Heuschnupfen: Welche Therapie hilft?

Wer Heuschnupfen hat, sucht eine gute Therapie. Neues aus der Forschung und Tipps für den Alltag mit der Allergie für alle Heuschnupfen-Opfer.

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Die Nase läuft, die Augen brennen: Frühling ist Heuschnupfenzeit. Jeder fünfte Deutsche leidet unter einer Pollenallergie. Vor allem Birkenpollen machen vielen Menschen zu schaffen - jetzt im April ist Hochsaison für sie. Und weil es nach dem ungewöhnlich kalten Winter im April plötzlich sehr warm geworden ist, ist die Natur förmlich explodiert - alle Bäume begannen etwa gleichzeitig zu blühen.

Ich glaube, ich habe Heuschnupfen - muss ich zum Arzt?

Ja! Auch wenn es viele Medikamente gegen Heuschnupfen rezeptfrei in der Apotheke gibt, sollten Sie sich von einem Fachmann untersuchen lassen. Denn Heuschnupfen ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden. Wird er nicht richtig behandelt, kann sich allergisches Asthma entwickeln - Mediziner sprechen hier von einem "Etagenwechsel". Jeder dritte Heuschnupfen-Patient bekommt irgendwann Asthma.

Gibt es eine neue Therapie gegen Heuschnupfen?

Wirkliche Innovationen gibt es nicht bei den Heuschnupfen-Medikamenten. Mit Antihistaminika - als Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten erhältlich - lassen sich die Beschwerden aber gut in den Griff bekommen. Bei starken Beschwerden helfen Kortisonpräparate. Anders als früher sind moderne Allergie-Medikamente heute im Allgemeinen gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Vorbeugend wirken so genannte Mastzellstabilisatoren: Sie sorgen dafür, dass die Allergie weniger stark ausbricht.

Inzwischen gibt es deutliche Hinweise, dass Akupunktur bei Heuschnupfen die Beschwerden lindert. In einer Studie der Berliner Charité mit mehr als 5000 Pollenallergikern verringerten sich bei bis zu 80 Prozent der Patienten die Heuschnupfenbeschwerden, zusätzlich steigerte sich die Lebensqualität der Patienten deutlich. Jetzt wollen die Forscher herauszufinden, ob wirklich die Akupunkturnadeln für die Besserung der Symptome verantwortlich sind oder doch eher die intensive Arzt-Patienten-Beziehung während der Therapie.

Die einzige Möglichkeit, Heuschnupfen dauerhaft zu heilen, ist und bleibt die Hyposensibilisierung, auch Spezifische Immuntherapie oder Allergieimpfung genannt. Dabei wird der Patient immer wieder in Kontakt mit dem Allergieauslöser gebracht - anfangs nur eine winzige Menge, später immer mehr. Das soll den Körper nach und nach an den Stoff gewöhnen.

Früher war nur die Hyposensibilisierung per Spritze möglich - der Nachteil: Man muss dafür zum Arzt, anfangs wöchentlich, später alle vier bis acht Wochen. Neuer sind Tropfen, die unter die Zunge geträufelt werden, und seit 2006 gibt es eine Tablettentherapie, die unempfindlich gegen Gräserpollen machen soll. Diese Methoden sind leichter anwendbar, es fehlen bisher jedoch langfristige Erfahrungen. Eine neue Studie zeigte, dass die Graspollentablette auch bei Kindern geeignet ist, Heuschnupfen und Asthma zu lindern.

Wenn erst einmal Pollen fliegen, ist es nicht sinnvoll, mit einer Hyposensibilisierung zu beginnen. Ohnehin dauert eine solche Therapie sehr lange - bis zu einer deutlichen Besserung vergehen bei Heuschnupfen etwa drei Jahre.

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  • Text: Angelika Unger
    Foto: Getty Images