Verhütung
Wie gefährlich ist die Pille?

Immer wieder gibt es Meldungen über Todesfälle - ausgelöst durch die Pille. Wie gefährlich ist die Pille wirklich?

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Foto: PHILIPPE HUGUEN/AFP/Getty Images

Die Verhütung mit der Pille ist erneut in die Diskussion geraten. Der Grund: In Frankreich sind vier Todesfälle in den vergangenen Jahrzehnten durch Thrombosen mit der Einnahme des Präparats "Diane 35" in Zusammenhang gebracht worden. Die französische Arzneimittelaufsicht hat deshalb Ende Januar 2013 entschieden, sie vom Markt zu nehmen. In Deutschland ist die Pille, die offiziell nur als Aknemittel verschrieben werden darf, weiterhin zugelassen.

Dass die Einnahme der Anti-Baby-Pille das Thrombose-Risiko erhöht, ist seit langem bekannt. Auch die Pillen "Yasmin" und "YAZ" stehen im Verdacht, mit vereinzelten Todefällen aus den vergangenen Jahren in Zusammenhang zu stehen.

Wie gefährlich ist die Pille? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Welche Gesundheitsrisiken haben Anti-Baby-Pillen?

Alle Präparate, die Östrogene enthalten, erhöhen das Risiko für Thrombose, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Thrombose-Risiko ist leider mit der 2. und 3. Generation der Pillen noch gestiegen, das zeigt jetzt eine neue Studie der Universität Leiden. Pillen der 2. Generation verdreifachen das Thrombose-Risiko, Pillen der 3. Generation verfünffachen es sogar im Vergleich zu Frauen, die keine Hormonpräparate nehmen.

Ein besonders hohes, nämlich sechs- bis siebenfach erhöhtes Risiko hatten Kombinations-Präparate, die Desogestrel, Cyproteronazetat, Norgestimat oder Drospirenon enthielten.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe kommt 2012 zu dem Schluss, dass Frauen, die Drospirenon-haltige Verhütungsmittel (wie "Yasmin" oder "YAZ") einnehmen, häufiger an Thrombosen erkranken als Frauen, die mit anderen modernen Pillen verhüten. Auf eine Dauer von zehn Jahren berechnet, erkrankt demnach eine von 100 Frauen, die mit Drospirenon-haltigen Pillen verhüten, an einer Thrombose.

Ob auch Minipillen, die Desogestrel als einzigen Wirkstoff enthalten, das Thrombose-Risiko erhöhen, konnte nicht geklärt werden.

Das Thrombose-Risiko ist übrigens vor allem im ersten Jahr nach Start der Pillen-Einnahme erhöht. Wer bereits seit Jahren die Pille nimmt, ist deutlich weniger gefährdet.

Zur Frage, ob die Anti-Baby-Pillen in ihrer heutigen Dosierung das Krebsrisiko erhöht, gibt es unterschiedliche Studienergebnisse. Zumindest scheint es Effekte in verschiedene Richtungen zu geben: Das Brustkrebsrisko wird möglicherweise leicht erhöht, das Eierstockkrebsrisiko aber gesenkt.

Bei der Minipille gibt es kein erhöhtes Krebsrisiko, bei längerer Einnahme kann sie aber zur Bildung von Eierstockzysten führen.

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  • Text: Antje Kunstmann, Irene Stratenwerth
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