Gürtelrose: Darum ist die Viruserkrankung so heimtückisch

Gürtelrose

Gürtelrose mag ja harmlos klingen - dahinter verbirgt sich aber eine schmerzhafte Viruserkrankung. Wir erklären euch alles rund um die Krankheit.

Eine Gürtelrose macht sich meist mit Abgeschlagenheit und einem dumpfen Schmerz im Brustbereich bemerkbar. Nach ein paar Tagen zeigen sich rote Flecken auf dem Brustkorb, die sich als Band formieren. Spätestens jetzt sollte eigentlich klar sein, mit welcher Erkrankung man es zu tun hat: einer Gürtelrose, oder auch mit dem Varicella-Zoster-Virus (VZV). Bei einer Erstinfektion als Kind tritt Herpes Zoster in Form von Windpocken auf, die Folgeerkrankung der Gürtelrose wird "postzosterische Neuralgie" genannt.

Wieso bekommt man eine Gürtelrose?

Die Windpocken musste fast jeder von uns als Kind durchmachen. An sich ist die Kinderkrankheit zwar mit unangenehmem Juckreiz verbunden, verläuft bei den meisten Menschen aber harmlos. Allerdings nisten sich die tückischen Varizella-Zoster-Viren als Folge der Windpocken in den Nervenknoten des Rückenmarks ein. Normalerweise schafft es das menschliche Immunsystem, die zur Herpesfamilie gehörenden Erreger ein Leben lang im Zaum zu halten. Ihr braucht im Normalfall also keine Angst zu haben, plötzlich eine Gürtelrose durch Herpesviren zu bekommen.

Unter bestimmten Bedingungen solltet ihr aber wachsam sein: Wenn eure körpereigene Abwehr durch Faktoren, wie starke Medikamente, Stress oder eine Immunschwäche-Krankheit wie AIDS, angegriffen ist, kann euer Immunsystem Probleme bekommen, die Viren in Schach zu halten. Die Zoster-Viren können freie Fahrt bekommen und sich rasant im Nervensystem eures Körpers ausbreiten. Die Viren nisten sich dann in den Nervenzellen ein und lösen eine Gürtelrose aus.

Welche Symptome deuten auf die Erkrankung hin?

Die Entzündung der Nerven bemerkt ihr durch starke Schmerzen. Im Anfangsstadium der Gürtelrose fühlt ihr euch geschwächt und abgeschlagen. Manche reagieren auf die Krankheit zudem mit Fieber. Doch damit noch nicht genug: Die Viren dringen bis in eure Haut vor. Die Gürtelrose zeigt sich durch einen roten Hautausschlag an einer bestimmten Stelle eures Körpers. Meistens sind die Nerven entlang der Brust-und Lendenwirbelsäule befallen. Dort entsteht ein brennender Schmerz, der manchmal auch von Juckreiz begleitet wird. Der Ausschlag ist rosettenähnlich oder gürtelförmig angeordnet, woher die Krankheit ihren Namen erhalten hat. Tritt die Erkrankung am Ohr auf, spricht man von Zoster Oticus.

Wie ist der typische Krankheitsverlauf?

Zunächst seht ihr rote Flecken auf der geröteten Haut. Später verwandeln sich diese in erbsengroße Bläschen, die mit einer durchsichtigen oder blutigen Flüssigkeit gefüllt sind. Die Blasen platzen nach einigen Tagen. Anschließend werden sie von einer Kruste überzogen. In einigen Fällen kann der Ausschlag langfristige Narben hinterlassen. Zumeist braucht der Körper für die Rückbildung der Symptome etwa einen Monat. Der erhöhte Juckreiz im betroffenen Bereich wird übrigens postherpetische Neuralgie genannt.

Ist Herpes Zoster ansteckend?

Erkrankte sind nur in einem bestimmten Stadium der Krankheit ansteckend: wenn sich die Bläschen gebildet haben. Die Bläschen sind nämlich die Träger der virushaltigen Flüssigkeit. Wenn eine Person in eurem Umfeld an Gürtelrose erkrankt ist, solltet ihr den direkten Körperkontakt in diesem Stadium vermeiden, denn ihr könnt euch durch die Flüssigkeit schnell anstecken. Nach der Verkrustung der Bläschen ist die Ansteckungsgefahr jedoch gebannt.

Kann es zu Komplikationen kommen?

Wenn sich die Zoster-Viren im Gesicht ausbreiten, können sie zu einer vorübergehenden Lähmung an der betroffenen Stelle führen. Zudem ist Vorsicht geboten, wenn sich die Viren in den Sehnerv eingenistet haben. Bindehaut und Hornhaut können befallen sein und im schlimmsten Fall zu einer Erblindung führen. Diese Fälle sind jedoch sehr selten.

Welche Behandlung ist geeignet?

Junge Menschen, die lediglich leichte Symptome aufweisen und bei denen die Gürtelrose ausschließlich Rumpf oder Gliedmaßen befallen hat, können die Krankheit im Normalfall einfach behandeln. Die Einnahme von Schmerzmitteln und das Auftragen von antiseptischen sowie austrocknenden Cremes kann dann nach einiger Zeit zum Abklingen der Krankheit führen.

Wer jedoch eine Gürtelrose im Gesicht hat oder in einem fortgeschrittenen Alter ist, sollte zusätzlich Medikamente einnehmen, die die Ausbreitung der Varizella-Zoster-Viren verhindern. Mit der Therapie durch diese Virustatika sollte spätestens drei Tage nach Ausbruch der Krankheit begonnen werden.

jg

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