Klimakterium: Und plötzlich spielen die Hormone verrückt

Klimakterium

Irgendwann treffen sie uns alle – die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt. Woran ihr sie erkennt und was ihr gegen die Beschwerden tun könnt, erfahrt ihr hier.

Was ist das Klimakterium?

Das Klimakterium (gr. "klimakter" für "kritischer Zeitpunkt im Leben") ist eine natürliche Phase im Leben jeder Frau, die sich über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren erstreckt. Bei den meisten Frauen liegt dieser Abschnitt, der umgangssprachlich als Wechseljahre bezeichnet wird, zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. Es ist eine Zeit des hormonellen Umbruchs – und ein Übergang von der reproduktiven zur postmenopausalen Phase.

Innerhalb dieses Klimakteriums liegt die Menopause, die als allerletzte Regelblutung definiert wird und bei den meisten Frauen im Alter von durchschnittlich 52 Jahren stattfindet. Die Bandbreite ist jedoch groß: Manche Frauen sind sogar von vorzeitigen Wechseljahre betroffen, die bereits mit Anfang 30 einsetzen können, üblicherweise aber ab Mitte 40 auftreten. Welche Phasen der Körper der Frau konkret durchläuft, erklären wir euch im Folgenden.

Wie verlaufen die Phasen der Wechseljahre?

Das Climacterium wird im Allgemeinen in drei Phasen untergliedert: die Prämenopause, die Perimenopause und die Postmenopause.

Die Prämenopause ist die Phase vor der eigentlichen Menopause, der letzten Blutung. In diesem Zeitraum verändert sich das hormonelle Gleichgewicht im Körper: Das FSH wird vermehrt ausgeschüttet, die Produktion des Gelbkörperhormons Progesteron nimmt hingegen ab. Im Zuge dessen werden die Blutungen unregelmäßiger, der Eisprung findet nur noch selten statt.

Die Hochphase des Klimakteriums, die Perimenopause, dauert im Schnitt etwa sechs bis sieben Jahre - in diesem Zeitraum schwankt das Konzentrationsverhältnis zwischen Progesteron und Östrogenen sehr stark, was zu den oben genannten Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen (bis hin zur Depression), Herzrasen oder Schlafstörungen führen kann.

Die Postmenopause beginnt etwa ein Jahr nach der letzten Monatsblutung. Der Hormonhaushalt ist wieder stabilisiert, die klimakterischen lassen nach. Wann das Ende dieses Prozesses eintritt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt vom subjektiven Erleben der Symptome ab.

Welche Symptome kündigen die Menopause an?

Aufgrund des massiven Umstellungsprozesses und der damit verbundenen Schwankungen des Östrogenspiegels leiden viele Frauen an Wechseljahresbeschwerden. Bei immerhin etwa einem Drittel aller Frauen verläuft das Climacterium jedoch ohne Beeinträchtigungen. Bei einem weiteren Drittel sind die Symptome nur leicht ausgeprägt. Folgende Beschwerden treten während des Klimakteriums häufig auf:

  • Hitzewallungen (etwa 7 von 10 Frauen)
  • Schweißausbrüche (etwa 5 von 10 Frauen)
  • Schwindel (etwa 5 von 10 Frauen)
  • Herzrasen
  • Nervosität und Reizbarkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Scheidentrockenheit und Libidoverlust
  • Kopfschmerzen und Muskelschmerzen
  • Gewichtszunahme

Am Beginn der Wechseljahre stehen meist psychische Symptome und vegetative Beschwerden, die durch die Veränderungen des vegetativen Nervensystems auftreten. Im Verlauf der Wechseljahre verbreitert sich das Spektrum der Beeinträchtigungen, körperliche Veränderungen kommen hinzu. Darüber hinaus begünstigt die Hormonumstellung – insbesondere der Rückgang des Hormons Östrogen – Krankheiten wie Osteoporose, Bluthochdruck und Arthrose.

Was könnt ihr gegen die Beschwerden tun?

In den meisten Fällen machen die Wechseljahre keine Therapie erforderlich. Frauen mit leichten Beschwerden müssen lediglich darauf achten, sich gesund zu ernähren und regelmäßig Sport zu treiben, um einem möglichen Übergewicht entgegenzuwirken. Entspannungsübungen und Hormon-Yoga sind gute Möglichkeiten, Hitzewallungen und Schweißausbrüche einzudämmen. Bei etwa einem Drittel aller Frauen sind die Wechseljahrsbeschwerden jedoch so stark ausgeprägt, dass diese eine Hormonbehandlung in Betracht ziehen müssen.

Im Rahmen einer Hormonersatztherapie (HET) werden jene Hormone zugeführt, die während des Klimakteriums nicht mehr genug produziert werden. Eingesetzt werden meistens Kombinationspräparate mit einer Gestagen- und Östrogenkomponente. Reine Östrogenpräparate in Form von Gel, Creme, Zäpfchen, Pflaster oder Spritze werden heute nur noch an Frauen vergeben, deren Gebärmutter operativ entfernt werden musste.

Bei Frauen, die vorzeitig in die Wechseljahre gekommen sind, kann eine Hormonbehandlung durchaus sinnvoll sein, da diese ein erhöhtes Osteoporose-Risiko haben.

Eine Hormonersatztherapie kann jedoch leider Nebenwirkungen wie Thrombose, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall Gebärmutter- und Brustkrebs hervorrufen. Aus diesem Grund müssen Nutzen und Risiken einer Hormontherapie immer individuell abgewogen und mit dem Gynäkologen besprochen werden.

jg

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