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Gesund im Sommer
Das hilft gegen Zecken

Im Wald umherstreifen, auf einer Wiese liegen - herrlich! Mit unseren sieben Tipps gegen Zecken können Sie weiter ungestört die Natur genießen.

Foto: dpa/Erwin Elser

Zecken werden ab einer Temperatur von etwa sieben Grad Celsius aktiv und leben meist unterhalb von 1000 Metern über dem Meeresspiegel. Ziehen Sie feste Schuhe, Socken und lange Hosen an, wenn Sie im Wald unterwegs sind, um sich vor Zecken zu schützen. Tragen Sie möglichst auch ein Hemd mit langen Ärmeln. Achten Sie auch beim Picknick auf der Wiese oder bei Gartenarbeiten auf einen Schutz vor Zecken.

Impfschutz prüfen

Die Zeckenimpfung ist sinnvoll, wenn Sie in Risikoregionen leben oder Urlaub machen und sich dort in der freien Natur aufhalten. Sie schützt vor dem von Zecken übertragenen FSME-Virus, das zu einer Gehirnhautenzündung führen kann. Betroffen sind vor allem Bayern und Baden-Württemberg sowie Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland. Genaue Angaben über die Verbreitungsgebiete finden Sie auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Wer geimpft ist, muss sich aber trotzdem vor Zecken schützen, denn diese übertragen auch andere Krankheitserreger, insbesondere Bakterien aus der Gruppe der so genannten Borrelien. Das Problem: Die Infektionserkrankung Borreliose (Lyme-Borreliose) hat in Deutschland stark zugenommen. Inzwischen geht man von rund 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr aus. Borreliose kann zu chronischen Entzündungen des Nervensystems, des Herzmuskels und der Gelenke führen und in ganz seltenen Fällen sogar tödlich verlaufen.

5 bis 35 Prozent aller Zecken tragen den Erreger in sich, von hundert Zeckenbissen führt durchschnittlich einer zu einer erkennbaren Borreliose-Erkrankung. Bei grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen sollte man aufhorchen. Diese können auch erst Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich auftreten. Typisch für die Infektion ist die so genannte "Wanderröte", eine ringförmige und mindestens vier Zentimeter große Rötung rund um die Stichstelle. Wichtig: Diese tritt frühestens sieben Tage nach dem Stich auf. Sollte man solche Anzeichen bemerken, sollte man direkt zum Hausarzt gehen, Borreliose läßt sich gut mit Antibiotika behandeln.

Nicht auf Chemie vertrauen

In Kombination mit geeigneter Kleidung sind auch Anti-Zecken-Mittel (Sprays und Lotionen) geeignet, Zecken abzuschrecken - aber nicht sehr: Die Stiftung Warentest hat 2008 20 Anti-Zecken-Mittel getestet - 12 der 20 getesteten Produkte erhielten die Note "mangelhaft", keins "gut". Der größte Kritikpunkt: Die Mittel, auch Repellents genannt, wirken nicht so lange wie versprochen.

Sich selbst untersuchen

Suchen Sie nach einer Wanderung oder einem Picknick in der Wiese den Körper genau ab. Zecken bevorzugen Stellen mit dünner Haut, wie Kniekehlen, Armbeugen, Achsel- und Leistengegend. Da die Zecken beim Stich ein betäubendes Sekret absondern, spürt man sie meist nicht.

Je eher Sie eine Zecke entfernen, desto geringer ist das Risiko einer Infektion mit Borelliose: In der Regel werden die Erreger erst nach etwa 24 Stunden übertragen. Nehmen Sie daher bei Ausflügen in die Natur eine Pinzette mit.

Zecken richtig entfernen

Ziehen Sie die Zecke mit der Pinzette heraus - ohne sie zu quetschen. Fassen Sie das Tier mit der Pinzette dabei möglichst dicht an der Haut an. Wird es zuvor mit Vereisungsspray betäubt, lässt es sich leichter entfernen. Ersticken Sie die Zecke aber auf keinen Fall mit Öl oder Klebstoff! Im Todeskampf sondern die Tiere Speichel ab; das lässt die Infektionsgefahr steigen.

Spezielle Zeckenzangen, die Scheckkarten ähneln, sind weniger geeignet: Damit bekommt man die kleineren Jugendstadien der Zecke, die so genannten Nymphen, nicht immer zu fassen. Auch lässt sich die Kartenfläche nicht an jeder Körperstelle ansetzen, etwa in der bei Zecken beliebten Leisten- und Genitalregion. Pinzetten-ähnliche Zeckenzangen aus Plastik haben oft den Nachteil, dass sie nicht richtig schließen und das Entfernen des Tieres dadurch erschweren.

Ab ins Labor?

Häufig hört man den Rat, die entfernte Zecke aufzubewahren und zu einer genaueren Untersuchung mit zum Arzt zu nehmen. Tatsächlich kann im Labor bestimmt werden, ob und welche Krankheitserreger Zecken enthalten. Allerdings können beschädigte oder eingetrocknete Zecken, aber auch komplett mit Blut vollgesogene Tiere, das Laborergebnis verfälschen. Die aufwändige Untersuchung einer Zecke, die Sie selbst von Ihrem Körper entfernt haben, ist deswegen nicht unbedingt sinnvoll.

Auf Krankheitszeichen achten

Ist die Zecke entfernt, sollten Sie die Einstichstelle eine Zeit lang weiter beobachten. Dafür kann es sinnvoll sein, diese zu markieren und sich das Datum des Zeckenstiches zu merken. Bei mehr als der Hälfte der Borreliose-Infizierten rötet sich ein paar Tage bis zu sechs Wochen nach dem Stich die Hautregion um die Einstichstelle, wobei diese Verfärbung außerdem zunächst im Umfang zunimmt.

Wenn Sie diese Reaktion an sich beobachten, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen, denn diese so genannte Wanderröte markiert bereits das erste Stadium einer Erkrankung. Zu diesem Zeitpunkt ist die Borreliose aber noch unproblematisch und effektiv mit Antibiotika zu behandeln.

Fieber, Kopfschmerzen und andere Symptome, die einer Grippe ähneln, sind Warnsignale einer Infektion mit FSME-Viren. Sie können auch erst einige Wochen nach dem Zeckenstich erstmals auftreten. Konsultieren Sie mit solchen Beschwerden auf jeden Fall einen Arzt und sprechen Sie immer auch Ihren Zeckenstich an.

  • Text: Irene Stratenwerth, Antje Kunstmann, Monika Herbst

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