Beim Kinderarzt: Die wichtigsten Fragen

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Müssen die Mandeln raus?

"Unser Sohn kommt bald in die Schule. Der HNO-Arzt meint, wir sollen ihm vorher noch die Mandeln rausnehmen lassen, weil er zwei-, dreimal pro Jahr eine Mandelentzündung hat. Aber ist das wirklich sinnvoll?"

Hier lohnt es sich, eine zweite Meinung einzuholen, zum Beispiel vom Kinderarzt. Denn die Mandeln haben eine wichtige Abwehrfunktion, damit Keime nicht bis in Bronchien und Lunge vordringen. Eine Mandelentfernung kann Sinn machen, wenn eitrige Entzündungen sehr häufig (mehr als sechsmal pro Jahr) auftreten, wenn die Mandeln chronisch entzündet oder extrem vergrößert sind. Denn dann können sie Schlucken und Atmung behindern, das Kind schnarcht oder hat im Schlaf sogar Atemaussetzer und ist dann tagsüber müde und unausgeglichen. Übrigens gibt es auch eine schonendere Methode als die herkömmliche Operation: Dabei werden die Mandeln nicht komplett entfernt, sondern lediglich mit dem Laser verkleinert.

Ist mein Kind hyperaktiv?

"Unser achtjähriger Sohn eckt in der Schule an. Seine Lehrerin und der Kinderarzt halten ihn für hyperaktiv und wollen ihn mit einem Medikament ruhigstellen. Aber zu Hause kommen wir ganz gut mit ihm klar... "

Die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom) sollte immer ein Experte stellen (etwa in einer Spezialambulanz oder beim Kinderpsychiater). Laut einer US-Studie werden immer wieder Kinder mit Methylphenidat oder anderen Wirkstoffen (Produktnamen u. a. "Ritalin", "Strattera", "Concerta") behandelt, bei denen die Diagnose gar nicht sicher ist. Dabei können die Pillen Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Depressionen oder Gewichtsabnahme haben. Generell verteufeln sollte man die Medikamente aber nicht. Denn eingebettet in ein therapeutisches Gesamtkonzept können sie in schweren Fällen für ADHS-Kinder der einzige Weg sein aus dem Teufelskreis von überschießender Aktivität und Aggression und Außenseiterdasein. Manche Eltern möchten aber zunächst lieber eine sanftere Methode versuchen, z. B. Homöopathie, Biofeedback oder gezielte Bewegungsprogramme.

Fachliche Beratung: Dr. Franz Bundscherer, Kinderarzt

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  • Artikel vom 07.01.2009
  • Text: Dr. Sabine Thor-Wiedemann
    Foto: Getty Images Illustration: Andreas Jakobs
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 25/08
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