung" geschrieben -wo ist der hin?
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