Ingwer

In Mode kam die exotische Knolle, weil sie so gut schmeckt. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass im Ingwer auch heilsame Kräfte stecken: Er hält fit, stärkt das Immunsystem und beruhigt den Magen!

Zu viel gegessen: Ingwer räumt im Magen auf

Kennen Sie das Gefühl, wenn das Menü vom Vorabend noch in den frühen Morgenstunden mit Ihnen spricht? Wenn die Trüffelpastete oder die Schweinshaxe schwer wie ein Wackerstein im Bauch liegt? Die Verdauungsorgane haben nach üppigen Mahlzeiten harte Arbeit zu leisten - und die kann mit ein bisschen Ingwer erleichtert werden. Seine Scharfstoffe regen die Gallensaftproduktion an und beschleunigen damit die Fettverdauung. Außerdem zerkleinern die Enzyme im Ingwer Eiweiß, das Steak wird schneller verarbeitet. Tierversuche haben gezeigt, dass einzelne Bestandteile im ätherischen Öl und Scharfstoffe des Ingwers vor Entzündungen der Magenschleimhaut schützen. Ob das auch bei Menschen klappt, ist noch nicht belegt, wird aber von Wissenschaftlern vermutet. Weil Ingwer den Appetit sanft anregt, eignet er sich auch als Aperitif - interessant schmeckt zum Beispiel ein Sherry oder Madeira mit Ingwer.

Völlegefühl: Ingwer bringt Bewegung in den Darm

Nach dem Genuss von schwer verdaulichen Kohlenhydraten wie Erbsen, Bohnen oder Linsen muss im Darm kräftig aufgeräumt werden. Das erledigen Dickdarmbakterien, die sich von unverdauten Kohlenhydraten ernähren und dabei auch für Blähungen sorgen. Ingwer hemmt die Vermehrung der Kohlenhydratfresser und fördert das Wachstum von Milchsäurebakterien, die Zucker abbauen, ohne dabei unangenehme Gase zu produzieren. Wenn Ihnen die Schärfe schmeckt, sollten Sie möglichst oft Ingwer zu sich nehmen. Das hilft gegen Verstopfung und löst Krämpfe.

Zuviel tierisches Fett: Ingwer senkt den Cholesterinspiegel

Wenn schon tierische Fette, dann besser mit Ingwer - so könnte man das Ergebnis einer indischen Forschungsarbeit zusammenfassen. Trotz einer cholesterinreichen Kost stiegen die Cholesterinwerte weniger an, wenn zum fetten Essen Ingwer verzehrt wurde. Allerdings lief die Studie nur im Tierversuch - darum sollten Menschen mit krankhaft erhöhten Cholesterinwerten besser weitere Untersuchungen abwarten, bevor sie sich den Bauch mit Speck und Eiern vollschlagen.

Erbrechen & Co.: Ingwer lindert viele Übel

Es gibt Körperzustände, die kein anderes Gefühl neben sich dulden. Schwindel und Übelkeit gehören dazu. Ob im Auto, Flieger oder auf dem Schiff. Das ging auch den großen Seefahrern früherer Zeiten so, darum nahmen sie Ingwer auf die Reise mit. Die jungen Knollentriebe wurden bei Seekrankheit einfach gekaut. Inzwischen hat die moderne Medizin bestätigt, dass sich Ingwer sogar mit chemischen Mitteln messen kann. Dabei beeinflusst Ingwer nicht das zentrale Nervensystem, wie es die meisten Medikamente gegen Übelkeit tun, sondern beruhigt direkt im Verdauungstrakt und macht deshalb nicht müde. Auch bei verdorbenem Magen oder Übelkeit durch schlecht verträgliche Medikamente lindert Ingwer Brechreiz und Schwindel. Dazu ein Stück Ingwer kauen oder zwei bis vier Kapseln mit je 250 Milligramm aus der Apotheke einnehmen. Gegen Reisekrankheit: Die gleiche Menge eine halbe Stunde vor der Reise nehmen und unterwegs alle vier Stunden auffrischen. Schwangere Frauen allerdings sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, da für Schwangerschaftserbrechen noch nicht genügend Untersuchungen vorliegen.

Rheuma: Auch dagegen hilft Ingwer!

