Niesen und Erkältung: Was sagt der Knigge?
BRIGITTE.de: Worauf sollte man denn achten?
Marlies Smits: Viele Menschen schnauben sich die Nase und gucken dann noch mal nach, was das Ergebnis war. Das ist kein gutes Benehmen! Und auch nicht wie Benjamin Blümchen ins Taschentuch trompeten - das geht auch leise und dezent. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich einmal heftiger schnäuzen sollten, gehen Sie auf die Toilette. Dann können Sie sich auch gleich danach die Hände waschen und das Taschentuch entsorgen.
BRIGITTE.de: Wohin mit dem Taschentuch, wenn ich grade nicht auf der Toilette bin?
Marlies Smits: Jeder Papierkorb ist ein dankbarer Empfänger für benutzte Taschentücher. Deponieren Sie es am besten gar nicht erst in der Tasche, dann kommen Sie nicht in Versuchung, es noch einmal zu benutzen. Denn eines bloß nicht: Ein benutztes Taschentuch noch mal aus der Hosentasche ziehen und gucken, ob Sie noch freie Stelle finden! Papiertaschentücher sind für die einmalige Benutzung gedacht.
BRIGITTE.de: Wie verhalte ich mich stilsicher, wenn mich ein ständiger Hustenreiz plagt?
Marlies Smits: Wenn Sie wirklich ständig husten müssen und das die Unterhaltung mehrmals unterbricht, ist eine kurze Entschuldigung angebracht. Halten Sie für solche Notfälle Lutschbonbons bereit. Aber bitte nur kleine Pastillen, und nicht mit einem dicken Malzbonbon in der Backentasche weiterreden. Ansonsten gilt: Nehmen Sie Rücksicht auf andere! Mit einer Bronchitis gehört man nicht ins Theater. Wenn ich ständig husten muss, habe ich nichts von der Aufführung und belästige andere. Da verzichte ich lieber und schenke die Karte der Nachbarin.
Benehmensberaterin Marlies Smits
BRIGITTE.de: Andere Menschen verhalten sich oft unvernünftig. Wie gebe ich meinem kranken Kollegen taktvoll zu verstehen, dass er besser nach Hause gehen sollte, als alle anderen anzustecken?
Marlies Smits: Reagieren Sie am besten mit einer Ich-Botschaft: "Bei einer so starken Erkältung bleibe ich im Bett, das tut mir gut und ich habe kein schlechtes Gewissen, dass ich andere anstecken könnte."
BRIGITTE.de: Stichwort Ansteckung: Auch durch den Händedruck können Viren übertragen werden. Sollte man anderen in der Erkältungszeit also besser nicht die Hand geben?
Marlies Smits: Sicher ist Ihnen jeder dankbar, wenn Sie erkältet sind und auf "Küsschen rechts, Küsschen links" verzichten. Sich nicht die Hand zu geben empfinden aber viele als unhöflich. Daher: Husten, Niesen, Gähnen - immer in die linke Hand, damit Sie die rechte zum Händedruck frei und sauber haben. Und wenn Sie wirklich einen Gesundheitsapostel vor sich haben, sagen Sie höflich: "Ich bin erkältet, daher ist es Ihnen sicher recht, wenn ich auf den Händedruck verzichte."
Marlies Smits leitet die Benehmensberatung in Großhansdorf nahe Hamburg.














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am um
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Timme
am 15.02.11 um 10:19
cool ist das orginal knicke ?
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frankophile
am 30.11.10 um 10:56
Was machen denn Kanadier und Asiaten wenn die Nase läuft? Tropfen lassen, womöglich ins Essen?
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Sonne
am 26.11.10 um 22:53
Sorry, worin liegt denn bitteschön die Aussage begründet, in Kanada dürfe man sich im öffentlichen Raum nicht die Nase putzen? Lediglich zu Tisch sollte man vielleicht nicht zu feste ins Taschentusch schnauben. Aber das ist auch in unserem Kulturkreis nicht appetitlich. Mit japanischen Sitten hat das gar nichts zu tun.
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karina999
am 06.01.10 um 13:45
Wer legt eigentlich fest, ab wann sich Regeln ändern!? Lange gültige sind auf einmal nicht mehr gültig und wer noch alte nimmt, wird plötzlich zurechtgewiesen. Ich finde das unmöglich!
mehr (4)Davon abgesehen: Wieso nicht einmal ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand in der Brigitte? Das macht sicherlich sensibler für andere Menschen (und Kulturen) als dieses ständige Knigge-Regel-Gerede. Es ist höchste Zeit für Entspannung und Entkrampfung!
Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Öffentlichkeit wie z.B. im Supermarkt fremde Mensch sich "Gesundheit" wünschen, auch in großen Besprechungen war es nicht üblich. Höchstens die unmittbaren Nachbarn sagten das ganz leise.
Ich finde es einen netten Wunsch, eine Höflichkeit, ein Interesse zeigen an der Gesundheit des anderen. Die Aussage, damit eine Krankheit (niesen = krankein???) in den Vordergrund zu stellen, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Demzufolge dürfte auch keiner die Frage "Wie geht's" mit irgendeiner Unbefindlichkeit beantworten, stelle ich diese doch in den Vordergrund. Also bleiben wir mal wieder beim oberflächlichen Geplenkel?
Würde mich interessieren, wie andere darüber denken und warum sich gegen die Regeländerung von irgendjemanden irgendwann eige