BRIGITTE Gehirntrainer: Eben hab ich's doch noch gewusst!

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Und? Wie weit sind Sie gekommen, bevor es mühsam oder unmöglich wurde, die Buchstabenfolge zu erinnern?

Vier oder fünf Buchstaben: Wenn Sie nur diese Anzahl hintereinander schaffen, ist das tatsächlich relativ wenig. Oder haben Sie sich etwa gar nicht richtig konzentriert? Haben Sie vielleicht auch noch daran gedacht, dass Sie nachher beim Einkauf die Butter nicht vergessen dürfen, oder haben Sie jemanden im Nebenzimmer telefonieren hören? Dann war ja bereits einiges Ihres Speichers belegt. Oder sind Sie müde, hungrig oder frustriert? Auch diese körperlichen oder emotionalen Empfindungen beschränken unsere Gedächtnisspanne.

Sechs oder sieben Buchstaben: Wenn Sie bis zu dieser Länge die Kombinationen richtig wiedergeben konnten, liegen Sie mit ihrer Merkfähigkeit im Durchschnitt. Schon in den fünfziger Jahren hat der Psychologe George Miller postuliert, dass das Kurzzeitgedächtnis etwa sieben Informationseinheiten gleichzeitig fassen kann. Mit dieser magischen Sieben kommen wir übrigens nicht zur Welt: Die Gedächtnisspanne wächst in der Kindheit, ist mit 17 Jahren am größten und sinkt danach leicht, aber nicht dramatisch ab.

Acht Buchstaben: Gratulation! Sie sind besser als der Durchschnitt.

Neun oder zehn Buchstaben: Wenn Sie auch hier noch mitgehalten haben, sind Sie fast schon einsame Spitze. Nur wenige haben ein Kurzzeitgedächtnis wie Sie.

Neben unserem Kurzzeitspeicher verfügen wir natürlich auch über ein Langzeitgedächtnis, das sich viele Buchstaben merken kann. In dieses gelangen Informationen, mit denen wir uns intensiver beschäftigen oder die eine große emotionale Bedeutung für uns haben - anders als irgendeine beliebige Buchstabenfolge.

Außerdem ist unser Gehirn in der Lage, Informationen so zu portionieren, dass sie besonders gut merkfähig sind. Chunking nennt man diese Methode.

Nehmen wir als Beispiel die Buchstaben: G S N I I R V H E T C E S M N I Die lassen sich ordnen und heißen dann: Vergissmeinnicht. Das Wort hat zwar 16 Buchstaben, die einzeln nicht in unser Kurzzeitgedächtnis passen würden, aber zusammengefasst als Wort eben auch nur eine einzige Speicherstelle belegen.

Und vielleicht erinnern Sie sich an dieses Wort auch noch in ein paar Stunden oder Tagen, weil Sie es mit etwas verknüpfen, das Ihnen sehr vertraut und bekannt ist: dem Bild der blauen Blume, dem Geruch von Frühling, einem Garten in der Sonne - und es auf diese Weise ganz mühelos und ohne jede Anstrengung auch in Ihr Langzeitgedächtnis schlüpft.

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  • Artikel vom 29.10.2009
  • Text: Antje Kunstmann
    Foto: iStockphoto
    ein Artikel aus der BRIGITTE 24/09
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