Intim-OP: Wie schön ist meine Scham?

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In einer Zeitschrift las sie von der Operation, aber als sie ihrem Freund davon erzählte, sagte der nur: "So ein Käse, das brauchst du nicht machen, ich mag dich auch so." Sie ließ sich trotzdem einen OP-Termin geben, ohne ihm davon zu erzählen, bei Stefan Gress in München. Der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Spezialgebiet: weibliche Intimchirurgie, gilt als Labien-Papst Deutschlands. "Ich habe inzwischen weit über tausend Patientinnen in der Genitalregion behandelt", sagt er. "In 60 Prozent der Fälle sind zu große innere Labien der Grund dafür, dass eine Frau mich aufsucht."

Was der Chirurg sonst noch tut: die äußeren Schamlippen mit Körperfett aufpolstern, den G-Punkt mit Hyaluronsäure vergrößern, Fett absaugen am Venushügel. Und die Königsdisziplin: Vaginalverengung, möglich durch Unterspritzung mit Eigenfett oder Gewebestraffung. Optional gibt's auch noch eine Beckenbodenstraffung dazu. Dann kann die Sache aber teuer werden: mindestens 6600 Euro müssen Gress' Kundinnen für eine derart verjüngte Vagina berappen. Das Ergebnis: mädchenhaft eng und straff.

So absonderlich man solche Eingriffe finden mag, medizinisch ist zumindest die Schamlippen-Verkleinerung unkompliziert für einen routinierten Chirurgen. Unter lokaler Betäubung, auf Wunsch auch im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose, wird der überschüssige Teil der Schamlippen mit Radiowellen oder Laser entfernt. Eine bis eineinhalb Stunden dauert das, am Abend darf die Patientin wieder nach Hause. Wer auch das Gewebe rund um die Klitoris gestutzt haben will, liegt bis zu 2,5 Stunden auf dem OP-Tisch.

Ausgerechnet die Klitoris. Dieser kleine Zipfel Haut, in dem mehr Nerven verlaufen als in jedem anderen Teil des Körpers. Bei der Klitoris denken wir an Lust, an Ekstase. Aber ganz sicher nicht an ein Laserskalpell. Was, wenn etwas schief geht? Dass jemand ohne Not dort herumschneidet, dieser Gedanke war Katja anfangs "etwas unheimlich", gibt sie zu. Doch Stefan Gress erklärte ihr, dass es für ein ästhetisch perfektes Ergebnis nötig sei. "Die kleinen Schamlippen umschließen die Klitoris und setzen sich nach oben zwischen den großen Schamlippen fort", so Gress. "Häufig gibt es auch hier einen Hautüberschuss, den wir mit beseitigen."

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  • Text: Angelika Unger
    Foto: Getty Images
Letzte Kommentare
  • W.K. Nordenham
    am 12.01.12 um 13:04
    Liebe Frau Anja! Wie gesagt, wer wirklich Beschwerden hat, darf und muss operieren lassen. Viele, die es taten, haben aber andere Erfahrungen als Sie. Die Schlichtheit Ihrer Ausführungen und Ihre Empfehlung zur Nachahmung sind Wasser auf die Mühlen der Medizinindustrie, die nichts mit Medizin, aber alles mit Industrie zu tun hat. Ich hätte vermutlich weder vorher noch nachher in irgendeiner Sauna auf Ihre Scham geschaut, auch wenn sie es mögen, weil vermutlich sowieso kaum einer schaut, weil man nur selbst denkt, es schaut wer. Man ist nicht so interessant, wie man denkt. Aber davon, dass man das denkt, lebt eine kosmetische Medizinspezies, die den Hippokrates in die Mülltonne entsorgt hat. Ich bin gespannt, was man den Frauen als nächste Operationnotwendigkeit andient. Mein Vorschlag wäre, die Ohren am Hinterkopf zusammenzunähen. Das machte ein schmales Gesicht. Und nun Schluss mit dem Thema!
  • Anja
    am 12.01.12 um 07:00
    Ich bin jetzt 24 Jahre und habe mir die inneren Schaamlippen komplett entfernen lassen als ich volljährig wurde. In dieser OP wurde auch die Klitoris freigelegt. Ich bin total froh, dass ich es direkt habe machen lassen, weil ich seit dem viel zufriedener bin. Niemand schaut mehr auf meine hervorschauenden inneren Schamlippen, wenn ich in die Sauna gehe. Ich bin seit der OP viel selbstbewusster und mag es sogar, wenn die Leute auf meine nun "perfekte" Schaam schauen.Ich reite viel und hatte vorher teilweise Probleme mit wunden Stellen. Ist jetzt komplett weg. Mein Sex ist seitdem viel intensiver, weil ich mich viel mehr traue und auch öffentlicher damit umgehe. Ich kann es nur empfehlen und ein Tabutheme ist es heute längst nicht mehr. Jeder lässt doch schonmal was an sich verschönern und ich fand es sehr wichtig, dass meine inneren Schammlippen nicht mehr heraus schauen. Ich war auch nicht die letzt bei uns. Nachdem ich mich traute haben es noch einige Freundinnen gemacht. LG
  • W.K.Nordenham
    am 01.12.11 um 18:21
    Die Reklamee "Keine Falsche Scham", die wegen des Slogans pervers ist, war in Hamburg . Der letzte Satz fehlte und der gilt den meisten kosmetischen Unsinn.
    Liebe Frauen, denkt selbst : Hört nicht auf Hodenträger!
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