Erkältung? Nein, danke!

Niesen und Erkältung: Was sagt der Knigge?

Soll ich laut Knigge bei Niesen "Gesundheit" sagen? Wie schicke ich taktvoll einen Kollegen mit Erkältung nach Hause? Und wohin mit den benutzten Taschentüchern? Wir haben die Benehmensberaterin Marlies Smits gefragt.

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Foto: Getty Images

BRIGITTE.de: Frau Smits, wenn jemand niesen muss, soll ich "Gesundheit" sagen?

Marlies Smits: Im öffentlichen Raum werden sämtliche Körpergeräusche ignoriert - auch das Niesen. Wir verzichten heute darauf, dem anderen "Gesundheit" zu wünschen, weil wir die Krankheit des anderen nicht in den Vordergrund stellen wollen.

BRIGITTE.de: Aber der andere könnte mein Schweigen als unhöflich empfinden, wenn er diese Regel nicht kennt.

Marlies Smits: Das ist in der Tat etwas zwiespältig. Denn "Gesundheit" ist ja auch ein freundlicher Wunsch, und es gibt noch immer Menschen, die nicht wissen, dass man es heute nicht mehr sagt. Wenn Sie also das Gefühl haben, der andere guckt Sie erwartungsvoll an, dann sagen Sie eben "Gesundheit". Aber in großen Besprechungen oder wenn an der Supermarktkasse die Frau vor Ihnen in der Schlange niesen muss, sagen Sie besser nichts.

BRIGITTE.de: Und wie reagiere ich, wenn mir jemand "Gesundheit" wünscht?

Marlies Smits: Dann sagen Sie kurz "danke" und fertig.

BRIGITTE.de: Muss ich mich entschuldigen, wenn ich niesen musste?

Marlies Smits: Im Zweiergespräch ist es angemessen, sich kurz zu entschuldigen - das Niesen unterbricht ja die Unterhaltung. Im Meeting übergeht man das eigene Niesen ebenso, wie es von den anderen ignoriert wird.

BRIGITTE.de: Ist es überhaupt okay, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen?

Marlies Smits: Bei uns in Deutschland ist es nicht verpönt, sich öffentlich die Nase zu putzen. In Kanada und im asiatischen Raum zählt es aber zum absolut schlechten Benehmen. Doch auch bei uns gibt es einige Regeln, die man einhalten sollte.

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  • Text: Angelika Unger
    Fotos: Getty Images, privat
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