Die Fingerknöchel schmerzen, morgens sind die Hände steif, die Gelenke schwellen an. Gegen diese Entzündungen helfen Schmerzmittel wie Aspirin, aber auch Ingwer, darauf weisen mehrere Untersuchungen hin. Zwar ist die Zahl der getesteten Patienten noch gering, aber die Ergebnisse sind bemerkenswert: Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen der Gelenke besserten sich bei Patienten, die etwa fünf Gramm frischen Ingwer täglich einnahmen. Eine Studie, die gerade in Berlin anläuft, soll nun die optimale Dosierung bei leichten bis mittelstarken rheumatischen Schmerzen herausfinden. Noch eine Eigenschaft teilt Ingwer mit Aspirin: Fünf Gramm frischer Ingwer pro Tag verdünnen das Blut. Zu Beginn des Kochens ans Essen geben, weil sich beim Kochen die milderen Gingerole in die schärferen Shogaole verwandeln - und die wirken besonders entzündungshemmend. Und falls Sie die Nase voll von Knoblauch haben: Offenbar verhindert das Allroundtalent Ingwer das Verkleben der Blutplättchen noch besser als Knoblauch - ohne störenden Geruch am Tag danach.

Erkältung: Ingwer heizt den Viren ein

Was kommt heraus, wenn man ein altes deutsches Hausmittel mit fernöstlicher Medizin mischt? Heiße Hühnerbrühe mit scharfem Ingwer. In kleinen Schlucken getrunken, ein gutes Rezept gegen die Beschwerden einer Erkältung. Denn warme Suppe regt die Schleimhäute an und hält so die Atemwege angenehm feucht. Ingwer wirkt außerdem leicht antibakteriell. Auch gegen chronische Atemwegsbeschwerden wie Entzündungen der Nebenhöhlen helfen die ätherischen Öle des Ingwers. Die schärferen Shogaole hemmen darüber hinaus den Hustenreiz. Ingwer fördert außerdem die Durchblutung und unterstützt somit eine Schwitzkur.

Morgens schlapp: Ingwer macht munter

Das Aufstehen fällt Ihnen morgens schwer? Und tagsüber fangen Sie schnell an zu frieren? Auch da hilft die würzige Knolle. Denn Ingwer stärkt die Herzkraft. Die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol regen die Wärmerezeptoren an und rufen in Magen und Darm ein angenehmes Gefühl der Wärme hervor, das sich im ganzen Körper ausbreitet. Außerdem stabilisiert Ingwer das Immunsystem, denn er regt auch das Wachstum von Abwehrzellen an.

So wirkt der Scharfmacher am besten

Scharf im Geschmack, sanft und vielseitig in der Wirkung - kein Wunder, dass Ingwer auf dem Vormarsch ist. Zumal schädliche Nebenwirkungen nicht bekannt sind. Höhere Dosierungen vor dem Schlafengehen jedoch sorgen bei einigen Menschen für schlechte Träume. Bei kleinen Mengen - die empfohlene Menge liegt bei fünf Gramm täglich - kann nichts schief gehen, außer wenn man gegen das Gewürz allergisch ist oder den Geschmack einfach nicht mag. Doch wer Ingwer lecker findet und ihn verträgt, liegt mit dem Gewürz fast immer richtig. Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Ingwer sind ätherische Öle und Scharfstoffe, hauptsächlich die Gingerole, die aber nicht sehr stabil sind. Die Öle sitzen direkt unter der Schale, darum die Knolle dünn schälen. Beim Lagern, Trocknen und Kochen von Ingwer verwandeln sich die milden Gingerole in die schärferen Shogaole. Darum ist das frische - geriebene oder feingehackte - Produkt am mildesten. Sie können aber Ingwer auch trocknen und mit der Gewürzmühle mahlen. Pulverisierter Ingwer aus dem Laden allerdings ist nicht zu empfehlen. Er schmeckt lasch und entfaltet - wie auch Fruchtstäbchen und Bonbons mit Ingwergeschmack - keine nennenswerte Wirkung. Wichtig für die Zubereitung: Bei längerem Kochen gehen die ätherischen Öle verloren. Darum empfiehlt sich gegen die meisten Beschwerden eine kurze Kochzeit: Ingwer erst kurz vor dem Servieren ans Essen geben. Gegen rheumatische Schmerzen jedoch wirken die schärferen Shogaole am besten, darum bei Rheuma den Ingwer zu Beginn der Kochzeit hinzufügen. Ingwer verträgt sich gut mit Limettensaft und Gewürzen wie Koriander, Chili und Kumin. Salaten, Suppen oder Gemüsen und Süßspeisen gibt er eine pikante Schärfe, Fleisch wird besonders zart, wenn es in Ingwer eingelegt wurde. Wenn Sie nicht aufwendig kochen wollen, können Sie auf die Schnelle einen Teelöffel geriebenen oder gemahlenen Ingwer in den Tee oder in eine Tasse Gemüsebrühe geben. Sie können ihn auch unters Müsli mengen, mit Milch vermischt entwickelt das Gewürz eine sanfte Schärfe.

Bild Montagsnl

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