Seit Anfang der Woche steht es fest: Die Mitgliedsbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen werden nächstes Jahr heraufgesetzt. Für fast alle von uns: Der neue einheitliche Beitragssatz von 15,5 Prozent liegt über den aktuellen Beiträgen der meisten Krankenkassen.
Na prima, denken wir uns. Und das ausgerechnet in dieser Woche, in der Geld ja ohnehin das Sorgenthema Nummer eins ist. Als kleines Trostpflaster wird zwar der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,6 Prozentpunkte gesenkt. Was aber all jenen nichts nutzt, die nicht versicherungspflichtig beschäftigt sind.
Und dann heißt es auch noch, dass die Krankenkassen künftig noch mehr einsparen müssen. Wie jetzt? Die bekommen mehr Geld, und das versickert einfach nur in der Bürokratie, in einem Projekt namens Gesundheitsfonds, das niemand durchschaut und niemand mag?
Ganz so einfach ist es nicht. Dass die Gesundheitskosten steigen, hat nichts mit der steigenden Lebenserwartung zu tun oder mit immer mehr Bürokratie. Sondern vor allem mit immer mehr neuen und oft teuren Methoden, die von den Klassen bezahlt werden. Wie etwa der HPV-Impfung (um 600 Euro) gegen Gebärmutterhalskrebs, die für jedes Mädchen zwischen 12 und 17 finanziert wird. Oder dem Brustkrebsmedikament Herceptin, das jede Patientin bekommt, die davon profitieren könnte. Kosten: ca. 3000 Euro pro Monat.
Die Gesundheitskosten steigen außerdem, weil die Bundesregierung den Ärzten für das nächste Jahr 2,5 Milliarden Euro mehr Einnahmen versprochen hat, und den Krankenhäusern drei Milliarden Euro mehr Zuschüsse. Allein aufgrund dieser beiden Faktoren müssten die Kassenbeiträge um etwa jene durchschnittlich 0,58 Prozent (vom Einkommen) erhöht werden, die jetzt beschlossen wurden.













